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Index-Zusammensetzung bei Themen-ETFs entscheidend


25.05.21 14:08
Legal & General IM

London (www.fondscheck.de) - Themen-ETFs bilden Indizes - physisch oder synthetisch - ab. Das weiß jeder, der sich mit Geldanlage etwas auskennt. Philipp von Königsmarck, Leiter des Wholesale-Geschäfts in Deutschland und Österreich bei Legal & General Investment Management (LGIM), erklärt, wie sich Indizes unterscheiden und worauf Anleger bei der Auswahl achten sollten.

Es gebe Themen-ETFs, deren zehn größte Positionen bis zu 50 Prozent des Gesamtportfolios ausmachen würden. Wenn ein paar Titel aus den Top 10 stark im Preis steigen würden, würden sich Anleger natürlich freuen, weil es die Gesamtperformance des Investments erhöhe. Wenn deren Kurs allerdings ins Negative drehe, könne diese starke Gewichtung auch Frust bereiten. Denn dann würden die Titel die Wertentwicklung des Portfolios verhältnismäßig stark nach unten ziehen.

Derartige Strategien würden darauf zielen, durch die höhere Gewichtung bestimmter Titel eine Mehrrendite zum Markt zu erreichen. Das unterstelle, dass die Anbieter wissen würden, welche Unternehmen im Markt die besten Erträge in Zukunft generieren würden, die sich dann in einem entsprechenden Kurs widerspiegeln würden. Ein solcher Ansatz biete sich eher für reife Märkte an, in denen sich schon abgezeichnet habe, welche Unternehmen die Nase vorne hätten.

Besonders in Wachstumsmärkten der Zukunft, die heute noch am Anfang ihrer Entwicklung stünden, wie zum Beispiel Wasserstoff, E-Commerce oder Robotik, sei ein solcher Ansatz jedoch schwierig. Denn niemand könne in einem jungen Markt mit Sicherheit sagen, wer die Gewinner von morgen sein würden. Der Markt junger Zukunftstechnologien sei hochdynamisch. Neue Produkte und Technologien kämen hinzu, Unternehmen würden gegründet, wachsen, kooperieren und fusionieren.

Daher biete sich hier eher die Gleichgewichtung der Titel in einem ETF an, wodurch der Markt bestmöglich abgedeckt werde, um am Wachstum aller Titel gleichermaßen zu profitieren und Konzentrationsrisken im Portfolio zu senken. Dabei sollten Anleger darauf achten, dass es in regelmäßigen Abständen eine Überprüfung der Gewichtung und gegebenenfalls Anpassung der einzelnen Titel gebe (das so genannte Rebalancing). Der Vorteil: Gewinne würden so mitgenommen und die Gewichtung der schlechter gelaufenen Titel wieder angepasst. Denn je nachdem, wie sich der Kurs jedes einzelnen Unternehmens entwickele - könne dies zu einer Über- oder Untergewichtung im Portfolio führen. (25.05.2021/fc/a/e)