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Gold ermattet, Erdgas brilliert
30.07.09 09:31
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Während sich der Gold-Hype der vergangenen Monate weiter abflacht bis umkehrt, steigt der Wunsch nach länger laufenden Ölinvestments, so die Deutsche Börse AG.
Auch Erdgas scheine nachhaltig begehrt zu sein. Nach Monaten der massiven Zuflüsse würden die ETC-Emittenten Stagnation bis Rückgaben bei den physisch hinterlegten Gold-ETCs melden. Während sich beim Xetra-Gold, das an der Börse Frankfurt Marktführer sei, im Moment Käufe und Verkäufe die Waage halten würden, würden Anteile am ETFS Physical Gold und am Gold Bullion, die weltweit erheblich größeren Gold-Portfolios, die zweite Woche in Folge abgegeben. Neutral sehe Market Maker Marco Salaorno von der Société Générale in London die weitere Entwicklung. "Bei den diversen ETCs auf Gold-Futures bzw. physisches Gold haben wir in den vergangenen Tagen vergleichsweise wenig Umsätze gesehen", meint Salaorno.
Steigende Aktienkurse und ein seitwärtsgerichteter Goldpreis um 950 US-Dollar würden den Markt prägen. Für die nächste Zeit würden Analysten keine dramatischen Veränderungen erwarten.
"Aktuell sinkt die Nachfrage nach Gold, ebenso nimmt das Angebot ab, so dass es von dieser Seite keine große Einflussnahme auf den Preis geben kann", fasse Jochen Stanzl vom Online-Dienst Börse Go zusammen. Der Analyst erwarte auch für die kommenden Wochen, dass die seit Frühjahr gewohnte Seitwärtsbewegung anhalte. "Allerdings könnte die Nachfrage deutlich steigen, wenn Anleger auf Gold verstärkt als Mittel zur Inflationsabsicherung setzen. Ein Anstieg über die Marke von 960 US-Dollar je Unze, wäre im Sinne eines Kaufsignals zu werten. Dann könne man bis zum Jahresende mit einer Fortsetzung der Rally auf bis zu 1225 US-Dollar rechnen."
Seien seit Jahresbeginn vor allem Öl-Futures mit Laufzeit von einem Jahr gefragt gewesen - der ETC habe international die stärksten Zuflüsse verzeichnet, würden jetzt Investoren ihren zeitlichen Horizont verlängern. Emittent ETF Securities zufolge habe der ETC auf den dreijährigen Öl-Future innerhalb einer Woche einen Zuwachs von 5 Millionen US-Dollar erhalten. Nicholas Brooks, Head of Research, interpretiere dies damit, dass Anleger angesichts der Ölpreisverdopplung seit Ende Februar jetzt auf diese ETCs setzen würden, da sie weniger volatil seien und in geringerem Maße Rollverlusten ausgesetzt wären.
Rohstoffanalysten der HSH Nordbank würden den Ölpreis als Spielball der internationalen Marktstimmung sehen. Nach der starken Bewegung von gut 33 US-Dollar auf über 73 US-Dollar je Barrel innerhalb eines halben Jahres hätte sich "allgemeine Ernüchterung" und Skepsis über die Geschwindigkeit der tatsächlichen Konjunkturerholung eingestellt. Für die zweite Jahreshälfte 2009 erwarte die International Energy Agency (IEA) eine leicht höhere Nachfrage, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als im Vorjahr. Erst in 2010 könnte die Nachfrage anziehen.
Jochen Stanzl rechne eher mit sinkenden Preisen für die Zukunft. "Die Bestände sind momentan sehr hoch, bei nicht steigender Nachfrage. Zudem haben die Chinesen während der Niedrigpreisphase riesige strategische Lagerbestände aufgebaut, die industrielle Nachfrage ist aber wegen Rezession und Konjunkturschwäche ausgefallen."
Erdgas bleibe der Stern am Rohstoff-Himmel. Die kräftige Nachfrage setze sich fort und sowohl der ETF Natural Gas als auch der S&P GSCI Natural Gas ETC von Source würden überwiegend gekauft. Vor allem Privatinvestoren würden in das Source-Produkt einsteigen, wie der zuständige Market Maker berichte.
Ebenfalls stark bleibe die Nachfrage nach Agrar-Rohstoffen. In den vergangenen zwei Wochen seien international 79 Millionen US-Dollar in die entsprechenden Produkte von ETF Securities geflossen.
Weiterhin sehr differenziert würden sich die Preise in dem Sektor entwickeln:
Zucker sei auf ein neues Dreijahreshoch gestiegen, wofür vor allem Regenausfälle in der Monsunzeit in Indien verantwortlich seien, wie Stanzl zusammenfasse. Indien sei größter Zuckerproduzent und Verbraucher weltweit und müsse sich nun auf dem Weltmarkt eindecken. Die gute Stimmung der Zuckerinvestoren bekomme mittlerweile jedoch leichte Risse, weil die indische Regierung die Steuerfreistellung von Zuckerimporten noch nicht verlängert habe.
Dagegen sei der Mais-Preis weiter in den Keller gegangen. Eine Sondersituation könnte aber die Preise stabilisieren: Das US-Landwirtschaftsministerium werde seine Anbauflächenschätzung wiederholen und im Ergebnis vermutlich senken, wie Stanzl wisse.
Kakao habe dagegen seine Handelsspanne von 2.300 bis 2.800 US-Dollar, in der sich der Preis seit Dezember bewegt habe, verlassen. Für Analyst Stanzl sei dies ein technisches Kaufsignal, das fundamental nicht gerechtfertigt sei, denn weder bei der Nachfrage noch beim Angebot sei mit einer Verschiebung zu rechnen. (30.07.2009/ac/a/m)
Auch Erdgas scheine nachhaltig begehrt zu sein. Nach Monaten der massiven Zuflüsse würden die ETC-Emittenten Stagnation bis Rückgaben bei den physisch hinterlegten Gold-ETCs melden. Während sich beim Xetra-Gold, das an der Börse Frankfurt Marktführer sei, im Moment Käufe und Verkäufe die Waage halten würden, würden Anteile am ETFS Physical Gold und am Gold Bullion, die weltweit erheblich größeren Gold-Portfolios, die zweite Woche in Folge abgegeben. Neutral sehe Market Maker Marco Salaorno von der Société Générale in London die weitere Entwicklung. "Bei den diversen ETCs auf Gold-Futures bzw. physisches Gold haben wir in den vergangenen Tagen vergleichsweise wenig Umsätze gesehen", meint Salaorno.
Steigende Aktienkurse und ein seitwärtsgerichteter Goldpreis um 950 US-Dollar würden den Markt prägen. Für die nächste Zeit würden Analysten keine dramatischen Veränderungen erwarten.
"Aktuell sinkt die Nachfrage nach Gold, ebenso nimmt das Angebot ab, so dass es von dieser Seite keine große Einflussnahme auf den Preis geben kann", fasse Jochen Stanzl vom Online-Dienst Börse Go zusammen. Der Analyst erwarte auch für die kommenden Wochen, dass die seit Frühjahr gewohnte Seitwärtsbewegung anhalte. "Allerdings könnte die Nachfrage deutlich steigen, wenn Anleger auf Gold verstärkt als Mittel zur Inflationsabsicherung setzen. Ein Anstieg über die Marke von 960 US-Dollar je Unze, wäre im Sinne eines Kaufsignals zu werten. Dann könne man bis zum Jahresende mit einer Fortsetzung der Rally auf bis zu 1225 US-Dollar rechnen."
Seien seit Jahresbeginn vor allem Öl-Futures mit Laufzeit von einem Jahr gefragt gewesen - der ETC habe international die stärksten Zuflüsse verzeichnet, würden jetzt Investoren ihren zeitlichen Horizont verlängern. Emittent ETF Securities zufolge habe der ETC auf den dreijährigen Öl-Future innerhalb einer Woche einen Zuwachs von 5 Millionen US-Dollar erhalten. Nicholas Brooks, Head of Research, interpretiere dies damit, dass Anleger angesichts der Ölpreisverdopplung seit Ende Februar jetzt auf diese ETCs setzen würden, da sie weniger volatil seien und in geringerem Maße Rollverlusten ausgesetzt wären.
Rohstoffanalysten der HSH Nordbank würden den Ölpreis als Spielball der internationalen Marktstimmung sehen. Nach der starken Bewegung von gut 33 US-Dollar auf über 73 US-Dollar je Barrel innerhalb eines halben Jahres hätte sich "allgemeine Ernüchterung" und Skepsis über die Geschwindigkeit der tatsächlichen Konjunkturerholung eingestellt. Für die zweite Jahreshälfte 2009 erwarte die International Energy Agency (IEA) eine leicht höhere Nachfrage, allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als im Vorjahr. Erst in 2010 könnte die Nachfrage anziehen.
Erdgas bleibe der Stern am Rohstoff-Himmel. Die kräftige Nachfrage setze sich fort und sowohl der ETF Natural Gas als auch der S&P GSCI Natural Gas ETC von Source würden überwiegend gekauft. Vor allem Privatinvestoren würden in das Source-Produkt einsteigen, wie der zuständige Market Maker berichte.
Ebenfalls stark bleibe die Nachfrage nach Agrar-Rohstoffen. In den vergangenen zwei Wochen seien international 79 Millionen US-Dollar in die entsprechenden Produkte von ETF Securities geflossen.
Weiterhin sehr differenziert würden sich die Preise in dem Sektor entwickeln:
Zucker sei auf ein neues Dreijahreshoch gestiegen, wofür vor allem Regenausfälle in der Monsunzeit in Indien verantwortlich seien, wie Stanzl zusammenfasse. Indien sei größter Zuckerproduzent und Verbraucher weltweit und müsse sich nun auf dem Weltmarkt eindecken. Die gute Stimmung der Zuckerinvestoren bekomme mittlerweile jedoch leichte Risse, weil die indische Regierung die Steuerfreistellung von Zuckerimporten noch nicht verlängert habe.
Dagegen sei der Mais-Preis weiter in den Keller gegangen. Eine Sondersituation könnte aber die Preise stabilisieren: Das US-Landwirtschaftsministerium werde seine Anbauflächenschätzung wiederholen und im Ergebnis vermutlich senken, wie Stanzl wisse.
Kakao habe dagegen seine Handelsspanne von 2.300 bis 2.800 US-Dollar, in der sich der Preis seit Dezember bewegt habe, verlassen. Für Analyst Stanzl sei dies ein technisches Kaufsignal, das fundamental nicht gerechtfertigt sei, denn weder bei der Nachfrage noch beim Angebot sei mit einer Verschiebung zu rechnen. (30.07.2009/ac/a/m)
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