HANSAinternational-Fonds: Bei Zinstiteln einen Blick nach Übersee wagen - Fondsanalyse


18.08.14 14:04
HANSAINVEST

Hamburg (www.fondscheck.de) - Die Rentenmärkte ausgewählter Hartwährungsländer außerhalb des Euroraums bieten derzeit ein attraktives Chance/Risiko-Verhältnis. Zu dieser Einschätzung gelangt Christian Bender, Manager des Rentenfonds HANSAinternational bei HANSAINVEST.

Gelegenheiten böten sich insbesondere bei US-Dollar-Papieren. "Die Zinsdifferenz zwischen langlaufenden amerikanischen und deutschen Staatsanleihen liegt so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr", so der Anleiheexperte der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft HANSAINVEST Hanseatische Investment-GmbH. Attraktive Zinsaufschläge sehe Bender ferner bei Rentenpapieren, die auf Britisches Pfund und Neuseeland-Dollar lauten.

Auf die sich in den vergangenen Wochen einstellende Erholung des US-Dollar habe HANSAINVEST-Fondsmanager Christian Bender bereits im Mai hingewiesen: "Beigetragen hat dazu vor allem auch EZB-Chef Mario Draghi, der die Geldpolitik im Euroraum nochmals lockerte." Die USA hingegen würden ihre unkonventionellen Maßnahmen zurückfahren. So habe die US-Notenbank FED nach dem letzten Treffen ihres Offenmarktausschusses die monatlichen Anleihekäufe planmäßig um weitere 10 Milliarden US-Dollar reduziert.

"In Großbritannien hat der unerwartet kräftige Aufschwung für eine Aufwertung des Britischen Pfundes gesorgt und somit Anlegern auf der Währungsseite Zusatzerträge beschert", ergänze Bender. Allerdings rechne Bender nicht mit einer ungeminderten Fortsetzung des Pfund-Kurses. Die britische Wirtschaft sei zuletzt mit einer Jahresrate von rund 3 Prozent gewachsen. Langlaufende Staatsanleihen aus Großbritannien würden zudem einen vollen Prozentpunkt mehr als ihre deutschen Pendants abwerfen.

In Euro kalkulierende Investoren hätten deshalb durch die Beimischung von Pfund- und US-Dollar-Anleihen zusätzliche Erträge erzielen können. Auch der HANSAinternational habe diese Möglichkeit genutzt. Auf Britisches Pfund und vor allem auf US-Dollar lautende Zinstitel hätten zuletzt mehr als ein Drittel des Portfolios ausgemacht. Nach einem für Anleiheinvestoren schwierigen Umfeld im Jahr 2013 habe der Rentenfonds seit Jahresbeginn 2014 einen Wertzuwachs von 5,8 Prozent erzielt (Stand für alle Angaben: 31. Juli 2014).

Die Erholung der Schwellenländer habe für die Wertentwicklung ebenfalls eine wichtige Rolle gespielt. "Hier haben wir nach den Leitzinsanhebungen in einigen Ländern unsere Positionen vorsichtig ausgebaut", erläutere Bender. Als Folge der Stützungsmaßnahmen durch die nationalen Notenbanken hätten sich die Bonds aus der Türkei und insbesondere aus Brasilien erholt. Lokalwährungsanleihen aus Schwellenländern hätten zuletzt gut 11 Prozent in Benders Portfolio ausgemacht. Deutlich untergewichtet sei dagegen der Japanische Yen gewesen, dessen Kurs wegen der spezifischen Probleme des hoch verschuldeten Japans nur schwer abzuschätzen sei.

"Bei der Duration der gehaltenen Wertpapiere haben wir unsere konservative Grundausrichtung weitgehend beibehalten", betone der Manager. Die mittleren Restlaufzeiten der gehaltenen Anleihen hätten sich zum Stichtag auf rund 4,5 Jahre belaufen. "Der anhaltende Zinsrutsch speziell an den europäischen Bondmärkten hat den Markt und auch uns etwas überrascht - per Jahresende 2014 hatten wir ursprünglich mit höheren Renditeniveaus kalkuliert", so Bender. Der HANSAINVEST-Experte habe jedoch gute Gründe, an der derzeitigen Ausrichtung seines Portfolios festzuhalten: "Wir legen unser Augenmerk darauf, Kursrisiken für den Anleger zu begrenzen, sollten die Anleiherenditen doch einmal kräftiger anziehen."

Mit einer unmittelbar bevorstehenden Zinswende rechne Bender allerdings nicht. "Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Renditen noch etwas länger als vielerorts erwartet auf einem niedrigen Level verharren werden." Zumindest bis Ende 2014 sei kaum mit scharfen Zinskorrekturen zu rechnen. Zur Begründung verweise Bender auf aktuelle Konjunkturdaten und auf die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Im Euroraum habe zuletzt die Ukraine-Krise für eine Flucht in als sichere Häfen geltende Staatspapiere gesorgt. Gleichzeitig habe das Straucheln der portugiesischen Großbank Espírito Santo kaum für Turbulenzen an den Rentenmärkten gesorgt. "Dieser Fall zeigt, dass man aus der Erfahrung mit Bankenkrisen gelernt hat und in der Lage ist, solche Risiken jetzt zu isolieren", zeige sich Bender zuversichtlich. Darüber hinaus habe Italien mit der Ernennung des Reformpolitikers Matteo Renzi zum Ministerpräsidenten einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase wolle sich der Fondsmanager allerdings nicht dazu verleiten lassen, in stärker risikobehaftete Zinspapiere umzuschichten. "Den eindeutigen Schwerpunkt im Portfolio des HANSAinternational werden weiterhin Rentenpapiere aus den Industriestaaten der nördlichen Hemisphäre mit Top-Bonitäten bilden." (18.08.2014/fc/a/f)





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