Erweiterte Funktionen

Japanische Aktien attraktiv


03.07.08 14:22
Swisscanto

Zürich (aktiencheck.de AG) - Ein sich abkühlender Arbeitsmarkt und ansteigende Nahrungsmittel- und Energiepreise lassen den US-Konsumenten sich um seine Zukunft sorgen, berichten die Experten von Swisscanto.

In Japan sei hingegen das Potenzial für das Zusammentreffen positiver Faktoren sehr hoch. Der Aktienmarkt sei billig und überkapitalisiert.

Der US-Konsument habe die Hoffnung auf eine baldige Entspannung der wirtschaftlichen Situation aufgegeben. Der vom Conference Board ermittelte Index zum Konsumentenvertrauen sei im Juni auf den Wert von 50,4 und somit auf den tiefsten Stand seit 1992 gefallen. Nicht einmal die Anschläge vom 11. September 2001 und der Hurrikan Katrina im Jahre 2005 hätten das Vertrauen so stark erschüttert. Denn im Gegensatz zu damals werde heute mit einem Anhalten der Krise gerechnet. Seit dem Ausbruch der Subprime-Krise im Juli 2007 habe der Index zum Konsumentenvertrauen 61,5 Punkte verloren.

Auch die Umfrageergebnisse zu den Zukunftserwartungen würden ein düsteres Bild zeichnen: Der Teilindex stehe mit 41,0 beim tiefsten seit Beginn dieser Erhebungen im Jahre 1967 je erreichten Wert. Der US-Verbraucher sei mit der Situation fallender Häuserpreise, ansteigender Nahrungsmittel- und Energiepreise und mit einem sich abkühlenden Arbeitsmarkt konfrontiert, und er gehe davon aus, dass sich diese Konstellation nicht so schnell ändern werde.

Die Rezessionsängste würden angesichts solcher Zahlen weiter aufblühen. So stufe etwa auch die SNB die Risiken einer abkühlenden Konjunktur höher ein als die Bekämpfung der Teuerung. Dies wirke sich direkt in der Bondstrategie der Experten von Swisscanto aus: In der Schweiz würden sie die Duration von minus einem halben Jahr gegenüber Benchmark auf neutral bis leicht positiv ändern. Die Laufzeiten 0 bis 3 Jahre seien untergewichtet, diejenigen von 5 bis 10 Jahren übergewichtet und die Laufzeiten 10 Jahre plus leicht untergewichtet.

Sehr hoch sei das Potenzial für das Zusammentreffen positiver Faktoren hingegen in Japan. Der Inflationsschub breche die Deflationsmentalität der Konsumenten, größere Anschaffungen würden nicht mehr aufgeschoben in der Hoffnung, morgen werde eh alles billiger sein. Als energieeffizienteste Volkswirtschaft habe die japanische Wirtschaft zudem einen nicht zu unterschätzenden komparativen Vorteil. Japanische Aktien seien zurzeit billig und überkapitalisiert. Da die Experten den Ausverkauf Ende des 1. Quartals als übertrieben einstufen würden, hätten sie Japan aufgestockt. Sie würden sich dabei auf eine Erhöhung inlandorientierer Werte aus den Branchen Finanz, Chemie und Bau konzentrieren.

Bei den Rohstoffen sei aufgrund der Wirtschaftsabschwächung hingegen mit einem Rückgang vor allem der Energiepreise zu rechnen, weshalb die Experten das Untergewicht von Rohstoffen in ihrer Balanced-Strategie beibehalten würden. Ein Übergewicht würden sie bei den Hedgefonds halten, die mit einem attraktiven Rendite/Risiko-Verhältnis bestechen würden.

Die gegenüber Anleihen attraktiveren Aktien würden die Experten weiterhin mit 1% übergewichten und großkapitalisierte Titel sowie Wachstumstitel aus den Bereichen IT, Pharma und Basiskonsumgüter favorisieren. Die Sektoren Finanzwesen, Kapitalgüter und zyklischer Konsum sowie die teuren klein kapitalisierten Titel würden die Experten weiter für unattraktiv halten. (Swisscanto Investment Update Juli 2008) (03.07.2008/fc/a/m)