High-Yield-Fonds riskant?


30.01.04 13:11
Morningstar

Fonds für hochverzinsliche Anleihen blicken auf einige erfolgreiche Jahre zurück, und erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die höheren Zinsausschüttungen gibt es jedoch nicht umsonst, meint Kai Wiecking, Fondsanalyst bei Morningstar Deutschland.

Das eherne Gesetz, das mehr Rendite auch mehr Risiko bedeute, gelte selbstverständlich auch für die neudeutsch High-Yield-Fonds genannten Produkte. Angesichts seit Jahren kaum sinkender und im Staatsanleihensektor kaum noch attraktiver Zinssätze seien die oft auch abfällig als Junk Bonds, also Schrottanleihen bezeichneten Hochzinsler verstärkt in den Blickpunkt zunächst der Institutionellen, aber auch der Privatanleger gerückt.

84 Fonds der Kategorie Anleihen Euro hochverzinslich seien in Deutschland verfügbar. Die durchschnittliche Wertentwicklung der Kategorie betrage über drei Jahre exakt Null Komma Null. Das höre sich nicht sehr aufregend an. Tatsächlich habe etwa die Kategorie "Öffentliche Anleihen Euro" im gleichen Zeitraum kumuliert 16,6 Prozent Rendite erreicht. Dabei liege die Volatilität über diesen Zeitraum bei einer Standardabweichung von 11,5 Prozent p.a. fast schon im Bereich konservativer Aktienfonds, die Staatspapiere würden mit nur 3,5 Prozent ganz erheblich darunter liegen. Das eingegangene Risiko sei also nicht belohnt worden.

Sieben Fonds würden von Morningstar in dieser Gruppe zurzeit mit fünf Sternen bewertet, zwei davon seien in Deutschland zum Vertrieb zugelassen: der BB-Multizins-Invest sowie der Robeco High Yield Bonds EUR.

Der Multizins-Invest setze fast ausschließlich auf osteuropäische Beitrittsländer, wolle also die Konvergenzeffekte polnischer, tschechischer, ungarischer und anderer Anleihen mitnehmen. Konvergenz bedeute in diesem Zusammenhang, dass die Zinsen in diesen Ländern stetig sinken und sich dem Niveau des Euroraumes annähern würden. Da Zinsen und Preise von Anleihen sich immer in entgegengesetzter Richtung bewegen würden, seien Kursgewinne vorprogrammiert, ein sogenanntes "free lunch". Dieser Effekt sei jedoch mittlerweile weitgehend ausgereizt. Ein Grund, warum der Fonds nach drei Jahren in der Spitzengruppe im vergangenen Jahr zu den schlechtesten der Kategorie gehört habe. Details zu Bonität und Duration des Portfolios würden Morningstar von BB-Invest leider nicht zur Verfügung gestellt.

Der Robeco High Yield Bonds EUR hingegen sei ein klassischer Hochzinsfonds. 97 Prozent der Anleihen im Portfolio hätten Bonitäten niedriger als BBB, 55 Prozent seien gar niedriger als B gerated. Zudem werde ausschließlich in Unternehmensanleihen investiert. Mit 201 Positionen sei das Portfolio sehr breit gestreut. Mit einer effektiven Duration von 4,6 Jahren bewege sich die Zinssensibilität im mittleren Bereich. Beeindruckend sei die Konstanz der Ergebnisse: in jedem der vergangenen fünf Jahre sei der Fonds immer im oberen Viertel der Kategorie nach Rendite gelandet.

Angesichts der stark gesunkenen Spreads, also Zinsaufschläge gegenüber Anleihen mit hohen Bonität, sei diese Anlagekategorie zumindest kurzfristig sicher mir mehr Risiken als Chancen behaftet. Wer jedoch auf wirklich lange Sicht einen Kick für sein Anleihenportfolio suche, komme um diese Fonds kaum herum.






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
25,16 € 25,16 € -   € 0,00% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009786061 978606 25,18 € 22,99 €
Werte im Artikel
25,16 plus
0,00%
170,96 minus
-0,04%