Gold und Silber konträre Thesen


20.05.11 11:37
Rohstoff-Report

München (aktiencheck.de AG) - Umso mehr Gold gekauft wird, umso interessanter wird der Markt, so die Experten von "BörseGo" in ihrem Update zum "Rohstoff-Report".

China erlaube seinen Bürgern seit dem Jahr 2010 ohne die davor zu überwindenden Hürden Gold in Münzen und Barren zu kaufen. Im Jahr 2010 sei die Investmentnachfrage Chinas um 70% angesprungen - und auch die Zentralbank kaufe offenbar alles Gold, was sie kriegen könne. Die Volksrepublik sei heute der größte Goldproduzent der Erde, obwohl das Land nur 2% der weltweiten Reserven habe. Sie würden ihre Vorkommen also mit aller Gewalt ausbeuten, um an das Edelmetall zu kommen.

China konsumiere 571 Tonnen Gold, Indien 981 Tonnen. Bis 2020, schätze das WGC, werde sich die chinesische Investmentnachfrage verdoppelt haben, während die indische auf 1.200 Tonnen angewachsen sein werde. Bei einer weltweiten Minenproduktion spreche man schon heute von einem Anteil der chinesischen und indischen Goldnachfrage von über 66%. Dieser Anteil werde noch weiter wachsen.

Es gebe aber auch eine weitere Interpretation, warum Hedgefonds so sendungsbewusst seien, wenn es um ihre Goldinvestments gehe. Diese Sichtweise komme von einem Notenbanker aus den USA: Er sage, dass Hedgefonds versuchen würden, möglichst viele Kleinanleger in Gold zu treiben. Dann würden sie rechtzeitig verkaufen und bevor die Herde der Kleinanleger es mitbekomme, würden sie sich schon längst abgeseilt haben. Und hier komme man zu George Soros.

Nach Ostern habe es hier bereits Gerüchte gegeben, wonach der ehemalige Kollege von Jim Rogers Gold verkauft haben solle. Jetzt sei es offiziell. In Pflichtmeldungen bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC stehe geschrieben, dass Soros im ersten Quartal 99% seiner Long-Position im SPDR Gold Trust abgebaut habe - das sei der physisch besicherte ETF, der an der Wall Street unter dem Ticker-Symbol "GLD" gehandelt werde. Wert: 800 Mio. Euro. Vor dem Verkauf habe er noch 4,7 Mio. GLD-Anteile besessen, nach dem Verkauf nur noch 49.400. Doch so ganz habe er sich nicht aus dem Goldmarkt verabschiedet.

Weitere Veränderungen von Soros im ersten Quartal 2011: Barrick Gold (ISIN CA0679011084/ WKN 870450) 8.500 Anteile vs. 4.800 im Vorquartal, Eldorado Gold (ISIN CA2849021035/ WKN 892560) 21.000 Anteile - komplett neue Position, Goldcorp (ISIN CA3809564097/ WKN 890493) 7.100 Anteile - neue Position, Great Basin Gold (ISIN CA3901241057/ WKN 885375) 6 Mio. Anteile - nach 5,1 Mio. Anteilen im Vorquartal, Kinross Gold (ISIN CA4969024047/ WKN A0DM94) 1,3 Mio. Anteile, nach 3,9 Mio. Anteile im Vorquartal, Market Vectors Gold Miner ETF (ISIN US57060U1007/ WKN A0J25R) 9.800 Anteile nach 14.400 Anteilen zuvor, NovaGold (ISIN CA66987E2069/ WKN 905542) 3,5 Mio. Anteile, nach 12,9 Mio. Anteilen zuvor. Es sei nicht verwunderlich, dass es hier zu Gewinnmitnahmen komme.

Im Bereich der fahnenstangenartigen Preisbewegungen sei es in der Vergangenheit oft zu dramatischen Kursrückgängen und Korrekturen gekommen. Eine solche Korrektur sollte man nun jederzeit erwarten. Auch Harald Weygand habe auf der Deutschen Anlegermesse während eines Vortrags gesagt: "Ich würde Gold hier nicht mehr kaufen. Ich würde es nur noch nach charttechnischen Kriterien kurzfristig traden."

Die Experten möchten hier den Teufel nicht an die Wand malen. Sie würden glauben, dass der Goldpreis in den kommenden Jahren noch deutlich weiter ansteigen werde. Doch eine Korrektur wäre in den nächsten Wochen und Monaten das normalste der Welt. Der Kauf von physischem Gold, wie es etwa Mexiko Anfang Mai getan habe, würden sie auf dem aktuellen Kursniveau keinem Anleger mehr raten. Das Chance-Risiko-Verhältnis habe sich einfach zu stark eingetrübt. Die Gefahren seien zu hoch.

Es gebe einen anderen Mexikaner, der etwas schlauer sei. Es sei Carlos Slim, einer der reichsten Menschen der Erde. Der durch Telekom-Investments reich gewordene Carlos Slim habe laut Berichten des US-Finanzsenders CNBC vom 4. Mai offenbar schon "seit Wochen" die Produktion seiner Silberminen durch den Verkauf von Silber-Terminkontrakten auf einem hohen Niveau für zwei bis drei Jahre abgesichert. Laut CNBC habe ein Sprecher von Slim die Berichte gegenüber CNBC bestätigt. (Ausgabe 10 vom 19.05.2011) (20.05.2011/ac/a/m)






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