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Goldmarkt mit Engpässen?
15.12.08 10:34
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Unter den Goldbugs war vor wenigen Tagen helle Aufregung zu finden, da sich der Goldmarkt zum ersten Mal in einer Backwardation befand, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Dieser Begriff stamme aus der Fachsprache professioneller Terminmarkthändler und werde gerne im Zusammenhang mit dem so genannten Contango erwähnt. Bei einem Contango handle es sich um eine steigende Terminkurve bei Rohstoffen. Dies bedeute konkret, dass der nächstfällige Future billiger sei als der nachfolgende und so weiter.
Ein Beispiel könne dies verdeutlichen. Angenommen Weizen notiere bei sechs US-Dollar pro Scheffel und verfalle im Januar. Der Februar-Future würde bei einem Contango dann vielleicht bei 6,10 US-Dollar notieren und der März-Future bei 6,20 US-Dollar. Reihe man nun die Preise dieser Kontrakte aneinander, erhalte man eine steigende Terminkurve. Die Interpretation des Contango führe dahin, dass dieser meist die Normalsituation am Markt darstelle. Später fällige Kontrakte seien teurer, da der Markt die Lagerung, Versicherung und sonstige Kosten in die Futures einpreise. Dadurch seien Kontrakte die erst in einigen Monaten fällig würden teurer, da diese Kosten gedeckt werden müssten.
Das Gegenteil des Contango sei die so genannte Backwardation. Hier finde man nicht eine steigende sondern ganz im Gegenteil fallende Terminpreiskurve. Dieses Phänomen trete seltener auf und deute auf eine Verknappung eines Rohstoffs am Markt hin. Der Markt bezahle für den nächst fälligen Future mehr als für entferntere Verfallstermine. Es mache also für denjenigen, der die Ware physisch halte wenig Sinn den Rohstoff einzulagern, da er die Lagerkosten nicht vom Markt bezahlt bekomme. Eine sofortige Lieferung wäre die beste Alternative.
Der Goldmarkt habe sich bisher immer in einer Contango-Situation befunden, da es keinen Engpass am physischen Gold gegeben habe. Vor wenigen Tagen hätten sich jedoch die ersten beiden Fälligkeitstermine für zwei Tage in einer Backwardation befunden und viele Goldbugs hätten bereits gedacht, dass der Markt nun massiv nach oben ausbreche. Bisher sei nichts passiert und die Backwardation habe sich sehr schnell wieder aufgelöst.
Man halte das Signal für nutzlos und gehe eher davon aus, dass der Markt durch die aktuellen Turbulenzen kurzzeitig aus dem Ruder gelaufen sei. Möglicherweise hätten Fonds das vordere Ende des Marktes gekauft um Shortpositionen glattzustellen und dadurch die Terminstruktur kurzzeitig aus dem Gleichgewicht gebracht. Laut den Recherchen der Experten und Rücksprachen mit Goldhändlern gebe es auf dem Markt mehr als genügend Gold in Form von größeren Barren zu kaufen. Ein Engpass sei nicht zu finden! (15.12.2008/ac/a/m)
Dieser Begriff stamme aus der Fachsprache professioneller Terminmarkthändler und werde gerne im Zusammenhang mit dem so genannten Contango erwähnt. Bei einem Contango handle es sich um eine steigende Terminkurve bei Rohstoffen. Dies bedeute konkret, dass der nächstfällige Future billiger sei als der nachfolgende und so weiter.
Das Gegenteil des Contango sei die so genannte Backwardation. Hier finde man nicht eine steigende sondern ganz im Gegenteil fallende Terminpreiskurve. Dieses Phänomen trete seltener auf und deute auf eine Verknappung eines Rohstoffs am Markt hin. Der Markt bezahle für den nächst fälligen Future mehr als für entferntere Verfallstermine. Es mache also für denjenigen, der die Ware physisch halte wenig Sinn den Rohstoff einzulagern, da er die Lagerkosten nicht vom Markt bezahlt bekomme. Eine sofortige Lieferung wäre die beste Alternative.
Der Goldmarkt habe sich bisher immer in einer Contango-Situation befunden, da es keinen Engpass am physischen Gold gegeben habe. Vor wenigen Tagen hätten sich jedoch die ersten beiden Fälligkeitstermine für zwei Tage in einer Backwardation befunden und viele Goldbugs hätten bereits gedacht, dass der Markt nun massiv nach oben ausbreche. Bisher sei nichts passiert und die Backwardation habe sich sehr schnell wieder aufgelöst.
Man halte das Signal für nutzlos und gehe eher davon aus, dass der Markt durch die aktuellen Turbulenzen kurzzeitig aus dem Ruder gelaufen sei. Möglicherweise hätten Fonds das vordere Ende des Marktes gekauft um Shortpositionen glattzustellen und dadurch die Terminstruktur kurzzeitig aus dem Gleichgewicht gebracht. Laut den Recherchen der Experten und Rücksprachen mit Goldhändlern gebe es auf dem Markt mehr als genügend Gold in Form von größeren Barren zu kaufen. Ein Engpass sei nicht zu finden! (15.12.2008/ac/a/m)


