High Yield-Fonds im Fokus


09.03.09 15:35
FONDS exklusiv

Wien (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "FONDS exklusiv" nehmen High Yield-Fonds unter die Lupe.

Zwar würden High Yields wenig schmeichelhaft als Junk Bonds (Ramschanleihen) bezeichnet, aber in den vergangenen fünf Jahren habe die jährliche Ausfallquote dieser Anleihen deutlich unter fünf Prozent gelegen. Der Rest der Schuldner - Unternehmen mit nicht allzu guter Bonität - habe brav seine Zinsen gezahlt. Und zwar nicht zu knapp - denn wer weniger solide sei, müsse mehr bieten, damit Investoren Geld zur Verfügung stellen würden.

Doch jetzt würden wir eine Weltrezession erleben, die den vorangegangenen Abschwung 2002/2003 in den Schatten stelle. Dabei seien schon damals über zehn Prozent der High Yields ausgefallen. Wolle man da wirklich in Anleihen des angeschlagenen Autobauers Ford investieren? Oder dem Casinobetreiber MGM Mirage Geld leihen, nachdem Donald Trumps Casinos Gläubigerschutz beantragt hätten? Der Goldman Sachs High Yield Portfolio investiere in diese und mehr als 600 weitere Hochzinsanleihen. Mit gutem Grund.

Die Kalkulation sehe so aus: Sicherlich werde der eine oder andere Schuldner mit niedriger Bonität die Weltrezession nicht überstehen. Aber die Marktteilnehmer würden derzeit davon ausgehen, dass die Mehrheit scheitern werde. "Bei Anleihen mit einem Rating im Single-B-Bereich, immerhin eine Stufe über der niedrigsten Kreditwürdigkeit C, beträgt der Renditeabstand zu Staatsanleihen nahezu 1.600 Basispunkte, also 16 Prozentpunkte", sage Michael Grüner, Executive Director von Goldman Sachs Asset Management in Deutschland. "Rechnet man diesen Spread um, ist eine Ausfallrate von 80 Prozent über die kommenden Jahre in High Yields eingepreist. Dieses Szenario kommt einem Weltuntergang gleich."

Grüner glaube dagegen daran, dass sich die Welt weiterdrehe und für High Yields 2009 ein gutes Jahr werde. "Tatsächlich hat die Assetklasse Hochzinsanleihen mit einem Wertzuwachs von sechs Prozent in den ersten acht Wochen des Jahres einen sehr guten Start erwischt", sage der Stratege. "Das ist aber erst der Anfang. Wenn man sich ansieht, wie der Wert von Hochzinsanleihen früher nach Krisenjahren gestiegen ist, wird das enorme Potenzial deutlich." Klar zweistellige Renditen aus Zinszahlungen und Kursgewinnen seien realistisch.

Zum Einstieg biete sich beispielsweise der Goldman Sachs Global High Yield Portfolio an, der vom sehr erfahrenen Anleihestrategen Andrew Jessop gemanagt werde. Regelmäßig gute Ergebnisse würden außerdem die Fonds Schroder ISF Global High Yield und der Threadneedle European High Yield Bond erzielen. Die Fonds von Goldman Sachs und Threadneedle seien währungsgesichert.

Sollte sich Ende 2009/Anfang 2010 eine Bodenbildung bei der Konjunktur abzeichnen, hätten High Yields ein sehr hohes Gewinnpotenzial, so die Experten von "FONDS exklusiv". (Ausgabe 01/2009) (09.03.2009/fc/a/f)






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