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Hausse wird anhalten
01.06.15 15:41
Legal & General IM
London (www.fondscheck.de) - Trotz der vergleichsweise hohen Bewertungen, vor allem von US-Aktien und einer Reihe von Belastungs- und Risikofaktoren, spricht aus fundamentaler Sicht nichts dafür, dass der nunmehr sechs Jahre andauernde Kursaufschwung an den internationalen Aktienmärkten vor einem Ende steht. Zu dieser Einschätzung kommt Lars Kreckel, Aktienstratege des britischen Asset Managers Legal & General Investment Management (LGIM).
"Unsere Analysen haben ergeben, dass Aktien historisch gesehen die höchsten risikoadjustierten Erträge in konjunkturellen Aufschwungphasen abwerfen - und die schlechtesten, wenn die Wirtschaft schrumpft", fasse Lars Kreckel das Ergebnis eigener Untersuchungen zusammen. Vor diesem Hintergrund sei es wenig erstaunlich, dass Bullenmärkte vor allem dann enden würden, wenn die Wirtschaft innerhalb der darauffolgenden Monate in eine Rezession rutsche.
"Intuitiv scheint es also einen Zusammenhang zwischen Aktienerträgen und Konjunkturzyklen zu geben", sage Kreckel. "Aber es sollte betont werden, dass es vielmehr die Unternehmensgewinne sind, die die wirkliche Verbindung darstellen." Ein Blick in die Wirtschaftshistorie zeige Kreckel zufolge, dass alle negativen Ereignisse, die einen starken Rückgang zukünftiger Erträge bewirken würden, unmittelbar zu einer Neubewertung und Preiskorrektur bei Aktien geführt hätten. Dagegen würden sich aus anderen Faktoren, die die LGIM-Experten untersucht hätten - die Dauer einer Haussephase oder die Höhe der Aktienbewertungen - keine Rückschlüsse auf einen Trendwechsel an den Aktienbörsen ziehen lassen.
"Genauso wichtig wie das Ende eines Bullenmarktes richtig einzuschätzen ist es für Anleger allerdings auch zu vermeiden, dieses Ende vorzeitig zu prognostizieren", beschreibe Kreckel ein Grunddilemma. Dem LGIM-Experten zufolge zeige sich bei einer genauen Betrachtung rezessiver Phasen, dass die Aktienkurse den Konjunktureinbruch im Schnitt etwa sechs Monate vorher antizipieren und die Kurse einbrechen würden.
Unter diesem Gesichtspunkt rate Kreckel den Investoren, umso vorsichtiger zu werden, je länger die Phase eines Konjunkturaufschwungs andauere. "Das heißt aber auch, dass es wichtig ist, sich nicht von Themen und Ereignissen in der eigenen Einschätzung der Konjunkturentwicklung verunsichern oder negativ beeinflussen zu lassen, wenn der Zyklus tatsächlich erst in seiner Mitte ist und das Rezessionsrisiko entsprechend gering", rate LGIM-Stratege Kreckel.
"Zu jeder Zeit gibt es eine lange Liste von Faktoren, über die sich die Investoren Sorgen machen können. Ein Rückblick auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zeigt aber, dass diese die Aktienkurse nur wenig, und wenn dann höchstens fünf bis zehn Prozent im Durchschnitt, meist aber überhaupt nicht bewegt haben. Die Kräfte des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Anstieg der Unternehmensgewinne haben alles andere überlagert."
Für Investoren ergebe sich daraus, dass es sinnvoll sei, langfristig auf Aktien zu setzen anstatt zu versuchen, das perfekte Timing für Ein- und Ausstieg zu erwischen. "Unsere Analysen zeigen, dass ein Anleger, der es schafft, stets auf dem Hochpunkt vor einem Kurseinbruch zu verkaufen und dann im Zuge der Korrektur wieder einzusteigen, auf eine Rendite von etwa acht Prozent kommt. Wer allerdings diese zeitlichen Optimalpunkte nur um vier Tage verpasst, kommt nur auf drei Prozent", warne Kreckel. "Es braucht also nicht viel, um Vermögenswert zu vernichten."
Die Schwierigkeit für die Investoren indes bleibe: Sie müssten tagtäglich in ihrer Anlagepraxis entscheiden, wie gravierend ein bestimmtes Risiko für die Konjunktur- und damit die Aktienkursentwicklung sei. "Natürlich sollte keiner der aktuell bestehenden Risikofaktoren ignoriert werden", differenziere Kreckel seine Analyse. Er empfehle aber, den permanenten Strom von Risiken, die an den Märkten diskutiert würden, gelassener zu nehmen, in einer Phase, in der sich die Wirtschaft in der Mitte ihrer Aufschwungsphase befinde, sodass auch die Gefahr einer Rezession entsprechend gering sei, als zu einem Zeitpunkt, zu dem sich der Konjunkturaufschwung erkennbar seinem Ende zuneige.
"Die entscheidende Frage ist immer: Kann ein bestimmter Faktor eine Rezession auslösen oder zumindest das zukünftige Wachstum nachhaltig negativ beeinflussen? Wenn die Antwort "nein" oder "nur wenig" ist, sollten wir unsere Einschätzung, dass wir mitten drin sind im Konjunkturzyklus, beibehalten." (01.06.2015/fc/a/m)
"Unsere Analysen haben ergeben, dass Aktien historisch gesehen die höchsten risikoadjustierten Erträge in konjunkturellen Aufschwungphasen abwerfen - und die schlechtesten, wenn die Wirtschaft schrumpft", fasse Lars Kreckel das Ergebnis eigener Untersuchungen zusammen. Vor diesem Hintergrund sei es wenig erstaunlich, dass Bullenmärkte vor allem dann enden würden, wenn die Wirtschaft innerhalb der darauffolgenden Monate in eine Rezession rutsche.
"Intuitiv scheint es also einen Zusammenhang zwischen Aktienerträgen und Konjunkturzyklen zu geben", sage Kreckel. "Aber es sollte betont werden, dass es vielmehr die Unternehmensgewinne sind, die die wirkliche Verbindung darstellen." Ein Blick in die Wirtschaftshistorie zeige Kreckel zufolge, dass alle negativen Ereignisse, die einen starken Rückgang zukünftiger Erträge bewirken würden, unmittelbar zu einer Neubewertung und Preiskorrektur bei Aktien geführt hätten. Dagegen würden sich aus anderen Faktoren, die die LGIM-Experten untersucht hätten - die Dauer einer Haussephase oder die Höhe der Aktienbewertungen - keine Rückschlüsse auf einen Trendwechsel an den Aktienbörsen ziehen lassen.
"Genauso wichtig wie das Ende eines Bullenmarktes richtig einzuschätzen ist es für Anleger allerdings auch zu vermeiden, dieses Ende vorzeitig zu prognostizieren", beschreibe Kreckel ein Grunddilemma. Dem LGIM-Experten zufolge zeige sich bei einer genauen Betrachtung rezessiver Phasen, dass die Aktienkurse den Konjunktureinbruch im Schnitt etwa sechs Monate vorher antizipieren und die Kurse einbrechen würden.
"Zu jeder Zeit gibt es eine lange Liste von Faktoren, über die sich die Investoren Sorgen machen können. Ein Rückblick auf die vergangenen zweieinhalb Jahre zeigt aber, dass diese die Aktienkurse nur wenig, und wenn dann höchstens fünf bis zehn Prozent im Durchschnitt, meist aber überhaupt nicht bewegt haben. Die Kräfte des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Anstieg der Unternehmensgewinne haben alles andere überlagert."
Für Investoren ergebe sich daraus, dass es sinnvoll sei, langfristig auf Aktien zu setzen anstatt zu versuchen, das perfekte Timing für Ein- und Ausstieg zu erwischen. "Unsere Analysen zeigen, dass ein Anleger, der es schafft, stets auf dem Hochpunkt vor einem Kurseinbruch zu verkaufen und dann im Zuge der Korrektur wieder einzusteigen, auf eine Rendite von etwa acht Prozent kommt. Wer allerdings diese zeitlichen Optimalpunkte nur um vier Tage verpasst, kommt nur auf drei Prozent", warne Kreckel. "Es braucht also nicht viel, um Vermögenswert zu vernichten."
Die Schwierigkeit für die Investoren indes bleibe: Sie müssten tagtäglich in ihrer Anlagepraxis entscheiden, wie gravierend ein bestimmtes Risiko für die Konjunktur- und damit die Aktienkursentwicklung sei. "Natürlich sollte keiner der aktuell bestehenden Risikofaktoren ignoriert werden", differenziere Kreckel seine Analyse. Er empfehle aber, den permanenten Strom von Risiken, die an den Märkten diskutiert würden, gelassener zu nehmen, in einer Phase, in der sich die Wirtschaft in der Mitte ihrer Aufschwungsphase befinde, sodass auch die Gefahr einer Rezession entsprechend gering sei, als zu einem Zeitpunkt, zu dem sich der Konjunkturaufschwung erkennbar seinem Ende zuneige.
"Die entscheidende Frage ist immer: Kann ein bestimmter Faktor eine Rezession auslösen oder zumindest das zukünftige Wachstum nachhaltig negativ beeinflussen? Wenn die Antwort "nein" oder "nur wenig" ist, sollten wir unsere Einschätzung, dass wir mitten drin sind im Konjunkturzyklus, beibehalten." (01.06.2015/fc/a/m)


