JOHCM Global Opportunities Fund: Neue Phase an den weltweiten Aktienmärkten hat begonnen - Fondsanalyse


23.02.17 13:30
J O Hambro CM

London (www.fondscheck.de) - Die Anleiherenditen sind in den letzten sechs Monaten dramatisch gestiegen: So rentieren 10-jährige US-Staatsanleihen, die auf dem Tiefstand vom Juni 2016 nur 1,4% abwarfen, inzwischen mit rund 2,5%, so Ben Leyland, Fondsmanager des JOHCM Global Opportunities Fund bei J O Hambro Capital Management.

Der Anstieg der Renditen habe am Aktienmarkt zu einer scharfen Rotation in zyklische Branchen und einer Abkehr von so genannten "Bond Proxies" (defensive, anleiheähnliche Aktien) geführt. Seit Juni habe die relative Höherbewertung von Industriegegenüber Basiskonsumwerten rund 20% betragen: Während die Bewertungen der Industriewerte um 13% zugelegt hätten, hätten die Bewertungen von Basiskonsumtiteln um 6% nachgegeben.

Die Experten würden glauben, dass gerade die vierte klar differenzierte Phase des Marktzyklus seit 2011 beginne. Die Experten würden im Folgenden jede dieser Phasen mit ihren wichtigsten Merkmalen beschreiben:

2010-11: Die Qual der Wahl

Niedrige Bewertungen am gesamten Aktienmarkt, ohne Aufschläge für Qualität oder beständiges Wachstum. Eine sehr günstige Zeit, um Kapital in erstklassigen Unternehmen wie Reckitt Benckiser, Sage, Microsoft und Accenture anzulegen.

2012-13: Hausse der Sorglosigkeit

Es sei wie bei einer Flut gewesen, die alle Boote hebe. Den Hintergrund habe ein zunehmendes Vertrauen auf politische Stabilität, Wachstum ohne Inflation und eine Fortdauer der weltweiten expansiven Geldpolitik gebildet. Der VIX Index, der die implizite Volatilität an den Aktienmärkten messe, habe ein Niveau wie zuletzt 2006- 2007 erreicht, und die meisten Bewertungen seien immer schwerer zu rechtfertigen gewesen. Die Experten hätten in dieser Phase ihren Kassenanteil erhöht und vorzugsweise in erstklassige Titel mit beständigem langfristigen Wachstum (wie MasterCard und TJX Companies) investiert, die noch genügend Wachstumspotenzial besessen hätten, um kurzfristig hohe Kurs/Gewinn-Verhältnisse zu rechtfertigen.

2014-16: Neue Chancen

Eine divergierende Geldpolitik, der Einbruch der Rohstoffpreise, eine Rezession in der amerikanischen Industrie und schließlich die wachsende politische Unsicherheit hätten zunehmend für Performance-Unterschiede zwischen den Aktienmärkten gesorgt. Die Neubewertung der "Bond Proxies" habe angedauert, doch die Bewertungen eher zyklischer und rohstoffsensitiver Unternehmen hätten den Rückwärtsgang eingelegt. Für die Experten hätten sich dadurch interessante Gelegenheiten zum Zugreifen bei Titeln wie Inpex, Galp, Union Pacific, Woodward und Wartsila eröffnet. Bei allem Verständnis für eine geringere kurzfristige Berechenbarkeit der Cashflows habe das Hauptinteresse der Experten weiter erstklassigen Unternehmen mit soliden Bilanzen gegolten.

2016-?: Keine Möglichkeiten zum Ausweichen

Die durchschnittlichen Bewertungen seien höher als je zuvor, die Verschuldung der Unternehmen sei deutlich gestiegen und Verunsicherung über die weltpolitische Lage sei überall zu spüren. Nach der "Value"-Rally der letzten Zeit würden sich bei zyklischen Titeln keine großen Chancen mehr bieten: Werte, die eine Rally hinter sich hätten, seien nicht mehr billig, und solche, die gefallen seien, seien deshalb noch nicht attraktiv. Ähnlich wie 2013 sei echtes langfristiges Wachstum erforderlich, um die aktuellen Kurs/Gewinn-Verhältnisse zu rechtfertigen. Die Experten würden einstweilen an einer größeren Kassenposition festhalten und abwarten, welche Gelegenheiten sich als Nächstes eröffnen würden. In der Vergangenheit hätten die Experten gezeigt, dass sie schnell und flexibel reagieren könnten, wenn es so weit sei. (23.02.2017/fc/a/f)





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