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Das Jahr des Greenbacks


23.01.12 12:04
Nordea

Stockholm (aktiencheck.de AG) - Die jüngsten Wirtschaftsdaten waren überraschend erfreulich, zum Beispiel eine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in den USA, so die Analysten der Nordea Bank S.A.

Die Besserung bleibe jedoch im Wesentlichen auf die USA beschränkt, während die Lage im Euroraum ungewiss bleibe. Negative Meldungen hätten 2011 die Risikoaversion gesteigert, was die USA (und folglich ihre Währung) aufgrund ihres Status als sicherer Hafen gestützt habe, während positive Nachrichten Aktienhausse und Dollarschwäche begünstigt hätten.

Seit Mitte Dezember sei auf diese Entwicklung jedoch kein Verlass mehr und Aktien hätten Fortschritte gemacht, während der US-Dollar dem Euro gegenüber Boden gutgemacht habe. Wenngleich dies kein neues Phänomen sei, so sollte man es dennoch in den kommenden Monaten, in denen die Analysten mit einer weiteren Aufwertung des Greenbacks gegenüber dem Euro rechnen würden, im Auge behalten.

Das hohe Refinanzierungsvolumen der europäischen Banken und Staaten in den kommenden Wochen und Monaten werde sich negativ auf den Euro auswirken und die Einlösung der Anleihen könnte den Anlegern die Gelegenheit eröffnen, sich zugunsten des US-Dollar (oder anderen Währungen) aus der Einheitswährung zu verabschieden. Das könnte das Signal für den Beginn einer Entwicklung sein, in der der Euro eher als Finanzierungswährung wahrgenommen werde, als hochrentable Anlage, sowie für eine längerfristige Aufwertung der US-Währung.

Die Analysten hätten entsprechend vorsorglich mit dem Aufbau einer Übergewichtung in US-Dollar begonnen. Ende Dezember hätten sie ihr Engagement in Aktien erhöht und würden zurzeit eine taktische Übergewichtung von 5% halten.

Die Wertpapiere der Banken hätten in den letzten Jahren gelitten und die Aussichten für 2012 seien nicht viel besser. Der Bankensektor müsse seine Bilanzen in Ordnung bringen, und zwar durch Vermögensveräußerungen und Gewinnrücklagen. Die nachrangigen Verbindlichkeiten der Banken seien ebenfalls gefährdet und die Analysten hätten daher ihre Untergewichtung in Unternehmensanleihen des Finanzsektors erhöht.

Die Analysten würden bei festverzinslichen Wertpapieren ihre neutrale Position beibehalten und seien bei der Duration untergewichtet. Im Aktiensegment würden sie bei einer taktischen Übergewichtung mit einer Tendenz zur Übergewichtung in Bezug auf europäische Werte bleiben, während sie in den USA untergewichtet seien. Hinsichtlich Währungen seien die Analysten dem US-Dollar gegenüber positiv eingestellt und hätten eine leichte Übergewichtung begonnen, die sie weiter ausbauen wollten. (Ausgabe Januar 2012) (23.01.2012/ac/a/m)