Kupfer weniger Angebot


08.06.11 14:10
Commerzbank Corp. & Markets

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Streik in der viertgrößten chilenischen Kupfermine, El Teniente, setzt sich fort, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Gemäß Angaben des Minenbetreibers Codelco gebe es allerdings Fortschritte bei den Verhandlungen mit der Gewerkschaft. Vorerst werde die Mine jedoch weiterhin nur mit 40% Kapazitätsauslastung betrieben, so dass dem Markt aktuell weniger Angebot zur Verfügung stehe. Mittelfristig unterstützt werden könnte der Kupferpreis indirekt auch durch den Ausgang der Präsidentenwahlen in Peru am letzten Wochenende. Der linke Nationalist Ollanta Humala habe dort die Stichwahl gewonnen, was zu Befürchtungen führe, dass Humala ähnlich wie Hugo Chavez in Venezuela und Evo Morales in Bolivien die Minenindustrie nationalisieren oder, wie in seinem Wahlprogramm angekündigt, mit Steuern belasten könnte.

Der peruanische Aktienindex sei vorgestern in Reaktion auf das Wahlergebnis um über 10% eingebrochen. Peru sei mit einem Marktanteil von 8% der weltweit zweitgrößte Kupferproduzent. "Politischer Rückwind" komme auch aus Indonesien, wo die Regierung Angaben des Energie- und Bergbauministeriums zufolge in Erwägung ziehe, im Nachgang der gestiegenen Rohstoffpreise die Lizenzgebühren und Steuern bei den Minengesellschaften zu erhöhen. Dies erhöhe die Unsicherheit ausländischer Investoren im südostasiatischen Land. Mit Grasberg sei u.a. in Indonesien die weltweit größte Kupfer-Gold-Mine beheimatet. (08.06.2011/ac/a/m)