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Globaler ETF-Markt: Schwellenländer-Aktien-ETFs im ersten Halbjahr 2023 weiterhin gefragt


18.07.23 11:30
Amundi

Paris (www.fondscheck.de) - Die globalen Mittelzuflüsse in börsengehandelte Fonds (ETFs) summierten sich im ersten Halbjahr 2023 auf fast 300 Mrd. Euro, wobei die Nachfrage jeweils fast zur Hälfte auf Aktien- und Anleihe-ETFs entfiel, so die Experten von Amundi ETF.

Bei einem Gesamtvermögen von Aktien-ETFs von rund 7 Bill. Euro und rund 2 Bill. Euro in Renten-ETFs lägen die ETF-Zuflüsse dieser beiden Anlageklassen auf Halbjahressicht erstmals in etwa gleichauf. Die anziehende Nachfrage nach Anleihe-ETFs lasse sich auf gute Bewertungen nach den Korrekturen im letzten Jahr, höhere Renditen und ein breiteres Renten-ETF-Angebot, das Anlegern eine größere Auswahl und Granularität biete, zurückführen.

Am gefragtesten seien im ersten Halbjahr 2023 ETFs auf US-Indices gewesen, die 55 Mrd. Euro eingesammelt hätten. Die Hälfte davon sei von US-Anlegern gekommen.

Seit Jahresbeginn hätten europäische UCITS-Aktien-ETFs 33,6 Mrd. Euro eingesammelt. ETFs auf Schwellenländeraktien seien dabei am beliebtesten gewesen (+13,4 Mrd. Euro). ETFs auf globale Aktien aus entwickelten Märkten (+11,8 Mrd. Euro) seien weiterhin gefragt gewesen. Auch ETFs auf asiatische Industrieländer hätten spürbar zulegen können (+3,3 Mrd. Euro). Anleger hätten von den höheren Wachstumserwartungen in dieser Region und den im Vergleich zu den USA und Europa niedrigeren Bewertungen profitiert.

Mit dem Rückgang der Energiepreise hätten Anleger 2 Mrd. Euro aus ETFs auf den Energiesektor abgezogen. Gefragt seien hingegen ETFs auf den IT-Sektor (+1 Mrd. Euro) und zyklische Konsum-Titel (+ 500 Mio. Euro) gewesen.

Die Nachfrage nach Smart-Beta-ETFs spiegele Rezessionssorgen von Anlegern wider: ETFs auf Income- und Quality-Strategien hätten 1 Mrd. Euro bzw. 0,6 Mrd. Euro eingesammelt, während ETFs auf Value- und Momentum-Strategien Abflüsse hätten hinnehmen müssen (-1,3 Mrd. Euro bzw. -500 Mio. Euro).

ESG-Aktien-ETFs hätten im ersten Halbjahr 15,4 Mrd. Euro zugelegt und damit annähernd so viel wie die 18,2 Mrd. Euro, die auf traditionelle Aktien-ETFs entfallen seien. Bei den Zuflüssen in globale Aktien-ETFs sei rund die Hälfte auf ESG-ETFs (+4,7 Mrd. Euro) entfallen. Bei den Zuflüssen in Schwellenländer-Aktien-ETFs sei etwa ein Drittel auf entsprechende ESG-Produkte (+4,3 Mrd. Euro) entfallen.

Im ersten Halbjahr 2023 seien europäischen UCITS-Anleihe-ETFs mit 32,6 Mrd. Euro fast genauso viele Neugelder zugeflossen wie Aktien-ETFs. Staatsanleihen seien mit 16,3 Mrd. Euro das gefragteste Exposure gewesen, gefolgt von Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating (+10,4 Mrd. Euro). Das große Interesse an Staatsanleihen spiegele die gestiegene Anleiherenditen wider. Außerdem würden sich einige Anleger Anleihe-ETFs als sicherer Hafen zuwenden.

Seit Jahresbeginn hätten sich die Neugelder für ETFs auf langlaufende Staatsanleihe-Indices auf 5,8 Mrd. Euro summiert. Strategien mit kurzen Laufzeiten und breite Indices seien ebenfalls gefragt gewesen (+4,7 Mrd. Euro und +3,9 Mrd. Euro). Die starke Nachfrage nach ETFs auf kurzlaufende Indices habe sich vor allem auf den Jahresanfang konzentriert, als Anleger bei einer inversen Zinskurve höhere Durationen hätten vermeiden wollen.

Im Juni hätten sich die Zuflüsse in ETFs auf breite Indices und Strategien mit langen Laufzeiten auf 1,2 Mrd. Euro und 1,6 Mrd. Euro belaufen, während nur noch 1 Mrd. Euro in Strategien mit kurzen Laufzeiten geflossen sei - auch, wenn Anleihen mit kürzeren Laufzeiten nach wie vor höhere Renditen bieten würden. Das heiße, dass die gestiegenen ETF-Allokationen auf langlaufende Anleihen wahrscheinlich Rezessionsängste widerspiegeln würden.

In ETFs auf Unternehmensanleihe-Indices hätten Anleger im ersten Halbjahr 11 Mrd. Euro investiert, wobei sie aus ETFs auf kurzlaufende Unternehmensanleihen 1,4 Mrd. Euro abgezogen hätten.

ESG-Anleihe-Strategien hätten Zuflüsse in Höhe von 6,8 Mrd. Euro verbucht, was deutlich unter den 25,8 Mrd. Euro liege, die in traditionelle Renten-ETFs geflossen seien. Dass der ESG-Anteil bei Renten-ETFs viel niedriger als bei Aktien sei, könne an der großen Nachfrage nach Staatsanleihe-ETFs liegen, wo es schwieriger als bei Unternehmensanleihen sei, ESG-Indices zu entwickeln.

Anleger hätten 2,6 Mrd. Euro in ETFs auf ESG-Staatsanleihestrategien investiert, was rund 15 Prozent der Gesamtallokation in diese Anlageklasse entspreche. ETFs auf ESG-Unternehmensanleihestrategien mit Investment-Grade-Rating hätten ebenfalls um 2,6 Mrd. Euro zugelegt, was einem Viertel der Gesamtallokationen in diesem Segment entspreche. (18.07.2023/fc/a/e)