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Gold erreicht neuen Höchstkurs


08.04.11 15:58
Stabilitas Fonds

Bad Salzuflen (aktiencheck.de AG) - Während sich der Goldpreis im März seitwärts entwickelte und in einer Spanne zwischen 1.420 und 1.400 US-Dollar je Unze bewegte, ist der Preis auf einen neuen historischen Höchstkurs von 1.470 US-Dollar je Unze gestiegen, so die Experten von Stabilitas Fonds.

"Gold hat seinen Aufwärtstrend nach einem etwas schwächeren März wieder aufgenommen und bewegt sich Richtung 1.600 US-Dollar. Die Zielmarke für Silber sehen wir vorläufig bei einem Preis von 45 US-Dollar", sage Martin Siegel, Rohstoffexperte und Berater der Stabilitas-Fonds. Der Silberpreis habe bereits im März einen konstanten Anstieg von 34 auf 37 US-Dollar je Unze verzeichnet.

Grund für den Trend zu neuen Höchstkursen bei Edelmetallen sei laut Siegel die mit den jüngsten EZB-Hilfen für Portugal wieder aufflammende Schuldenkrise. "Die Politik der Euro-Schwächung treibt das massive Interesse an Edelmetallen", sage Siegel. Demgegenüber hätten die Entwicklungen in Japan keinen bedeutenden Einfluss auf Gold und Silber. "Japan war noch nie ein Goldimporteur wie China oder Indien. Deshalb rechnen wir auch in Zukunft nicht mit hohen Goldverkäufen aus Japan, um den Wiederaufbau zu finanzieren", so Siegel.

Als Reaktion auf die Japan-Krise seien Basismetallpreise im März tendenziell rückläufig gewesen. Mit dem Produktionsstopp nach dem Tsunami in einigen wichtigen Industrien seien die Preise für Kupfer, Zink, Nickel und Palladium leicht gefallen. "Dieser kurzfristige Einfluss dürfte noch einige Zeit anhalten", meine Siegel. "Wie lange, hängt davon ab, ob ein schneller Technologietransfer gelingt, sodass zum Beispiel die Chip-Produktion in andere Regionen verlagert oder umgestellt werden kann." Mittel- bis langfristig würden die Wiederaufbaumaßnahmen in Japan jedoch positiv auf Basismetalle wirken.

Den wohl stärksten Einschnitt habe der Uransektor verzeichnet. Infolge der Katastrophe im AKW Fukushima sri der Uranpreis von 72 auf 60 US-Dollar je Pfund gesunken. Die Aktien der Uranproduzenten dagegen seien regelrecht abverkauft worden: Ihre Kurse hätten sich im Durchschnitt halbiert. "Wir gehen davon aus, dass sich der Uransektor kurzfristig seitwärts entwickelt. Auch wenn der Uranbedarf über die nächsten 20 Jahre weltweit hoch bleiben wird, rechnen wir in den kommenden Wochen noch nicht mit einer deutlichen Erholung", sage Siegel.

Gleichzeitig habe sich der Aufwärtstrend für Öl, Gas und Kohle noch einmal beschleunigt. Aktien dieser Produzenten seien deshalb in der kurzen Frist die bessere Wahl als Titel der Uranförderer. Zum einen steige der Ölpreis aufgrund der unklaren Situation bezüglich der Zukunft des siebtgrößten Energielieferanten Libyen. Zum anderen würden aufgrund des Atomunfalls im AKW Fukushima auch Gas und Kohle als Alternative zu Uran stärker an Bedeutung gewinnen. (08.04.2011/fc/a/m)