Kupfermarkt mit hohem Angebotsdefizit


19.01.12 15:04
Commerzbank Corp. & Markets

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Positive Konjunkturdaten in den USA, Hoffnungen auf weitere monetäre Lockerungsmaßnahmen in China sowie feste asiatische Aktienmärkte verleihen heute Morgen den Industriemetallen Aufwind, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Allen voran steige Kupfer auf ein 4-Monatshoch von rund 8.400 USD je Tonne. Daten des World Bureau of Metal Statistics zufolge, habe am globalen Kupfermarkt allein im November ein Angebotsdefizit von über 100 Tsd. Tonnen bestanden. Dies sei insbesondere auf eine starke Nachfrage zurückzuführen, die im Vergleich zum Vormonat um 4,2% gestiegen. Vor allem China habe die niedrigen Preise genutzt und deutlich mehr Kupfer gekauft.

Generell zeige sich die globale Nachfrage vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise in der Eurozone und den unsicheren Wirtschaftsaussichten nach wie vor sehr robust. Die Analysten würden mittel bis langfristig weiterhin von steigenden Kupferpreisen ausgehen, kurzfristig allerdings Potenzial für Gewinnmitnahmen sehen.

Deutlich habe seit Jahresanfang auch der Zinnpreis zugelegt. Dieser übersteige zum ersten Mal seit mehr als zwei Monaten wieder die Marke von 22.000 USD je Tonne. Zwar habe Indonesien nach dem Scheitern des Exportstopps im Dezember wieder hohe Mengen an Zinn ausgeführt, allerdings könnte schlechtes Wetter die Produktion und den Transport erneut beeinträchtigen.

Daneben habe China, der weltweit größte Zinnproduzent, im Dezember "nur" 9,1 Tsd. Tonnen Zinn produziert, 38% weniger als im Vorjahr. Dies dürfte durch höhere Importe ausgeglichen worden sein. Unseres Erachtens ist der Zinnpreis zuletzt zu stark gestiegen und wir sehen Korrekturpotenzial, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets. (19.01.2012/ac/a/m)