Industriemetalle China importiert weniger Kupfer


10.03.11 15:38
Commerzbank Corp. & Markets

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - China hat im Februar so wenig Kupfer- und Kupferprodukte importiert wie seit zwei Jahren nicht mehr, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Die Einfuhren seien im Vergleich zum Vorjahr um 27% auf 235,5 Tsd. Tonnen gesunken. Dies sei auf mehrere Gründe zurückzuführen: Zum einen seien die Wirtschaftsaktivitäten im Land aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes für eine Woche fast vollkommen zum Erliegen gekommen. Zum anderen sei die Prämie des Kupferpreises in Shanghai gegenüber dem in London in den letzten Monaten nahezu vollständig abgebaut worden bzw. der Preis in Shanghai habe phasenweise bereits sogar über dem LME-Preis gelegen, so dass kaum noch Arbitragemöglichkeiten bestanden hätten.

Ein weiterer Grund seien die hohen Preise, die Käufer zunehmend zurückhaltender würden lassen und darüber hinaus aktuell verstärkt auf Kupferschrott zurückgreifen. Dies spiegle sich auch in steigenden Lagerbeständen wider.

Dennoch sollten die heutigen Daten nicht überbewertet werden. Die Preisentwicklung heute Morgen - Kupfer gebe im Einklang mit den anderen Metallen nur leicht nach - zeige, dass die Marktteilnehmer offenbar davon überzeugt seien, dass die Metallnachfrage Chinas hoch bleiben werde. Dies werde von Aussagen der beiden größten chinesischen Kupferproduzenten, Jiangxi Copper (ISIN CNE1000003K3/ WKN A0M4YE) und Tongling Nonferrous Metals Group, bestätigt. Jiangxi erwarte für dieses Jahr einen Anstieg der Nachfrage um 7%, Tongling gehe vom höchsten Verbrauch seit vier Jahren aus. Die aktuell niedrigeren Preise dürften zu vermehrten Käufen genutzt werden. (10.03.2011/ac/a/m)