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Henderson Credit Alpha Fund: Folgen der Negativzinsen für die Kreditmärkte - Fondsanalyse
01.03.16 11:07
Henderson Global Investors
London (www.fondscheck.de) - Die erste Zinssenkung der Europäischen Zentralbank in negatives Terrain im Juni 2014 stieß auf große Zustimmung an den Unternehmensanleihemärkten, so Stephen Thariyan und Tom Ross, Manager des Henderson Credit Alpha Fund.
Die Folge seien umfangreiche Kapitalzuflüsse in den europäischen Investment-Grade-Markt in der zweiten Jahreshälfte sowie Anfang 2015 gewesen, denn Anleger habe es in Scharen in diese annehmbar verzinste, vermeintlich risikoarme Asset-Klasse gezogen. Zugleich seien die Staatsanleiherenditen immer weiter in den Minusbereich gefallen. Von Hochzinsanleihen habe man sich nach wie vor eine bessere Wertentwicklung versprochen. Aber mit dem Einstieg in die quantitative Lockerung (QE) im März 2015 hätten sich die Spreads geweitet, d.h. der Renditeabstand von Unternehmensanleihen gegenüber vergleichbaren Staatsanleihen. Der Kapitalstrom sei zusehends ins Stocken geraten, die Kaufwelle bei europäischen Unternehmensanleihen sei abgeebbt und Renditemüdigkeit habe sich breitgemacht.
Nun, da weitere Zentralbanken auf den Zug mit Minuszinsen aufgesprungen seien, besinne man sich an den Märkten langsam wieder auf die Fundamentaldaten und den Kreditzyklus und rücke ab von der Suche nach "Rendite um jeden Preis".
An den Unternehmensanleihemärkten liebe man stetiges Wachstum und fürchte Sorgen um die Konjunktur. Sollten die Zinsen aufgrund von Wachstumsängsten weiter gesenkt werden, könnten Unternehmensanleihen dem Markt erneut hinterherlaufen.
Die Experten hätten eigentlich gehofft, dass Hochzinsanleihen aus Europa ihren Trend aus 2015 fortsetzen und Investment-Grade-Anleihen nicht zuletzt wegen ihrer extrem niedrigen Renditen wieder hinter sich lassen würden. Aber seit Jahresbeginn würden Letztere eine bessere Performance verglichen mit Hochzinsanleihen aus Europa und den USA erzielen. Die auf die niedrigen Ölpreise zurückzuführende Schwäche am amerikanischen High-Yield-Markt habe inzwischen auch den europäischen Markt erfasst. Investment-Grade-Unternehmensanleihen hätten dagegen als Reaktion auf die Bewegungen an den Staatsanleihemärkten positive Gesamtrenditen verbucht. Insgesamt würden sie wesentlich empfindlicher auf Zinsänderungen als der Hochzinsmarkt mit seinen kürzeren Durationen reagieren.
Mit der Einführung von Minuszinsen sei die große Hoffnung verbunden gewesen, sie würden die Unternehmen zu mehr Investitionen und die Banken zu stärkerer Kreditvergabe ermuntern und damit das Wachstum ankurbeln. Aber gerade in Europa sei davon bislang kaum etwas zu spüren. Nach Überzeugung der Experten befinde sich der alte Kontinent immer noch in der Erholungsphase des Kreditzyklus. Und in dieser würden sich die Unternehmen darauf konzentrieren, ihren Schuldenberg abzutragen, statt zu investieren. Wäre es umgekehrt, würde man vermutlich weniger über die Notwendigkeit weiterer Zinssenkungen diskutieren.
Europas Banken hätten besonders unter den jüngsten Marktturbulenzen gelitten, und zwar an den Aktien- und Anleihenmärkten gleichermaßen. Die Liste der Sorgen mit Blick auf die Bankenbranche sei lang. Eine Befürchtung habe jedoch den zuletzt gesehenen Ausverkauf besonders verstärkt, nämlich dass es den Geldhäusern schwerer fallen dürfte, in einem Umfeld mit Minuszinsen Geld zu verdienen. Niedrige bzw. negative Zinsen seien nicht dazu angetan, zum Sparen zu ermuntern. Zudem seien die Zinsmargen nicht mehr so üppig wie früher.
Darüber hinaus seien die jüngsten Zinssenkungen von einer Abflachung der Renditekurven begleitet worden: Steilere Renditekurven würden jedoch gemeinhin als günstigere Rahmenbedingungen für Banken gelten. In den USA hätten sich ferner die Spreads von Bankanleihen zuletzt geweitet, denn die Sorge wachse, die US-Notenbank könnte sich auf absehbare Zeit aufs Abwarten verlegen. Negative oder niedrigere Zinsen könnten auch Versicherungen zu schaffen machen, wenngleich in geringerem Maße als Banken, seien sie doch im Allgemeinen weniger hoch verschuldet. Unter Druck geraten würden jedoch vermutlich kleinere Versicherer mit hohem Anteil an Garantieprodukten. Minuszinsen würden es ihnen erheblich erschweren, ihren Versicherten die garantierten Renditen zu zahlen. Größere und breiter aufgestellte Versicherungen dürften damit deutlich besser zurechtkommen.
Eine neuerliche Senkung des Einlagenzinses durch die EZB um 10 Basispunkte werde die Unternehmensanleihemärkte vermutlich kaum tangieren. Gehe die Rally bei Staatsanleihen weiter, könnten auch IG-Unternehmensanleihen erneut positive Gesamtrenditen generieren. Mit Ersteren würden sie aber vermutlich nicht Schritt halten können.
Eine EZB-Maßnahme, die Unternehmensanleihen eine überdurchschnittliche Performance bescheren könnte, wäre vermutlich die Ausdehnung des QE-Programms auf weitere Segmente des IG-Unternehmensanleihemarktes ähnlich wie Ende Juni 2015. Die Experten würden die weitere Entwicklung jedenfalls sehr aufmerksam beobachten.
Stephen Thariyan und Tom Ross managen zudem den Henderson Horizon Euro Corporate Bond Fund (ISIN LU0451950314 / WKN A0YB5H, A2 Acc EUR), den Henderson Horizon Euro High Yield Bond Fund (ISIN LU0828815570 / WKN A1J4LV, A2 Acc EUR), den Henderson Horizon Global Corporate Bond Fund (ISIN LU1120392953 / WKN A12DP0, A2 Acc EUR) und den Henderson Horizon Global High Yield Bond Fund (ISIN LU0978624194 / WKN A1W8VU, A2 Acc USD). (Analyse vom 22.02.2016) (01.03.2016/fc/a/f)
Die Folge seien umfangreiche Kapitalzuflüsse in den europäischen Investment-Grade-Markt in der zweiten Jahreshälfte sowie Anfang 2015 gewesen, denn Anleger habe es in Scharen in diese annehmbar verzinste, vermeintlich risikoarme Asset-Klasse gezogen. Zugleich seien die Staatsanleiherenditen immer weiter in den Minusbereich gefallen. Von Hochzinsanleihen habe man sich nach wie vor eine bessere Wertentwicklung versprochen. Aber mit dem Einstieg in die quantitative Lockerung (QE) im März 2015 hätten sich die Spreads geweitet, d.h. der Renditeabstand von Unternehmensanleihen gegenüber vergleichbaren Staatsanleihen. Der Kapitalstrom sei zusehends ins Stocken geraten, die Kaufwelle bei europäischen Unternehmensanleihen sei abgeebbt und Renditemüdigkeit habe sich breitgemacht.
Nun, da weitere Zentralbanken auf den Zug mit Minuszinsen aufgesprungen seien, besinne man sich an den Märkten langsam wieder auf die Fundamentaldaten und den Kreditzyklus und rücke ab von der Suche nach "Rendite um jeden Preis".
An den Unternehmensanleihemärkten liebe man stetiges Wachstum und fürchte Sorgen um die Konjunktur. Sollten die Zinsen aufgrund von Wachstumsängsten weiter gesenkt werden, könnten Unternehmensanleihen dem Markt erneut hinterherlaufen.
Die Experten hätten eigentlich gehofft, dass Hochzinsanleihen aus Europa ihren Trend aus 2015 fortsetzen und Investment-Grade-Anleihen nicht zuletzt wegen ihrer extrem niedrigen Renditen wieder hinter sich lassen würden. Aber seit Jahresbeginn würden Letztere eine bessere Performance verglichen mit Hochzinsanleihen aus Europa und den USA erzielen. Die auf die niedrigen Ölpreise zurückzuführende Schwäche am amerikanischen High-Yield-Markt habe inzwischen auch den europäischen Markt erfasst. Investment-Grade-Unternehmensanleihen hätten dagegen als Reaktion auf die Bewegungen an den Staatsanleihemärkten positive Gesamtrenditen verbucht. Insgesamt würden sie wesentlich empfindlicher auf Zinsänderungen als der Hochzinsmarkt mit seinen kürzeren Durationen reagieren.
Europas Banken hätten besonders unter den jüngsten Marktturbulenzen gelitten, und zwar an den Aktien- und Anleihenmärkten gleichermaßen. Die Liste der Sorgen mit Blick auf die Bankenbranche sei lang. Eine Befürchtung habe jedoch den zuletzt gesehenen Ausverkauf besonders verstärkt, nämlich dass es den Geldhäusern schwerer fallen dürfte, in einem Umfeld mit Minuszinsen Geld zu verdienen. Niedrige bzw. negative Zinsen seien nicht dazu angetan, zum Sparen zu ermuntern. Zudem seien die Zinsmargen nicht mehr so üppig wie früher.
Darüber hinaus seien die jüngsten Zinssenkungen von einer Abflachung der Renditekurven begleitet worden: Steilere Renditekurven würden jedoch gemeinhin als günstigere Rahmenbedingungen für Banken gelten. In den USA hätten sich ferner die Spreads von Bankanleihen zuletzt geweitet, denn die Sorge wachse, die US-Notenbank könnte sich auf absehbare Zeit aufs Abwarten verlegen. Negative oder niedrigere Zinsen könnten auch Versicherungen zu schaffen machen, wenngleich in geringerem Maße als Banken, seien sie doch im Allgemeinen weniger hoch verschuldet. Unter Druck geraten würden jedoch vermutlich kleinere Versicherer mit hohem Anteil an Garantieprodukten. Minuszinsen würden es ihnen erheblich erschweren, ihren Versicherten die garantierten Renditen zu zahlen. Größere und breiter aufgestellte Versicherungen dürften damit deutlich besser zurechtkommen.
Eine neuerliche Senkung des Einlagenzinses durch die EZB um 10 Basispunkte werde die Unternehmensanleihemärkte vermutlich kaum tangieren. Gehe die Rally bei Staatsanleihen weiter, könnten auch IG-Unternehmensanleihen erneut positive Gesamtrenditen generieren. Mit Ersteren würden sie aber vermutlich nicht Schritt halten können.
Eine EZB-Maßnahme, die Unternehmensanleihen eine überdurchschnittliche Performance bescheren könnte, wäre vermutlich die Ausdehnung des QE-Programms auf weitere Segmente des IG-Unternehmensanleihemarktes ähnlich wie Ende Juni 2015. Die Experten würden die weitere Entwicklung jedenfalls sehr aufmerksam beobachten.
Stephen Thariyan und Tom Ross managen zudem den Henderson Horizon Euro Corporate Bond Fund (ISIN LU0451950314 / WKN A0YB5H, A2 Acc EUR), den Henderson Horizon Euro High Yield Bond Fund (ISIN LU0828815570 / WKN A1J4LV, A2 Acc EUR), den Henderson Horizon Global Corporate Bond Fund (ISIN LU1120392953 / WKN A12DP0, A2 Acc EUR) und den Henderson Horizon Global High Yield Bond Fund (ISIN LU0978624194 / WKN A1W8VU, A2 Acc USD). (Analyse vom 22.02.2016) (01.03.2016/fc/a/f)
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