LBBW Konsum Dynamik Global-Fonds: Britische Unternehmen profitieren besonders von Konsum in Schwellenländern


19.06.12 11:54
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Obwohl Großbritanniens Wirtschaft in einer Rezession steckt, sind zahlreiche britische Aktien attraktiv, da gerade britische Unternehmen vom Konsum in den Schwellenländern profitieren, so die Experten von LBBW Asset Management.

"Bei den britischen Unternehmen in unserem Fonds spielt die Binnenkonjunktur im Mutterland nur eine untergeordnete Rolle. Haupttreiber für unsere Investitionen ist die ausgezeichnete Marktposition dieser Unternehmen in den Emerging Markets", sage Jochen Wolf, Fondsmanager des LBBW Konsum Dynamik Global. Die britischen Unternehmen, in die Wolf investiere, würden 44 Prozent ihrer Umsätze in Schwellenländern generieren, lediglich acht Prozent würden aus dem Vereinigten Königreich stammen.

Wie stark die Unterschiede seien, zeige der Versicherungsmarkt: "In den Emerging Markets ist die Abdeckung von Versicherungsprodukten noch gering", so Wolf. In China herrsche noch großes Wachstumspotenzial. Dort liege die Versicherungsdurchdringung bei gerade 3 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Das heiße, von 100 Renminbi, die das Reich der Mitte erwirtschafte, würden nur drei Renminbi als Versicherungsprämie ausgegeben.

Zum Vergleich: Im größten Versicherungsmarkt, den USA, liege diese Kennzahl bei 15. Der britische Versicherer Prudential sei mittlerweile in 13 asiatischen Ländern aktiv und habe sich gut in diesen Märkten positionieren können. Der Konzern verzeichne zweistellige Wachstumsraten in Asien; branchenüblich seien Raten im einstelligen Bereich. "In westlichen Ländern ist der Versicherungsmarkt gesättigt", erkläre Fondsmanager Wolf.

Großes Aufwärtspotenzial bestehe auch in der Telekommunikationsbranche in Indien, Südafrika, Ägypten und der Türkei. "Aktuell sind die Margen verglichen mit den europäischen Märkten gering", erläutere Fondsmanager Wolf. "Allerdings sehe ich langfristig eine deutliche Tendenz nach oben." Als Beispiel nenne Wolf den Telekom-Konzern Vodafone: Auch wenn Vodafone derzeit lediglich ein Drittel des Umsatzes in den Emerging Markets generiere, würden doch zwei Drittel der Kunden aus den Schwellenländern stammen.

Mit wachsendem Wohlstand steige auch der Konsum von Telekommunikationsdienstleistungen. Ein anderer attraktiver Sektor sei für Wolf der Lebensmittelbereich: So habe der Catering-Konzern Compass seinen Ertrag in den Schwellenländern binnen drei Jahren fast verdoppeln können, da die Nachfrage nach entsprechenden Lebensmitteln stark gestiegen sei. Unilever, Produzent von Nahrungsmitteln und Pflegeprodukten, generiere mittlerweile rund 50 Prozent seines Umsatzes in den Emerging Markets.

Der LBBW Konsum Dynamik Global investiere in europäische Aktien, deren erfolgreiche Produkte und Dienstleistungen weltweit nachgefragt würden. Besonderes Augenmerk werde dabei auf das Nachfragewachstum aus den Emerging Markets gelegt, um vom geänderten Konsumverhalten einer erwartet stark wachsenden Mittelschicht überdurchschnittlich zu profitieren. Die Aktienauswahl fokussiere sich auf Unternehmen mit starken Marken oder innovativen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Sie würden die Kostenvorteile internationaler Produktionsstandorte nutzen und überdurchschnittlich hohe Umsatz- und Ergebnisbeiträge in wachstumsstarken Schwellenländern erzielen.

Diese Unternehmen würden ein deutlich höheres Wachstum als ihre auf Europa fokussierten Konkurrenten aufweisen und könnten überdurchschnittliche Gewinnspannen erwirtschaften. (19.06.2012/fc/a/f)