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Intern. Aktienmärkte recht optimistischer Ausblick
07.01.08 11:11
GECAM
Wangen (aktiencheck.de AG) - Die amerikanische Notenbank FED hätte es den Anlegern etwas leichter machen können, hat sie aber nicht - der Leitzins in den USA wurde nur wie erwartet um 0,25 Prozent zurückgenommen, so die Experten von GECAM.
Der Startschuss für die Endjahresrally sei dadurch etwas später als erwartet gefallen. Allerdings habe vor allem der DAX in den letzten Tagen vor Silvester noch einmal tief Luft geholt, was vor allem daran liege, dass die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) langsam greifen würden: Die Frankfurter hätten gemeinsam mit anderen Notenbanken den Kapitalmarkt erneut geflutet. Die Aktion habe ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Interbankenzinsen seien erstmals seit drei Monaten wieder gefallen. Das Vertrauen in die Aktie als Geldanlage sei zurückgekehrt. Die konzertierte Aktion der Notenbanken, die weltweit signalisiert hätten, die immer noch fehlende Liquidität unter den Banken wenn nötig aus eigenen Mitteln bereitzustellen, habe wie Balsam gewirkt, was die Kurse angetrieben habe.
Der von US-Banken geplante Superfonds zur Abfederung der Folgen der Kreditkrise sei geplatzt. Allerdings sei das nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Die Institute hätten offenbar das Gefühl, der Krise alleine Herr zu werden. So habe die Citigroup ihre Subprime-Papiere in die eigene Bilanz genommen, was laut Goldman Sachs zu Abschreibungen von mehr als 18 Milliarden Euro führen könnte. Das wäre zwar bitter, aber wenn die Sache danach ausgestanden sei, könne die Bank wohl damit leben. Optimisten sähen indes die Immobilienkrise schon wieder als überstanden an. Manche Analysten würden gar davon ausgehen, dass eine Welle von Fusionen in der US-Bankenwelt anstehe, was in der Regel für ordentliche Kursbewegungen sorgen dürfte.
Ölpreis, Währungskapriolen und Krisen hätten es allen Investmenthäusern schwer gemacht, im Jahr 2007 konstante Gewinne einzufahren. Wie in anderen Ländern habe der Aktienmarkt auch in Deutschland ein verzerrtes Bild gezeichnet. Während der DAX mit dem Sprung über 8.000 Punkte die Marschrichtung für das neue Jahr vorgegeben habe, täten sich die Nebenwerte schwer. Der MDAX habe sich sehr volatil gezeigt, der SDAX sei auf Jahressicht mit mehr als sieben Prozent im Minus - sei zwischen Januar und Dezember aber zwischen minus 10 Prozent und plus 20 Prozent geschwankt.
Wie es hierzulande weitergehe, sei auch eine Frage der USD/Euro-Entwicklung. Das mittelfristige Einpendeln bei einem Wert von 1,40 sorge leider nur für wenig Entspannung. Nach wie vor seien deutsche Exporte damit ungemein teuer. Hinzu komme die Unsicherheit beim Ölpreis. Trotz einer gewissen Entspannung in jüngster Zeit wisse man nie, was in Russland oder in den Krisenherden im Nahen und Mittleren Osten - derzeit vor allem Pakistan - passiere.
Zusätzlich zu den oben genannten volatilen Märkten sei es auch währungsbedingt schwierig gewesen, im Jahr 2007 ordentliche Gewinne einzufahren. Selbst Global Player wie der Templeton Growth Fund (ISIN US8801991048 / WKN 971025) hätten bluten müssen. Nebenwerte hätten sich international schwer getan. Unter anderem sei der Russell 2.000 auf Jahressicht um 14,14 Prozent gefallen. Gewinner seien die defensiven Branchen wie Telekommunikation, Versorger oder Pharmawerte gewesen, die sich in Phasen konjunktureller Abkühlung meist weniger zyklisch verhalten würden. Die GECAM AG sei diesem Trend bereits frühzeitig gefolgt und sei stark im Telekommunikationsbereich investiert gewesen.
Viele Banken würden erwarten, dass die flache Zinsstrukturkurve allmählich am langen Ende wieder nach oben zeige. Grund dafür seien steigende Zinsen im Rentenbereich bei längeren Laufzeiten. Ob die Notenbanken daraus ableiten würden, dass sie am kurzen Ende auf weitere Zinsanhebungen verzichten könnten, sei noch unklar. Denn die Notenbanken sähen sich nach wie vor gefangen in der Zwickmühle zwischen hoher Inflation durch Ölpreis und Geldmengenausweitung einerseits und auf der anderen Seite durch anhaltende Rezessionsgefahren und die noch nicht ausgestandene Liquiditätskrise.
Entscheidend hierbei werde sein, wie der Interbankenmarkt weiterlaufe. Wenn die Subprime-Krise in der Realwirtschaft ankomme, werde es eng. Denn dann könnte es auch den Arbeitsmarkt und den vor allem in den USA so wichtigen Konsum treffen. Aktuelle Zahlen und Prognosen würden allerdings auf eine robuste Realwirtschaft schließen lassen. Eine Garantie sei das nicht.
Der Ausblick für dieses Jahr ist weitaus schwieriger als noch vor zwölf Monaten, als die Rahmenbedingungen klarer schienen, so die Experten von GECAM. Die Deutsche Bundesbank rechne 2008 zwar mit einer Fortsetzung der guten Konjunktur in Deutschland. Das Wachstumstempo werde jedoch mit 1,6 Prozent merklich langsamer ausfallen. Diese Prognose der Notenbank sei damit die bisher schlechteste der in diesen Tagen veröffentlichten Ausblicke: Die bis dahin pessimistischste Prognose sei vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung gekommen, das im Jahr 2008 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent rechne.
Man halte indes weltweit weitere Nachbeben im Finanzsektor für sehr wahrscheinlich, was auch zu Rating-Rückstufungen bei strukturierten Produkten führe und damit allen gefährlich werden könne, die auf Ratings angewiesen seien. Neben Lebensversicherungen und institutionellen Anlegern seien das inzwischen auch Kommunen oder Unternehmen, die am Kapitalmarkt aktiv seien.
Ein Renditeanstieg bei den zehnjährigen Bundesanleihen sei aufgrund der bereits genannten Einflüsse - Inflation, Rohstoffpreise, hohe Lohnabschlüsse - zu erwarten. Aktien würden aber auch im neuen Jahr attraktiver sein als Renten, weil die Unternehmen solide arbeiten würden und gute Zahlen vorlegen würden. Trotz der bekannten Risiken - USD-Schwäche, Subprime, Ölpreis, Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten, das Verhalten Russlands bei der Ölversorgung, Wahlen in vielen deutschen Bundesländern und vor allem die Präsidentschaftswahl in den USA - sei man für die Aktienmärkte nicht pessimistisch. Die Experten von GECAM würden folgende Niveaus im Jahresverlauf 2008 für durchaus möglich halten: DAX - 8.800/9.000 Punkte, Dow Jones - 14.500/14.700, Nikkei - 17.000.
Der recht optimistische Ausblick orientiere sich an mehreren Großereignissen, die in 2008 anstünden. Zum einen sei dies die Sanierung der Banken: Auch wenn derzeit noch viele den schwarzen Peter an die Wand malen würden, würden Staranalysten wie Abby Cohen die größten Risiken für bereits eingepreist halten. Großinvestoren wie Warren Buffett würden sich in großen Mengen einkaufen. Staatsfonds und Notenbanken würden nicht umhinkommen, den Markt weiterhin mit Liquidität zu versorgen. Schließlich seien Fusionen kranker mit gesunden Banken möglich.
Zum anderen seien dies die Wahlen in den USA - traditionell würden die Amerikaner im zweiten Halbjahr Schritt fassen; die notleidenden US-Immobilienbesitzer würden großzügige Steuergeschenke erwarten - und die Olympiade in China: Das Land werde dieses Großereignis wohl nutzen, um sich für internationale Investoren herauszuputzen. Ein politischer Schmusekurs sei sehr wahrscheinlich - einhergehend mit positiven Impulsen für den asiatischen Markt. Ob das allerdings zu einer Aufwertung des Chinesischen Yuan gegenüber dem USD führe, bleibe abzuwarten. (07.01.2008/fc/a/m)
Der Startschuss für die Endjahresrally sei dadurch etwas später als erwartet gefallen. Allerdings habe vor allem der DAX in den letzten Tagen vor Silvester noch einmal tief Luft geholt, was vor allem daran liege, dass die Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) langsam greifen würden: Die Frankfurter hätten gemeinsam mit anderen Notenbanken den Kapitalmarkt erneut geflutet. Die Aktion habe ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Interbankenzinsen seien erstmals seit drei Monaten wieder gefallen. Das Vertrauen in die Aktie als Geldanlage sei zurückgekehrt. Die konzertierte Aktion der Notenbanken, die weltweit signalisiert hätten, die immer noch fehlende Liquidität unter den Banken wenn nötig aus eigenen Mitteln bereitzustellen, habe wie Balsam gewirkt, was die Kurse angetrieben habe.
Der von US-Banken geplante Superfonds zur Abfederung der Folgen der Kreditkrise sei geplatzt. Allerdings sei das nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Die Institute hätten offenbar das Gefühl, der Krise alleine Herr zu werden. So habe die Citigroup ihre Subprime-Papiere in die eigene Bilanz genommen, was laut Goldman Sachs zu Abschreibungen von mehr als 18 Milliarden Euro führen könnte. Das wäre zwar bitter, aber wenn die Sache danach ausgestanden sei, könne die Bank wohl damit leben. Optimisten sähen indes die Immobilienkrise schon wieder als überstanden an. Manche Analysten würden gar davon ausgehen, dass eine Welle von Fusionen in der US-Bankenwelt anstehe, was in der Regel für ordentliche Kursbewegungen sorgen dürfte.
Ölpreis, Währungskapriolen und Krisen hätten es allen Investmenthäusern schwer gemacht, im Jahr 2007 konstante Gewinne einzufahren. Wie in anderen Ländern habe der Aktienmarkt auch in Deutschland ein verzerrtes Bild gezeichnet. Während der DAX mit dem Sprung über 8.000 Punkte die Marschrichtung für das neue Jahr vorgegeben habe, täten sich die Nebenwerte schwer. Der MDAX habe sich sehr volatil gezeigt, der SDAX sei auf Jahressicht mit mehr als sieben Prozent im Minus - sei zwischen Januar und Dezember aber zwischen minus 10 Prozent und plus 20 Prozent geschwankt.
Wie es hierzulande weitergehe, sei auch eine Frage der USD/Euro-Entwicklung. Das mittelfristige Einpendeln bei einem Wert von 1,40 sorge leider nur für wenig Entspannung. Nach wie vor seien deutsche Exporte damit ungemein teuer. Hinzu komme die Unsicherheit beim Ölpreis. Trotz einer gewissen Entspannung in jüngster Zeit wisse man nie, was in Russland oder in den Krisenherden im Nahen und Mittleren Osten - derzeit vor allem Pakistan - passiere.
Zusätzlich zu den oben genannten volatilen Märkten sei es auch währungsbedingt schwierig gewesen, im Jahr 2007 ordentliche Gewinne einzufahren. Selbst Global Player wie der Templeton Growth Fund (ISIN US8801991048 / WKN 971025) hätten bluten müssen. Nebenwerte hätten sich international schwer getan. Unter anderem sei der Russell 2.000 auf Jahressicht um 14,14 Prozent gefallen. Gewinner seien die defensiven Branchen wie Telekommunikation, Versorger oder Pharmawerte gewesen, die sich in Phasen konjunktureller Abkühlung meist weniger zyklisch verhalten würden. Die GECAM AG sei diesem Trend bereits frühzeitig gefolgt und sei stark im Telekommunikationsbereich investiert gewesen.
Entscheidend hierbei werde sein, wie der Interbankenmarkt weiterlaufe. Wenn die Subprime-Krise in der Realwirtschaft ankomme, werde es eng. Denn dann könnte es auch den Arbeitsmarkt und den vor allem in den USA so wichtigen Konsum treffen. Aktuelle Zahlen und Prognosen würden allerdings auf eine robuste Realwirtschaft schließen lassen. Eine Garantie sei das nicht.
Der Ausblick für dieses Jahr ist weitaus schwieriger als noch vor zwölf Monaten, als die Rahmenbedingungen klarer schienen, so die Experten von GECAM. Die Deutsche Bundesbank rechne 2008 zwar mit einer Fortsetzung der guten Konjunktur in Deutschland. Das Wachstumstempo werde jedoch mit 1,6 Prozent merklich langsamer ausfallen. Diese Prognose der Notenbank sei damit die bisher schlechteste der in diesen Tagen veröffentlichten Ausblicke: Die bis dahin pessimistischste Prognose sei vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung gekommen, das im Jahr 2008 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent rechne.
Man halte indes weltweit weitere Nachbeben im Finanzsektor für sehr wahrscheinlich, was auch zu Rating-Rückstufungen bei strukturierten Produkten führe und damit allen gefährlich werden könne, die auf Ratings angewiesen seien. Neben Lebensversicherungen und institutionellen Anlegern seien das inzwischen auch Kommunen oder Unternehmen, die am Kapitalmarkt aktiv seien.
Ein Renditeanstieg bei den zehnjährigen Bundesanleihen sei aufgrund der bereits genannten Einflüsse - Inflation, Rohstoffpreise, hohe Lohnabschlüsse - zu erwarten. Aktien würden aber auch im neuen Jahr attraktiver sein als Renten, weil die Unternehmen solide arbeiten würden und gute Zahlen vorlegen würden. Trotz der bekannten Risiken - USD-Schwäche, Subprime, Ölpreis, Krisenherde im Nahen und Mittleren Osten, das Verhalten Russlands bei der Ölversorgung, Wahlen in vielen deutschen Bundesländern und vor allem die Präsidentschaftswahl in den USA - sei man für die Aktienmärkte nicht pessimistisch. Die Experten von GECAM würden folgende Niveaus im Jahresverlauf 2008 für durchaus möglich halten: DAX - 8.800/9.000 Punkte, Dow Jones - 14.500/14.700, Nikkei - 17.000.
Der recht optimistische Ausblick orientiere sich an mehreren Großereignissen, die in 2008 anstünden. Zum einen sei dies die Sanierung der Banken: Auch wenn derzeit noch viele den schwarzen Peter an die Wand malen würden, würden Staranalysten wie Abby Cohen die größten Risiken für bereits eingepreist halten. Großinvestoren wie Warren Buffett würden sich in großen Mengen einkaufen. Staatsfonds und Notenbanken würden nicht umhinkommen, den Markt weiterhin mit Liquidität zu versorgen. Schließlich seien Fusionen kranker mit gesunden Banken möglich.
Zum anderen seien dies die Wahlen in den USA - traditionell würden die Amerikaner im zweiten Halbjahr Schritt fassen; die notleidenden US-Immobilienbesitzer würden großzügige Steuergeschenke erwarten - und die Olympiade in China: Das Land werde dieses Großereignis wohl nutzen, um sich für internationale Investoren herauszuputzen. Ein politischer Schmusekurs sei sehr wahrscheinlich - einhergehend mit positiven Impulsen für den asiatischen Markt. Ob das allerdings zu einer Aufwertung des Chinesischen Yuan gegenüber dem USD führe, bleibe abzuwarten. (07.01.2008/fc/a/m)


