JB Luxury Brands Fund: Markt für Luxusgüter wächst langfristig weiter - Fondsanalyse


15.09.15 15:15
GAM

Berlin (www.fondscheck.de) - Die weltweite Nachfrage nach Luxusgütern wird langfristig weiter wachsen, so die Experten von GAM im Kommentar zum JB Luxury Brands Fund (ISIN LU0329429897 / WKN A0NCNT).

Wichtige Treiber würden die wachsende Mittelschicht und somit die steigenden Einkommen breiter Bevölkerungsschichten vor allem in den Emerging Markets bleiben. Auf die Abwertung des Renminbi und aktuelle Wirtschaftsdaten aus China hätten Luxusaktien zwar negativ reagiert. Die Aktien von Herstellern hochwertiger Güter im Premiummarkensegment - beispielsweise Schmuck und Uhren, Mode und Kosmetik sowie Automobile - würden allerdings dauerhaft attraktiv bleiben. Zu dieser Einschätzung würden Scilla Huang Sun und Andrea Gerst, die Fondsmanagerinnen des JB Luxury Brands Fund kommen.

"Der Renminbi war fundamental überbewertet, das konnte man beispielsweise in den großen Preisunterschieden von Luxusgütern in Europa und China sehen. Chinesische Touristen haben noch mehr Luxusartikel in Europa gekauft, und der graue Markt ist gewachsen. Diese Bewertungslücke wird sich jetzt verringern", prognostiziere Andrea Gerst. "Das Sentiment für Luxusgüteraktien war in den vergangenen Wochen stark geprägt von negativen Pressekommentaren und den jüngsten Markt- und Währungsturbulenzen in China", sage Scilla Huang Sun.

Mit der Abwertung der chinesischen Landeswährung werde nach Meinung der beiden Fondsmanagerinnen nun eine gesunde Korrekturbewegung in Gang gesetzt. "Es ist natürlich möglich, dass noch weiter schlechte Nachrichten aus China kommen, wir glauben aber nicht, dass sich die chinesische Währung drastisch abwerten wird. Die Wirtschaft in China wird langsamer wachsen, aber der Konsum weiter an Bedeutung gewinnen. Ein 'Hard Landing' ist nicht unserer Basisszenario", so Huang Sun.

Investoren sollten sich bei einer Anlage in Luxusgüteraktien nicht von der Entwicklung der Devisenmärkte leiten lassen. "Wechselkursverschiebungen sind in aller Regel kaum vorhersehbar", sage Huang Sun. "Wir fokussieren uns bei unseren Investments auf Luxusunternehmen, die starke Marken im Portfolio haben und rund um den Globus eigene Shops besitzen: Diese Firmen sind besser diversifiziert und nicht so stark von Währungskursschwankungen und der Konjunkturentwicklung in einzelnen Ländern betroffen", erläutere Huang Sun ihren Investmentansatz.

Als Beispiel nenne sie Hermès. Das Unternehmen verfüge über gute Markenführung und eine starke Preissetzungsmacht. Außerdem sei das Unternehmen auch offen für neue Geschäftsfelder und Ideen - wie etwa die kürzlich vorgestellten Uhrenbänder für die AppleWatch. Interessant seien zudem Hersteller großer Schmuckmarken wie beispielsweise Cartier oder Tiffany. Einen Großteil des Umsatzes hätten Juweliere immer noch mit markenlosem Schmuck erzielt, dort könnten Markenhersteller noch Anteile gewinnen, sei Huang Sun überzeugt.

Gleichwohl würden ihrer Einschätzung zufolge die Geschäftszahlen der Luxusgüterproduzenten auch für das zweite Semester von den Währungsentwicklungen betroffen sein. "Wir rechnen mit soliden Ergebnissen bei europäischen Herstellern, da viele dieser Firmen weiterhin vom schwachen Euro profitieren. US-Hersteller werden dagegen wegen des starken US-Dollars wahrscheinlich eher schwächere Zahlen vorlegen - auch, weil weniger Touristen die USA besucht haben. Doch das wird insgesamt nur ein kurzfristiger Effekt sein", so Huang Sun weiter. Bis zum Jahresende werde die Nachfrage nach Luxusgütern weiter zulegen und der Markt im Gesamtjahr um etwa 6 bis 8 Prozent gegenüber 2014 organisch wachsen.

"Die Verbraucher sind weiterhin bereit, für das passende Luxusgut Geld auszugeben", sage Huang Sun und nenne als Beispiel Louis Vuitton - eine Marke, die Huang Sun zufolge große Anstrengungen unternommen habe, um neue Produkte auf den Markt zu bringen, die 'frisch' seien. "Man darf nicht vergessen, dass der Kauf von Luxusgütern stark von Emotionen beeinflusst wird", ergänze ihre Kollegin Gerst. "Die Unternehmen müssen neue und emotionale Produkte auf den Markt bringen. Events wie etwa die anstehenden Fashion Weeks in London, Mailand und Paris sind dabei wichtige Plattformen, um diese Produkte zu präsentieren."

Gleichwohl werde nach Einschätzung der beiden Fondsmanagerinnen die Bedeutung digitaler Absatzkanäle auch bei Luxusgütern steigen. "Bekannte Marken wie etwa Burberry verzeichnen zweistellige Zuwachsraten in diesem Bereich", beobachte Huang Sun. "Eine starke Präsenz über eigene Shops wird deswegen aber nicht überflüssig. Die meisten Verbraucher holen sich erste Informationen im Internet, möchten dann aber das Kauferlebnis vor Ort. Ich denke daher, dass Luxusgüterhersteller auf eine gesunde Mischung aus beiden Kanälen setzen sollten." (15.09.2015/fc/a/f)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
432,40 € 423,764 € 8,636 € +2,04% 17.04./16:46
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
LU0329429897 A0NCNT 464,58 € 374,17 €