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Kaffeepreis Verschnaufpause oder Ende der Rally?
11.06.09 09:25
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - In ihrer letzten öffentlichen Analyse des Kaffeemarktes vom 20.03.2009 bezogen die Experten vom "Rohstoff-Trader" ungewohnt klar Stellung und empfahlen ihren Lesern, den Aufbau von Long-Positionen ernsthaft in Betracht zu ziehen.
Wer diesem Rat gefolgt sei, könne sich zur Stunde bereits über einen mehr als ansehnlichen Gewinn freuen, auch wenn die Notierungen in den letzten Tagen wieder leicht zurückgekommen seien. Handle es sich dabei um eine bloße Verschnaufpause oder sei die "Rally" nunmehr vorerst beendet?
In diesem Zusammenhang sei zunächst einmal anzumerken, dass in der laufenden Saison die Ernteerträge in vielen bedeutenden Erzeuger-Staaten deutlich schwächer als im Vorjahr ausfallen dürften. In Kolumbien hätten schwere Regenfälle die empfindlichen Sträucher belastet. Namhafte Experten würden daher mit einem Produktionsrückgang um 8,7 Prozent auf nur noch 10,5 Millionen Säcke rechnen. Ernteeinbußen würden darüber hinaus auch in Vietnam drohen.
Die brasilianischen Farmer hätten anders als die Kolumbianer mit einer ausgeprägten Trockenheit und dem aufgrund gestiegener Kosten zu geringen Einsatz von Düngemitteln zu kämpfen. Das Hauptproblem im "Land am Zuckerhut" sei jedoch, dass die Kaffeepflanzen einem bestimmten Ertragszyklus unterliegen würden, der im aktuellen Wirtschaftsjahr zu erheblich geringeren Erträgen führen werde.
Insofern verwundere es nicht, dass die Regierung Anfang Januar einen Gesamt-Output von lediglich 37,8 Millionen Säcken in Aussicht gestellt habe. Ein Jahr zuvor seien es noch 51,1 Millionen Bags gewesen. Zugegeben: Die brasilianischen Prognosen würden traditionell sehr niedrig gehalten. Deshalb sei davon auszugehen, dass die von einem Mitarbeiter des US-Landwirtschaftsministerium Ende Mai genannten 43,5 Millionen Säcke realistischer seien. Aber auch das bedeute ein Minus von 15 Prozent gegenüber der vorherigen Saison.
Da der globale Verbrauch ungeachtet der Wirtschaftskrise weiter anziehen dürfte, hätten die Produktionsrückgänge direkte Auswirkungen auf die Versorgungssituation. In seiner Dezember-Schätzung sei das amerikanische Landwirtschaftsministerium noch von einem Angebotsüberschuss von rund fünf Millionen Säcken (Produktion 140,6 Millionen Bags, Verbrauch 135,5 Millionen Bags) ausgegangen. Da zu diesem Zeitpunkt die brasilianische Prognose noch nicht veröffentlicht war, halten es die Experten vom "Rohstoff-Trader" für recht wahrscheinlich, dass diese Zahlen im Rahmen der nächsten Vorhersage am 12.06. erkennbar nach unten revidiert werden.
Möglicherweise würden die amerikanischen Behörden dann - ähnlich wie die Internationale Kaffee-Organisation (ICO) - mit einem abermaligen Primärdefizit rechnen. In ihrem April-Bericht habe die ICO für 2009 eine weltweite Produktionsmenge von 127 Millionen Säcken sowie einen Verbrauch zwischen 128 und 129 Millionen Bags prophezeit. Treffe diese Vorhersage ein, würden die Lagerbestände zwangsläufig weiter sinken und die Ending Stock to Use-Ratio auf ein neues Mehrjahrestief drücken.
Unter fundamentalen Gesichtspunkten deute damit einiges auf weiter steigende Notierungen hin, wenngleich man natürlich eingestehen müsse, dass die Kurse bereits recht gut gelaufen seien und sich das Aufwärtspotenzial demzufolge in Grenzen halten sollte. In jedem Fall sollten die nächsten USDA-Prognosen abgewartet werden.
Kurzfristig scheinen Investoren, die mit Long-Engagements liebäugeln, ohnehin gut beraten zu sein, den "Ball flach zu halten", so die Experten vom "Rohstoff-Trader". Schließlich befinde sich Kaffee in seiner saisonal schwachen Phase. Diese dauere für gewöhnlich bis Ende Juni an, wobei mit neuerlichen Kursanstiegen erst ab Mitte August gerechnet werden könne. Sollten die Notierungen in den kommenden Wochen tatsächlich weiter nachgeben, sei es gut möglich, dass die "Commercials" ihre aktuelle Netto-Short-Position auf "long" drehen würden. Geschehe dies, wäre das ein außergewöhnlich starkes Kaufsignal.
Derzeit allerdings präsentiere sich Kaffee unter technischen Gesichtspunkten alles andere als "bullisch": Zwar sei der Aufwärtstrend seit März noch intakt und auch der erste wichtige Support bei 131 US-Cents im Juni-Future habe bislang verteidigt werden können. Ob das aber nachhaltig sei, müsse zumindest stark bezweifelt werden. Sowohl der MACD als auch die Stochastik würden ein unübersehbares Verkaufssignal generieren und auch der RSI sei im Fallen begriffen und notiere mittlerweile sogar unter 50. Gleichzeitig sei es dem Markt nicht gelungen, die 18-Tage-Linie zu halten. Insgesamt müssten daher weitere Rücksetzer bis zur Unterstützung bei 127 US-Cents einkalkuliert werden. Eventuell werde sogar der nächste darunter liegende Support bei 122 US-Cents getestet. Gegenwärtig müsse deshalb von Long-Engagements eher abgeraten werden. (11.06.2009/ac/a/m)
Wer diesem Rat gefolgt sei, könne sich zur Stunde bereits über einen mehr als ansehnlichen Gewinn freuen, auch wenn die Notierungen in den letzten Tagen wieder leicht zurückgekommen seien. Handle es sich dabei um eine bloße Verschnaufpause oder sei die "Rally" nunmehr vorerst beendet?
In diesem Zusammenhang sei zunächst einmal anzumerken, dass in der laufenden Saison die Ernteerträge in vielen bedeutenden Erzeuger-Staaten deutlich schwächer als im Vorjahr ausfallen dürften. In Kolumbien hätten schwere Regenfälle die empfindlichen Sträucher belastet. Namhafte Experten würden daher mit einem Produktionsrückgang um 8,7 Prozent auf nur noch 10,5 Millionen Säcke rechnen. Ernteeinbußen würden darüber hinaus auch in Vietnam drohen.
Die brasilianischen Farmer hätten anders als die Kolumbianer mit einer ausgeprägten Trockenheit und dem aufgrund gestiegener Kosten zu geringen Einsatz von Düngemitteln zu kämpfen. Das Hauptproblem im "Land am Zuckerhut" sei jedoch, dass die Kaffeepflanzen einem bestimmten Ertragszyklus unterliegen würden, der im aktuellen Wirtschaftsjahr zu erheblich geringeren Erträgen führen werde.
Da der globale Verbrauch ungeachtet der Wirtschaftskrise weiter anziehen dürfte, hätten die Produktionsrückgänge direkte Auswirkungen auf die Versorgungssituation. In seiner Dezember-Schätzung sei das amerikanische Landwirtschaftsministerium noch von einem Angebotsüberschuss von rund fünf Millionen Säcken (Produktion 140,6 Millionen Bags, Verbrauch 135,5 Millionen Bags) ausgegangen. Da zu diesem Zeitpunkt die brasilianische Prognose noch nicht veröffentlicht war, halten es die Experten vom "Rohstoff-Trader" für recht wahrscheinlich, dass diese Zahlen im Rahmen der nächsten Vorhersage am 12.06. erkennbar nach unten revidiert werden.
Möglicherweise würden die amerikanischen Behörden dann - ähnlich wie die Internationale Kaffee-Organisation (ICO) - mit einem abermaligen Primärdefizit rechnen. In ihrem April-Bericht habe die ICO für 2009 eine weltweite Produktionsmenge von 127 Millionen Säcken sowie einen Verbrauch zwischen 128 und 129 Millionen Bags prophezeit. Treffe diese Vorhersage ein, würden die Lagerbestände zwangsläufig weiter sinken und die Ending Stock to Use-Ratio auf ein neues Mehrjahrestief drücken.
Unter fundamentalen Gesichtspunkten deute damit einiges auf weiter steigende Notierungen hin, wenngleich man natürlich eingestehen müsse, dass die Kurse bereits recht gut gelaufen seien und sich das Aufwärtspotenzial demzufolge in Grenzen halten sollte. In jedem Fall sollten die nächsten USDA-Prognosen abgewartet werden.
Kurzfristig scheinen Investoren, die mit Long-Engagements liebäugeln, ohnehin gut beraten zu sein, den "Ball flach zu halten", so die Experten vom "Rohstoff-Trader". Schließlich befinde sich Kaffee in seiner saisonal schwachen Phase. Diese dauere für gewöhnlich bis Ende Juni an, wobei mit neuerlichen Kursanstiegen erst ab Mitte August gerechnet werden könne. Sollten die Notierungen in den kommenden Wochen tatsächlich weiter nachgeben, sei es gut möglich, dass die "Commercials" ihre aktuelle Netto-Short-Position auf "long" drehen würden. Geschehe dies, wäre das ein außergewöhnlich starkes Kaufsignal.
Derzeit allerdings präsentiere sich Kaffee unter technischen Gesichtspunkten alles andere als "bullisch": Zwar sei der Aufwärtstrend seit März noch intakt und auch der erste wichtige Support bei 131 US-Cents im Juni-Future habe bislang verteidigt werden können. Ob das aber nachhaltig sei, müsse zumindest stark bezweifelt werden. Sowohl der MACD als auch die Stochastik würden ein unübersehbares Verkaufssignal generieren und auch der RSI sei im Fallen begriffen und notiere mittlerweile sogar unter 50. Gleichzeitig sei es dem Markt nicht gelungen, die 18-Tage-Linie zu halten. Insgesamt müssten daher weitere Rücksetzer bis zur Unterstützung bei 127 US-Cents einkalkuliert werden. Eventuell werde sogar der nächste darunter liegende Support bei 122 US-Cents getestet. Gegenwärtig müsse deshalb von Long-Engagements eher abgeraten werden. (11.06.2009/ac/a/m)


