Gold und Silber unter Druck


26.09.11 16:39
Nord LB

Hannover (aktiencheck.de AG) - In den vergangenen Tagen war in den sicheren Häfen der Kapitalmärkte allgemeines Auslaufen angesagt, was sich in heftigen Preisabschlägen bei Edelmetallen bemerkbar machte, so die Analysten der Nord LB.

Der Goldpreis sei seit Anfang des Monats um fast 15% gefallen. In der Spitze habe eine Feinunze 1.900 USD gekostet (05.09.2011) - aktuell liege der Preis bei etwa 1.630 USD. Dieser Preisrückgang bedeute nun aber keineswegs, dass die Funktion als Rückzugsinvestment nicht mehr gefragt sei. Vielmehr handle es sich aus Sicht der Analysten um eine Bereinigung der spürbaren Preisaufschläge in der jüngsten Vergangenheit, die sie auch in ihrer Goldpreisprognose so berücksichtigt hätten.

In einem von Unsicherheit und Nervosität geprägten Umfeld dürfte die Goldnachfrage allerdings auch in den kommenden Wochen und Monaten hoch bleiben. Insbesondere bei Betrachtung der längerfristigen Goldpreisentwicklung falle die Überhitzung der letzten Wochen deutlich ins Auge. Der langfristige Pfad sei dabei aber noch keineswegs nach unten durchbrochen, so dass die aktuelle Preisbereinigung bald ihren Boden gefunden haben dürfte.

Ähnliches gelte für Silber - wenngleich die Ausschläge hier noch wesentlich größer ausfallen würden. Eine Feinunze Silber koste derzeit etwa knapp 30 USD. Anfang September habe der Preis noch bei deutlich über 40 USD gelegen. Dabei gelte es zu bedenken, dass Silber stärker als Industriemetall und weniger als Investment zu verstehen sei. Wachstumssorgen und Ängste vor einer Konjunkturdelle oder gar einer Rezession könnten insofern durchaus mit einem Rückgang des Silberpreises einhergehen. Auch hier habe es den Anschein, als ob sich die preislichen Übertreibungen gerade bereinigen und der Silberpreis auf so etwas wie seinen fairen Wert gestutzt werde.

Auch beim Rohölpreis sei - zumindest auf kurze Sicht - keine eindeutige Richtung erkennbar. In den letzten Handelstagen habe der Rohölpreis der Nordseemarke Brent deutlich nachgegeben. So entspreche die Entwicklung von 116 USD/Barrel (07.09.2011) auf den aktuellen Wert (ca. 107 USD/Barrel) immerhin einem Preisrückgang von knapp 8%. Aus Sicht der Analysten der Nord LB ist der Brent-Rohölpreis aber immer noch deutlich zu hoch. Dies zeige auch die Spread-Entwicklung zum US-Rohöl WTI, der sich zuletzt bis auf über 27 USD pro Barrel ausgeweitet habe. Nach wie vor würden hier die Verspannungen im Nahen Osten und Nordafrika wirken - Brent habe an dieser Stelle stärkeren Substitutscharakter als WTI. (26.09.2011/ac/a/m)