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Henderson Euroland Fund: Europäische Aktien - Volatilität schafft Chancen bei Substanzwerten - Fondsanalyse
02.03.16 09:54
Henderson Global Investors
London (www.fondscheck.de) - Viele Kommentatoren haben unlängst darüber spekuliert, ob die weltweiten quantitativen Lockerungsmaßnahmen nicht nur die Vermögenswerte aufblähen, sondern auch die Schwankungen sämtlicher Finanzanlagen dämpfen. Nach den Erfahrungen vom Januar zu schließen scheint die Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen zu normalisieren, aber den gegenteiligen Effekt gehabt zu haben, denn die Kurse sind gefallen und die Volatilität hat zugenommen, so Nick Sheridan, Manager des Henderson Euroland Fund und des Pan European Dividend Income Fund.
Nach Einschätzung des Experten wäre es ein Leichtes, den Januar als neue Erfahrung abzuhaken und sich auf die positiven Faktoren für Vermögenswerte im Euroraum zu konzentrieren. Zu nennen wären die potenziellen Vorteile einer entgegenkommenden Geldpolitik der EZB, die verglichen mit anderen Industriemärkten eher niedrigen Bewertungen, der Spielraum für eine seit Langem überfällige Erholung der Gewinnmargen und die attraktiven Dividendenrenditen europäischer Aktien.
Aber bedauerlicherweise müsse man als Optimist mitunter einen hohen Preis zahlen. Es lohne sich daher aus Sicht des Experten immer, sich auch mit den Widrigkeiten zu beschäftigen und so eine Art Balance herzustellen. Aktien im Euroraum hätten in den letzten Jahren zugelegt, während die Gewinne weitgehend auf der Stelle getreten hätten. Jede Bedrohung für eine allseits erwartete Erholung der Gewinnmargen wäre daher problematisch. Aber just zu dem Zeitpunkt, da Europa auf einem guten Weg zu einer nachhaltigen, wenn auch langsamen Erholung scheine, schwäche sich das Wachstum in China offenbar spürbar ab.
Eine Möglichkeit, die Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt anzukurbeln, wäre die Abwertung des Renminbi. Das aber wäre das Ende der Erholung in Europa. Da China nach wie vor eine Planwirtschaft sei, werde der Wert des Renminbi nicht durch den Markt bestimmt, sondern jegliche Entwicklung letztlich von der Politik vorgegeben. Überdies würden sich die USA in einer Art Zwickmühle befinden. Viele Unternehmen würden die historisch niedrigen Zinsen nutzen, um anstelle von Eigenkapital Kredite aufzunehmen. Die Normalisierung der Zinsen könnte US-Notenbankchefin Janet Yellen daher vor echte Problem stellen.
Vor diesem Hintergrund rechne der Experte bis auf Weiteres mit einer Fortsetzung der starken Schwankungen. Für die Anlegerstimmung sei das zwar generell schlecht. Aber zugleich entstehe dadurch ein Umfeld, in dem man in der Regel mit die besten langfristigen Anlagechancen finde.
Langfristig orientierte Anlagemanager sollten die Unsicherheit als Chance begreifen, statt als etwas, wovor man sich fürchten müsse. Durch die wachsende Nervosität der Aktionäre beginne die Korrelation zwischen den Preisen von Vermögenswerten zu bröckeln. Für aktive Manager, die sich auf die Fundamentaldaten von Unternehmen konzentrieren würden, könnten so attraktive Chancen aufgrund von Fehlbewertungen entstehen.
Ein gutes Beispiel hierfür sei der Autohersteller Renault, dessen Aktie Anfang 2016 unter Verkaufsdruck geraten sei. Zur allgemeinen Unsicherheit am Markt seien Meldungen hinzugekommen, Renaults Motoren - wie die aller anderen Autohersteller in Frankreich - würden nach dem Abgasskandal bei Volkswagen im vergangenen Jahr auf den Prüfstand gestellt. Der Experte sei überzeugt gewesen, dass bei diesen Tests nichts herauskommen würde. Und er sollte recht behalten. Es habe sich dadurch die Chance geboten, die Position auf attraktivem Kursniveau aufzustocken.
Zu der Strategie des Experten gehöre es, in Phasen extrem günstiger Marktbewertungen in der Regel rund 40 Positionen zu halten und damit eine relativ starke Konzentration anzustreben. Wenn er sich über die voraussichtliche, kurzfristige Richtung an den Märkten unsicher sei oder Aktien leicht überteuert erscheinen würden, sei er tendenziell etwas stärker diversifiziert mit rund 50 Aktien.
Aber was den Anlagestil angehe, so würden einige Merkmale der Strategie meist unverändert bleiben. Beim Henderson Horizon Euroland Fund etwa dürfte das prognostizierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die Positionen im Fonds unter dem des Gesamtmarktes liegen. Darin komme die Ausrichtung auf unterbewertete Aktien zum Ausdruck. Das KGV des Fonds liege aktuell im Schnitt bei 14,35, verglichen mit einem Marktdurchschnitt von 14,46 (Stand: 31. Januar 2016). Dagegen sei die Eigenkapitalrendite der Positionen im Allgemeinen höher als am Markt als Ganzes (aktuell 18,4 gegenüber 13,1) bei gleichzeitig besseren operativen Margen (13,8% vs. 13,4%). Bei der Strategie orientiere sich der Experte jedenfalls nicht an einem Beta-Ziel, an einem prognostizierten Tracking Error oder einer aktiven Aktienquote.
Abgesehen von der politischen Situation, insbesondere den Verhandlungen über den Brexit, erscheine die Region relativ stabil. Die Wechselkurse und der aktuell niedrige Ölpreis, die zwar die Deflation schüren würden, aber Verbrauchern und Unternehmen zugutekämen, würden sich insgesamt günstig auswirken. Gleichzeitig würden die Einkaufsmanagerindices weiter auf ein schleppendes Wachstum hindeuten. Die Geldpolitik in Europa werde voraussichtlich extrem stimulierend bleiben, während die Banken großzügiger Kredite vergeben würden. Das dürfte den Binnenkonsum im Euroraum ankurbeln und die Unternehmen dazu ermuntern, mehr zu investitieren.
Das wirtschaftliche Umfeld für den Euroraum sehe der Experte optimistisch. Die größte potenzielle Gefahr für seine Erwartungen seien externe Schocks. An erster Stelle zu nennen wären eine wirtschaftliche Abkühlung oder einer Abwertung der Währung in China oder eine Flaute am US-Markt, verursacht durch die wegen hoher Kreditkosten schrumpfenden Gewinne. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass Anlagen in einer Region nie immun gegen Entwicklungen in anderen Teilen der Welt seien und kurzzeitige Schwankungen normalerweise alle Märkte erfassen würden, wenn sie nicht politischen Ursprungs seien. Andererseits seien die Aktionärsrenditen langfristig betrachtet von den Gewinnen abhängig, die die Unternehmen mit ihren Vermögenswerten erwirtschaften würden. Und in dieser Hinsicht scheine sich die Eurozone zu erholen.
Neben der Konjunkturlage nutze der Experte unter anderem das Shiller-KGV als langfristige Kennzahl, um das Wertpotenzial am Markt einzuschätzen. Diese Bewertungskennzahl werde auf große Aktienindizes angewendet und messe den Gewinn je Aktie über einen Zeitraum von zehn Jahren. Das Shiller-KGV verharre nach wie vor deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt und deute damit längerfristig überdurchschnittliche Erträge für Anleger im Euroraum an. (Analyse vom 01.03.2016) (02.03.2016/fc/a/f)
Nach Einschätzung des Experten wäre es ein Leichtes, den Januar als neue Erfahrung abzuhaken und sich auf die positiven Faktoren für Vermögenswerte im Euroraum zu konzentrieren. Zu nennen wären die potenziellen Vorteile einer entgegenkommenden Geldpolitik der EZB, die verglichen mit anderen Industriemärkten eher niedrigen Bewertungen, der Spielraum für eine seit Langem überfällige Erholung der Gewinnmargen und die attraktiven Dividendenrenditen europäischer Aktien.
Aber bedauerlicherweise müsse man als Optimist mitunter einen hohen Preis zahlen. Es lohne sich daher aus Sicht des Experten immer, sich auch mit den Widrigkeiten zu beschäftigen und so eine Art Balance herzustellen. Aktien im Euroraum hätten in den letzten Jahren zugelegt, während die Gewinne weitgehend auf der Stelle getreten hätten. Jede Bedrohung für eine allseits erwartete Erholung der Gewinnmargen wäre daher problematisch. Aber just zu dem Zeitpunkt, da Europa auf einem guten Weg zu einer nachhaltigen, wenn auch langsamen Erholung scheine, schwäche sich das Wachstum in China offenbar spürbar ab.
Eine Möglichkeit, die Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt anzukurbeln, wäre die Abwertung des Renminbi. Das aber wäre das Ende der Erholung in Europa. Da China nach wie vor eine Planwirtschaft sei, werde der Wert des Renminbi nicht durch den Markt bestimmt, sondern jegliche Entwicklung letztlich von der Politik vorgegeben. Überdies würden sich die USA in einer Art Zwickmühle befinden. Viele Unternehmen würden die historisch niedrigen Zinsen nutzen, um anstelle von Eigenkapital Kredite aufzunehmen. Die Normalisierung der Zinsen könnte US-Notenbankchefin Janet Yellen daher vor echte Problem stellen.
Vor diesem Hintergrund rechne der Experte bis auf Weiteres mit einer Fortsetzung der starken Schwankungen. Für die Anlegerstimmung sei das zwar generell schlecht. Aber zugleich entstehe dadurch ein Umfeld, in dem man in der Regel mit die besten langfristigen Anlagechancen finde.
Ein gutes Beispiel hierfür sei der Autohersteller Renault, dessen Aktie Anfang 2016 unter Verkaufsdruck geraten sei. Zur allgemeinen Unsicherheit am Markt seien Meldungen hinzugekommen, Renaults Motoren - wie die aller anderen Autohersteller in Frankreich - würden nach dem Abgasskandal bei Volkswagen im vergangenen Jahr auf den Prüfstand gestellt. Der Experte sei überzeugt gewesen, dass bei diesen Tests nichts herauskommen würde. Und er sollte recht behalten. Es habe sich dadurch die Chance geboten, die Position auf attraktivem Kursniveau aufzustocken.
Zu der Strategie des Experten gehöre es, in Phasen extrem günstiger Marktbewertungen in der Regel rund 40 Positionen zu halten und damit eine relativ starke Konzentration anzustreben. Wenn er sich über die voraussichtliche, kurzfristige Richtung an den Märkten unsicher sei oder Aktien leicht überteuert erscheinen würden, sei er tendenziell etwas stärker diversifiziert mit rund 50 Aktien.
Aber was den Anlagestil angehe, so würden einige Merkmale der Strategie meist unverändert bleiben. Beim Henderson Horizon Euroland Fund etwa dürfte das prognostizierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für die Positionen im Fonds unter dem des Gesamtmarktes liegen. Darin komme die Ausrichtung auf unterbewertete Aktien zum Ausdruck. Das KGV des Fonds liege aktuell im Schnitt bei 14,35, verglichen mit einem Marktdurchschnitt von 14,46 (Stand: 31. Januar 2016). Dagegen sei die Eigenkapitalrendite der Positionen im Allgemeinen höher als am Markt als Ganzes (aktuell 18,4 gegenüber 13,1) bei gleichzeitig besseren operativen Margen (13,8% vs. 13,4%). Bei der Strategie orientiere sich der Experte jedenfalls nicht an einem Beta-Ziel, an einem prognostizierten Tracking Error oder einer aktiven Aktienquote.
Abgesehen von der politischen Situation, insbesondere den Verhandlungen über den Brexit, erscheine die Region relativ stabil. Die Wechselkurse und der aktuell niedrige Ölpreis, die zwar die Deflation schüren würden, aber Verbrauchern und Unternehmen zugutekämen, würden sich insgesamt günstig auswirken. Gleichzeitig würden die Einkaufsmanagerindices weiter auf ein schleppendes Wachstum hindeuten. Die Geldpolitik in Europa werde voraussichtlich extrem stimulierend bleiben, während die Banken großzügiger Kredite vergeben würden. Das dürfte den Binnenkonsum im Euroraum ankurbeln und die Unternehmen dazu ermuntern, mehr zu investitieren.
Das wirtschaftliche Umfeld für den Euroraum sehe der Experte optimistisch. Die größte potenzielle Gefahr für seine Erwartungen seien externe Schocks. An erster Stelle zu nennen wären eine wirtschaftliche Abkühlung oder einer Abwertung der Währung in China oder eine Flaute am US-Markt, verursacht durch die wegen hoher Kreditkosten schrumpfenden Gewinne. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass Anlagen in einer Region nie immun gegen Entwicklungen in anderen Teilen der Welt seien und kurzzeitige Schwankungen normalerweise alle Märkte erfassen würden, wenn sie nicht politischen Ursprungs seien. Andererseits seien die Aktionärsrenditen langfristig betrachtet von den Gewinnen abhängig, die die Unternehmen mit ihren Vermögenswerten erwirtschaften würden. Und in dieser Hinsicht scheine sich die Eurozone zu erholen.
Neben der Konjunkturlage nutze der Experte unter anderem das Shiller-KGV als langfristige Kennzahl, um das Wertpotenzial am Markt einzuschätzen. Diese Bewertungskennzahl werde auf große Aktienindizes angewendet und messe den Gewinn je Aktie über einen Zeitraum von zehn Jahren. Das Shiller-KGV verharre nach wie vor deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt und deute damit längerfristig überdurchschnittliche Erträge für Anleger im Euroraum an. (Analyse vom 01.03.2016) (02.03.2016/fc/a/f)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| LU0011889846 | 989226 | 95,24 € | 74,03 € | |
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