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Keine Trendwende beim Euro


27.02.13 13:05
UniCredit Research

München (www.aktiencheck.de) - Die politische Hängepartie in Italien hat gestern die europäischen Finanzmärkte weiter belastet, so die Analysten von UniCredit Research.

Von einer ausgeprägten globalen Risikoaversion zu sprechen, wäre zum jetzigen Zeitpunkt aber zu früh. Die US-Aktienmärkte und die US-Renditen hätten zumindest nicht durchweg zur Schwäche geneigt. Selbstverständlich habe vor allem der Euro unter ständigem Abgabedruck gestanden. Ein Unterschreiten der 1,30er Marke habe allerdings nicht stattgefunden. Dieser Umstand sei im Wesentlichen Ben Bernanke und durchweg verbesserten US-Konjunkturdaten geschuldet gewesen. Bernanke habe betont, der Nutzen des Wertpapierankaufprogramms übersteige gegenwärtig die möglichen Kosten. Gleichzeitig habe er vor der Negativwirkung gebündelter Ausgabenkürzungen im Falle einer Nichteinigung im US-Haushaltsstreit gewarnt.

Wenngleich die Analysten die derzeitige politische Situation in Italien nicht würden schönreden wollen und auch weitere Kursverluste beim Euro für möglich halten würden, so würden sie nicht von einer Trendwende in EUR/USD ausgehen. Selbst wenn Italiens Parteien keine tragfähige Regierung zustande bringen würden, so könnten andererseits die von Monti implementierten Reformen weiter greifen und das mittel- bis längerfristige Wachstum stützen.

Solange nichts für eine breit angelegte globale Risikoaversion spreche, würden die Analysten die aktuelle Entwicklung des EUR/JPY lediglich als eine ausgeprägte Korrekturphase und keinesfalls als den Beginn einer Trendwende sehen.

Die britische Währung komme aus ihrem Tief nicht heraus und sei gestern sogar durch BoE-Vize Tucker weiter unter Druck gesetzt worden. Tucker habe gemeint, die reale FX Rate müsse fallen, um die Exporten bei einer tolerierten höheren Inflationsrate zu unterstützen. Des Weiteren habe sich Tucker offen für weitere geldpolitische Stimuli gezeigt, abhängig von Nachfrage und Preisentwicklung. Die Analysten würden Cable weiterhin auf ein Niveau von 1,50 zusteuern sehen und EUR/GBP mittelfristig bei 0,90 erwarten. (27.02.2013/ac/a/m)