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Gold, Silber und Rohöl - die Ruhe vor dem Sturm?
06.10.11 10:27
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Entwicklung der großen Rohstoffe verlief in der ersten Monatshälfte im September uneinheitlich, berichten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Während sich die Bewegungen beim Ölpreis nach den turbulenten Vorwochen etwas beruhigt hätten, sei es bei Gold und Silber zu Gewinnmitnahmen gekommen. Mit großer Spannung hätten Anleger auf das (nach Redaktionsschluss veröffentlichte) Statement der amerikanischen Notenbank gewartet. Die Ankündigung eines neuen Ankaufprogramms ("QE3") habe zu diesem Zeitpunkt nicht unwahrscheinlich geschienen. Fraglich war und ist jedoch, ob die Märkte darauf wieder so positiv reagieren, wie bei den ersten beiden Programmen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Kursbewegungen im Vorfeld hätten auf eine gewisse Skepsis hingedeutet.
Schon zuvor sei die konzertierte Aktion der westlichen Zentralbanken, in der man den Kapitalmärkten frische US-Dollar-Liquidität in Aussicht gestellt habe, um drohenden Liquiditätsengpässen vorzubeugen, relativ schnell verpufft. Der Ölpreis der Sorte Brent habe sich zwar im dreistelligen US-Dollar-Bereich behaupten können.
Trotz anhaltend starker Nachfrage aus dem asiatischen Raum, der laufenden Hurrikan-Saison und den weiterhin stockenden Öl-Exporten aus Libyen sei aber kein nachhaltiger Anstieg gelungen. Zu groß seien hier die Sorgen vor den negativen Effekten einer immer wahrscheinlicher werdenden Abkühlung der Weltkonjunktur im Zuge der (erzwungenen) Sparmaßnahmen vieler verschuldeter Staaten. Die kurzfristige Rückschlaggefahr werde dadurch bestärkt, dass die spekulativen Finanzinvestoren ihre Netto-Long-Positionen zuletzt deutlich erhöht hätten, sodass das Potenzial zusätzlicher Nachfrage von dieser Seite ebenfalls begrenzt sei.
Bei Gold hätten sich die Spekulanten hingegen etwas zurückgezogen, nachdem sich die Marke von rund 1.900 US-Dollar vorerst als zu hartnäckiger Widerstand erwiesen habe. Die Zahl der Netto-Long-Positionen sei im September zeitweise auf ein 10-Wochen-Tief gefallen. Auf der anderen Seite würden sich die europäischen Zentralbanken tendenziell auf der Käuferseite befinden. Das erste Mal seit über zwanzig Jahren sei hier im Jahresverlauf mehr Gold erworben, als veräußert worden. Ein Trend, der mit Blick auf die ungelöste Schuldenproblematik und das schwindende Vertrauen in Papiergeld weiter anhalten dürfte. Für eine Wiederaufnahme des Höhenflugs bei dem Edelmetall würden zudem die in vielen Ländern deutlich negativen Realzinsen sprechen, was in der Vergangenheit immer einen guten Nährboden für den Goldpreis dargestellt habe.
Bei Silber stelle sich die Frage, ob in den kommenden Wochen der Gleichklang mit Gold aufrechterhalten werden könne oder ob es zu einer Abkoppelung komme. Im Gegensatz zu Gold werde Silber von Anlegern nur begrenzt als "sicherer Hafen" wahrgenommen. Stattdessen bestehe trotz des zunehmenden Einflusses der Finanzanleger immer noch eine große Abhängigkeit von der industriellen Nachfrage, die vom Konjunkturverlauf beeinflusst werde. (Marktbeobachtung Oktober 2011) (06.10.2011/ac/a/m)
Während sich die Bewegungen beim Ölpreis nach den turbulenten Vorwochen etwas beruhigt hätten, sei es bei Gold und Silber zu Gewinnmitnahmen gekommen. Mit großer Spannung hätten Anleger auf das (nach Redaktionsschluss veröffentlichte) Statement der amerikanischen Notenbank gewartet. Die Ankündigung eines neuen Ankaufprogramms ("QE3") habe zu diesem Zeitpunkt nicht unwahrscheinlich geschienen. Fraglich war und ist jedoch, ob die Märkte darauf wieder so positiv reagieren, wie bei den ersten beiden Programmen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Kursbewegungen im Vorfeld hätten auf eine gewisse Skepsis hingedeutet.
Trotz anhaltend starker Nachfrage aus dem asiatischen Raum, der laufenden Hurrikan-Saison und den weiterhin stockenden Öl-Exporten aus Libyen sei aber kein nachhaltiger Anstieg gelungen. Zu groß seien hier die Sorgen vor den negativen Effekten einer immer wahrscheinlicher werdenden Abkühlung der Weltkonjunktur im Zuge der (erzwungenen) Sparmaßnahmen vieler verschuldeter Staaten. Die kurzfristige Rückschlaggefahr werde dadurch bestärkt, dass die spekulativen Finanzinvestoren ihre Netto-Long-Positionen zuletzt deutlich erhöht hätten, sodass das Potenzial zusätzlicher Nachfrage von dieser Seite ebenfalls begrenzt sei.
Bei Gold hätten sich die Spekulanten hingegen etwas zurückgezogen, nachdem sich die Marke von rund 1.900 US-Dollar vorerst als zu hartnäckiger Widerstand erwiesen habe. Die Zahl der Netto-Long-Positionen sei im September zeitweise auf ein 10-Wochen-Tief gefallen. Auf der anderen Seite würden sich die europäischen Zentralbanken tendenziell auf der Käuferseite befinden. Das erste Mal seit über zwanzig Jahren sei hier im Jahresverlauf mehr Gold erworben, als veräußert worden. Ein Trend, der mit Blick auf die ungelöste Schuldenproblematik und das schwindende Vertrauen in Papiergeld weiter anhalten dürfte. Für eine Wiederaufnahme des Höhenflugs bei dem Edelmetall würden zudem die in vielen Ländern deutlich negativen Realzinsen sprechen, was in der Vergangenheit immer einen guten Nährboden für den Goldpreis dargestellt habe.
Bei Silber stelle sich die Frage, ob in den kommenden Wochen der Gleichklang mit Gold aufrechterhalten werden könne oder ob es zu einer Abkoppelung komme. Im Gegensatz zu Gold werde Silber von Anlegern nur begrenzt als "sicherer Hafen" wahrgenommen. Stattdessen bestehe trotz des zunehmenden Einflusses der Finanzanleger immer noch eine große Abhängigkeit von der industriellen Nachfrage, die vom Konjunkturverlauf beeinflusst werde. (Marktbeobachtung Oktober 2011) (06.10.2011/ac/a/m)
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