HANSAgold / HANSAwerte: Argumente für einen steigenden Goldpreis überwiegen - Fondsanalyse


03.05.17 14:00
HANSAINVEST

Hamburg (www.fondscheck.de) - Mit dem guten Jahresstart im Rücken könnte es am Goldmarkt weiter bergauf gehen, so Nico Baumbach, Fondsmanager der beiden Edelmetallfonds HANSAgold (ISIN DE000A0RHG75 / WKN A0RHG7, EUR; ISIN DE000A0NEKK1 / WKN A0NEKK, USD) und HANSAwerte (ISIN DE000A1JDWK4 / WKN A1JDWK, EUR; ISIN DE000A0RHG59 / WKN A0RHG5, USD) bei der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH.

Eine ansteigende Inflation und Aktienmärkte nahe oder auf Rekordhöchstständen könnten einen Preisanstieg des Edelmetalls begünstigen. "Das stärkste Argument für Gold liefert aber die nach wie vor hohe Unsicherheit an den Finanzmärkten", sage Baumbach. Angst vor steigenden Zinsen habe der Edelmetallexperte der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH indes nicht.

Nach einem enttäuschenden zweiten Halbjahr 2016 habe der Goldpreis in den ersten vier Monaten dieses Jahres wieder zugelegt. Auf US-Dollar-Basis sei er um 10,1 Prozent angestiegen, auf Euro-Basis gerechnet um 6,2 Prozent. "Vor allem politische Unsicherheiten sorgen derzeit für den Aufwärtstrend bei Gold. Viele Investoren erwägen, das Edelmetall als Absicherung ins Portfolio zu nehmen", erkläre Baumbach.

Zum einen bestehe die Sorge um die anstehenden Wahlen in Europa und den möglicherweise damit verbundenen Einflussgewinn populistischer Parteien. Zum anderen sorge die Politik des US-Präsidenten Donald Trump für viele Fragezeichen und berge Überraschungen in sich. Das verunsichere die Marktteilnehmer. In der Folge seien Absicherungspositionen in Form von Gold deutlich gefragter als noch im Vorjahr. Den Gold-ETFs seien im ersten Quartal 2017 netto Anlegergelder im Gegenwert von rund 100 Tonnen Gold zugeflossen. Auch die Future-Börsen hätten eine erhöhte Nachfrage verzeichnet, allerdings begleitet von starker Volatilität. Auf dem physischen Markt hingegen sei im ersten Quartal nicht viel Bewegung zu beobachten gewesen.

Für die kommenden Monate sei Baumbach zuversichtlich, dass sich der Aufwärtstrend beim Goldpreis fortsetzen könnte. "Die Unsicherheiten bleiben uns noch eine Weile erhalten. Weitere Argumente liefern Inflation und Aktienmärkte", so der Fondsmanager. Die Inflation sei bereits etwas angezogen, und viele Marktteilnehmer würden einen weiteren Anstieg erwarten. Wenn die Konjunktur Schwung aufnehme, etwa weil Trump es schaffe, die US-Wirtschaft zu stimulieren, könnte dies zu einer höheren Teuerung führen, so seine Überlegungen. "Und bei steigender Inflation ist Gold in der Regel bei Anlegern sehr beliebt", erkläre Baumbach.

Der schon länger anhaltende Aufwärtstrend an den Aktienmärkten könnte dem Goldpreis ebenfalls in die Karten spielen. "Die Märkte sind bereits auf einem hohen Niveau angekommen. Wenn die Nervosität an den Aktienmärkten ansteigt, greifen auch hier viele Anleger zum Gold als einem möglichen Absicherungsinstrument für ihr Vermögen", so Baumbach.

Steigende Zinsen seien dagegen meist ein Kontraindikator für Gold. Hier sehe der Edelmetallexperte allerdings aktuell keine Gefahr: "Was an Zinserhöhungen erwartet wird, ist bereits in die Goldnotierung eingepreist." Das habe sich auch bei der letzten US-Zinserhöhung im März gezeigt, die das Edelmetall denn auch unbeschadet überstanden habe. "Nicht die Zinsanhebungen an sich, sondern aufkommende Unsicherheiten über Umfang und Zeitpunkt weiterer Erhöhungen könnten Gold dagegen eher zu schaffen machen", erläutere Baumbach. Er gehe jedoch davon aus, dass die US-Notenbank FED und auch die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin transparent ihre nächsten Schritte kommunizieren würden.

Im US-Dollar sehe der Experte zurzeit kein starkes Argument für oder gegen ein Goldinvestment. Wenn allerdings der Dollar sich signifikant abschwächen sollte, dürfte Gold davon profitieren - nicht nur aufgrund der klassischen gegenläufigen Entwicklung von Gold und US-Dollar, sondern weil ein solches Szenario weltweit für viel Unsicherheit an den Märkten sorgen könnte. Baumbachs Ausblick für das gelbe Edelmetall: "Es gibt genügend Argumente, warum man dieses Jahr eher positiv als negativ für Gold gestimmt sein sollte. Ich sehe durchaus Potenzial für weitere Preissteigerungen."

Besonderes Augenmerk richte Baumbach derzeit auf Silber und Palladium. Beide Edelmetalle gewichte er aktuell im Portfolio des HANSAwerte, der in einen Mix aus Gold, Silber, Platin und Palladium investiert sei, über. Für Silber würden nicht nur gute fundamentale und charttechnische Daten, sondern auch die so genannte Gold-Silber-Ratio sprechen. Das Verhältnis vom Gold- zum Silberpreis falle mit dem etwa 74-fachen recht günstig aus. Über die vergangenen drei Jahre habe die Ratio im Durchschnitt bei 72 gelegen. "Ich bin davon überzeugt, dass Silber weiter gut laufen wird", so Baumbach.

Platin und Palladium würden seit Jahresbeginn ein unterschiedliches Bild bieten: Platin sei mit einem Plus von 4,9 Prozent der Entwicklung des Goldpreises hinterhergehinkt, während Palladium vorneweg gelaufen sei und um 21,3 Prozent zugelegt habe. Palladium habe nach Ansicht des Experten ein ziemliches Eigenleben entwickelt und dabei zuletzt eine extrem gute Entwicklung gezeigt. "Der Preis schien zum Teil überhitzt. Er hat dann zwischenzeitlich auch leicht korrigiert, aber danach schnell wieder den Aufwärtstrend fortgesetzt. Es gibt anscheinend strategische Käufer, die versuchen das günstigere Palladium als Ersatz für Platin zu einzukaufen", so Baumbach.

Beide Edelmetalle würden in Verbrennungsmotoren verarbeitet. Während Diesel-Motoren zwingend Platin benötigen würden, kämen Benziner aber auch mit Palladium aus. Die anhaltende Debatte um Diesel-PKWs belaste daher den Platinpreis. Längerfristig dürfte der Trend zur Elektromobilität die Preise bei beiden Edelmetallen maßgeblich beeinflussen. "Der zuletzt rückläufige Automobilabsatz hat Palladium allerdings überhaupt nicht geschadet", so Baumbach. (03.05.2017/fc/a/f)





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