HANSA-Edelmetallfonds: Platin und Palladium mit Perspektive - Fondsanalyse


11.06.14 14:25
HANSAINVEST

Hamburg (www.fondscheck.de) - Platin und Palladium bieten derzeit gute Ertragschancen, der Goldpreis wird sich dagegen eher seitwärts bewegen. Diese Ansicht vertritt Nico Baumbach, Fondsmanager der Edelmetallfonds HANSAgold (ISIN DE000A0RHG75 / WKN A0RHG7, EUR; ISIN DE000A0NEKK1 / WKN A0NEKK, USD) und HANSAwerte (ISIN DE000A1JDWK4 / WKN A1JDWK, EUR; ISIN DE000A0RHG59 / WKN A0RHG5, USD) von der HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH.

"Platin wie Palladium profitieren von einer Angebotsverknappung - Gold hingegen konnte auch von Krisenszenarien wie einer möglichen Eskalation des militärischen Konflikts in der Ukraine bislang nicht profitieren." Nervosität an den Aktienmärkten oder eine Lockerung der Handelsbeschränkungen in Indien würden aber Fantasie für eine Erholung des Goldpreises bieten.

"Die um sich greifende Sorglosigkeit gegenüber Kapitalmarktrisiken oder auch geopolitischen Krisen sollte Investoren aufhorchen lassen", gebe der Fondsmanager der beiden Edelmetallfonds HANSAgold und HANSAwerte zu bedenken. Käme es nämlich zu Rückschlägen an den Aktienbörsen, wären Kriseninvestments wie Gold unter Umständen wieder gefragt.

Die Notierung für die Feinunze Gold pendele seit etwa einem Jahr zwischen knapp 1.200 und gut 1.400 US-Dollar. "Auch für die kommenden Monate rechne ich mit einer Seitwärtsbewegung, da sich kurstreibende und belastende Faktoren momentan die Waage halten", erläutere Baumbach. "Sollte es allerdings zu einem signifikanten Ausbruch - nach oben oder unten - kommen, könnte dies eine neue Richtung vorgeben." Nach Beobachtung des Fondsmanagers seien die Käufe und Verkäufe der marktbewegenden, mit Gold besicherten ETFs (Indexfonds) momentan neutral zu werten. Gleichzeitig habe der größte Goldkonsument China zuletzt etwas geringere Mengen importiert.

Nennenswerte Aktivitäten der Notenbanken seien ebenfalls nicht festzustellen gewesen. Auch das neu verhandelte Abkommen von 20 europäischen Zentralbanken dürfte den Goldmarkt nach Einschätzung Baumbachs kaum bewegen. Die Notenbanken hätten sich einst darauf verständigt, pro Jahr höchstens 400 Tonnen ihres Reservemetalls zu veräußern. Diese Verpflichtung falle ab diesem Herbst weg.

"In der jüngeren Vergangenheit hatten die Zentralbanken jedoch ohnehin viel weniger Material auf den Markt geworfen als sie gedurft hätten." Teilweise seien diese Bestände gleich wieder in den Tresoren anderer Notenbanken verschwunden, die sich entsprechend eingedeckt hätten.

"Privatanleger sollten es der deutlichen Mehrheit der Notenbanken gleichtun und ihre Goldinvestments im Portfolio belassen", rate Baumbach. Denn unabhängig von den jeweils aktuellen Preistrends des gelben Metalls versichere das Edelmetall seine Eigentümer seit Jahrhunderten gegen schwere Verwerfungen an den Kapitalmärkten und insbesondere den Währungsmärkten. "Daher empfehlen wir beständig, etwa fünf bis zehn Prozent der eigenen Anlagen mit Gold abzudecken."

Baumbach sehe mehrere mögliche Anlässe für eine Erholung der Goldnotierung: "So könnten beispielsweise Privatleute in China wieder mehr Gold erwerben, da sie nur über wenige Anlagealternativen verfügen."

Daneben habe der indische Markt Potenzial, positiv zu überraschen. "Indien könnte unter dem neu gewählten Premierminister Narendra Modi die geltenden scharfen Handelsbeschränkungen für das Edelmetall lockern", zitiere Baumbach entsprechende Marktspekulationen. Bisher hätten unter anderem Zölle von 15 Prozent auf Goldimporte die Nachfrage aus Indien gedämpft. "Eine Lockerung dürfte die traditionell dem Gold zugewandte indische Bevölkerung wieder zu stärkeren Käufen veranlassen." Ob und wann die Handelsschranken fallen würden, sei aber noch offen.

Auf dem jetzigen Niveau könne Gold nicht unbedingt als überteuert bezeichnet werden. "Kurzfristig spielt die Musik dennoch bei anderen Edelmetallen", so Nico Baumbach. So habe sich Platin in den vergangenen Wochen vom Goldpreis abgekoppelt und nehme nun Kurs auf die Marke von 1.500 US-Dollar. "Bei Platin herrscht ein echter Angebotsengpass, da die meisten Minen im wichtigsten Förderland Südafrika seit nunmehr 17 Wochen bestreikt werden", erläutere der Fondsmanager. Würden die Arbeitsniederlegungen enden, könnte der Platinpreis allerdings auch einmal kräftiger korrigieren.

Noch weitaus dynamischer entwickele sich Palladium, das wie Platin in Abgas-Katalysatoren eingesetzt werde. "Hier orientiert sich der Preis für die Feinunze Palladium derzeit am Hoch aus dem Jahr 2011 von rund 840 US-Dollar", so Nico Baumbach. Der Experte weise darauf hin, dass die beiden wichtigsten Förderstätten für das silbrig glänzende Edelmetall ausgerechnet in Südafrika und in Russland lägen. Mögliche Handelssanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts könnten Palladium noch knapper werden lassen. "Kräftig steigende Edelmetall-Notierungen aufgrund politischer Krisen - bei Palladium wird dieses Szenario derzeit Realität", resümiere Baumbach. (Ausgabe vom 10.06.2014) (11.06.2014/fc/a/f)





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