HANSA-Edelmetallfonds: Gold nach Börsenturbulenzen im ersten Halbjahr im "Hausse-Modus" - Fondsanalyse


31.08.16 14:54
HANSAINVEST

Hamburg (www.fondscheck.de) - Gold bewährt sich in seiner Rolle als Krisenmetall aktuell mehr denn je, so Nico Baumbach von der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH.

Als die Aktienmärkte in Sorge um China und die globalen Konjunkturaussichten Anfang 2016 eingeknickt seien, habe das Edelmetall in den "Hausse-Modus" umgeschaltet. Unmittelbar nach der Brexit-Entscheidung in Großbritannien sei dann ein weiterer Preissprung gefolgt. "In beiden Fällen konnten Goldinvestments die Schwankungen gemischter Portfolios dämpfen", erkläre der Portfoliomanager der beiden Edelmetallfonds HANSAgold (ISIN DE000A0RHG75 / WKN A0RHG7, EUR; ISIN DE000A0NEKK1 / WKN A0NEKK, USD) und HANSAwerte (ISIN DE000A1JDWK4 / WKN A1JDWK, EUR; ISIN DE000A0RHG59 / WKN A0RHG5, USD).

Nach einer längeren Durststrecke sehe Baumbach Gold nun wieder in der Aufwärtsbewegung: "Das Sentiment hat eindeutig in den positiven Bereich gedreht. Die jüngsten Kurseinbrüche an den Aktienbörsen haben Anlegern und Investoren vor Augen geführt, dass sie für den Fall möglicher Krisen viel zu wenig Gold besitzen." Der Blick auf die Preisentwicklung seit Jahresbeginn unterstreiche diese Beobachtung. Zwar würden die Turbulenzen um einen Abschwung der Weltwirtschaft und den Entscheid über den EU-Austritt Großbritanniens abgeklungen zu sein scheinen. Der Goldpreis habe seine bisherigen Jahreshöchststände jedoch weitgehend verteidigen können.

Nach Einschätzung von Baumbach würden zurzeit vor allem zwei Faktoren den Goldmarkt treiben: "Zum einen erfahren die großen Gold-ETFs milliardenschwere Zuflüsse. Nachdem diese kapitalstarken Indexfonds im Vorjahr noch auf der Verkäuferseite standen, haben sie seit Jahresbeginn deshalb wieder hunderte Tonnen des Edelmetalls erworben."

Zum anderen erleichtere die Nullzinspolitik der Notenbanken den Einstieg. Zwar werfe Gold keine Zinsen ab. Doch bei deutschen Bundesanleihen sei die Rendite von Papieren mit zehnjähriger Restlaufzeit mittlerweile sogar in den negativen Bereich gesunken. "Solche Verhältnisse erleichtern den Einstieg in das als Ersatzwährung angesehene Edelmetall ungemein, zumal auch die US-Notenbank länger an ihrer Tiefzinspolitik festhält als noch Ende 2015 erwartet", betone Baumbach.

Der Portfoliomanager warne jedoch davor, die Kursgewinne der zurückliegenden Monate undifferenziert in die Zukunft fortzuschreiben. Neben den mittelfristig orientierten ETF-Investoren würden auch kurzfristig und eher spekulativ orientierte Anleger die Preise bewegen. Zugleich sei in den Schwellenländern die Nachfrage nach Schmuck und Münzen gesunken. "In China und Indien ist derzeit eher eine Kaufzurückhaltung gegenüber Gold zu beobachten." Diese Käufergruppe warte nach den starken Preisanstiegen der vergangenen Monate auf ein günstigeres Preisniveau. "Sollten die Notierungen vorübergehend unter Druck geraten, könnte die physische Nachfrage aus diesen Ländern den Markt dann wieder stabilisieren", so Baumbach.

Privaten Anlegern, die sich mit dem Gedanken an ein Goldinvestment tragen würden, rate Baumbach allerdings, sich nicht zu sehr in Timing-Überlegungen zu verzetteln und auf mögliche tiefere Kurse zu warten: "Die Entwicklung der letzten Monate bestätigt unsere Empfehlung, immer einen Goldanteil von fünf bis zehn Prozent als Absicherung in einem ausgewogenen Anlegerportfolio zu halten."

Niemand könne heute seriös vorhersagen, wann die nächsten Börsenturbulenzen eintreten würden. Wenn diese aber bereits eingetreten seien, sei es für Goldkäufe als Absicherungsinstrument häufig zu spät. Risikofaktoren, die den Goldpreis steigen lassen könnten, sehe Baumbach derzeit in der Angst vor nationalistischen Tendenzen in Europa, die den Zusammenhalt der Europäischen Union und den Euro gefährden würden. Einen weiteren Risikofaktor sehe Baumbach in der anhaltenden Nullzinspolitik in Europa, Nordamerika und in Japan, die das Vertrauen in das Papiergeldsystem weiter untergraben könnte.

Charttechnisch bewege sich der Goldpreis momentan im Bereich einer interessanten Marke. "Etabliert sich die Notiz nachhaltig oberhalb von etwa 1.350 US-Dollar, wäre das ein positives Zeichen", so Baumbach. Ein Durchbruch in höhere Regionen erscheine aber momentan ebenso denkbar wie ein Abprallen an diesem Widerstand mit anschließender Korrektur. "Anleger sollten den kurzfristigen Preisausschlägen jedoch bestenfalls am Rande Beachtung schenken. Besser ist es, Gold als eine langfristige Versicherung gegen mögliche Verwerfungen im Finanzsystem zu begreifen", so Baumbach.

Im März habe der Edelmetalle-Experte bereits auf die historisch hohe Gold-Silber-Ratio hingewiesen. Der Hinweis sei zum richtigen Zeitpunkt erfolgt. Silber, das zuvor im Verhältnis zu Gold so preiswert habe erworben werden können wie seit Jahren nicht mehr, sei in der ersten Jahreshälfte durchgestartet und habe in der Spitze rund 50 Prozent gewonnen. Damit sei auch die Gold-Silber-Ratio gesunken.

Baumbach sehe hier aber noch Luft nach oben, weil das Verhältnis zwischen Gold- und Silberpreis dem historischen Mittelwert noch immer hinterherhinke: "Der Silberpreis schwankt allerdings überdurchschnittlich. Häufig bewegen spekulativ eingestellte Investoren diesen Markt. Aufgrund der robusten industriellen Nachfrage können wir uns einen weiteren nachhaltigen Preisauftrieb beim 'kleinen Bruder des Goldes' durchaus vorstellen", so Baumbach.

In seinem aktiv gemanagten Edelmetallfonds HANSAwerte setze Baumbach diese Erwartung konsequent um. Silber und Palladium seien dort mit einem Portfolioanteil von jeweils 27,5 Prozent zuletzt übergewichtet gewesen. Eine weitere Aufstockung liege im Bereich des Möglichen. So könnte Palladium von der Diesel-Affäre profitieren. Wie auch Platin, komme das Edelmetall in Abgaskatalysatoren benzingetriebener Fahrzeuge zum Einsatz, könne aber deutlich preiswerter erworben werden. Ein höherer Absatz von Benzinern könnte somit die Nachfrage nach Palladium beflügeln. (31.08.2016/fc/a/f)





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