LBBW Nachhaltigkeit Renten R-Fonds: 10/2021-Bericht, Wertverlust von 0,8% - Fondsanalyse


25.11.21 13:27
LBBW Asset Management

Stuttgart (www.fondscheck.de) - Mehr als 50% des Vermögens des LBBW Nachhaltigkeit Renten werden nach dem Grundsatz der Risikostreuung in Staatsanleihen (derzeit meist europäische), Pfandbriefen und Unternehmensanleihen (derzeit meist in EUR denominierte) angelegt, die nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit ausgewählt werden, so die Experten von LBBW Asset Management.

Dabei könne auch in Anleihen aus den Emerging Markets investiert werden, die nach denselben Grundsätzen ausgewählt würden. Die Auswahl der Papiere erfolge durch eine strenge Nachhaltigkeitsprüfung der sozialen und ökologischen Qualität von Unternehmen und Ländern als Kombination von Ausschlusskriterien und dem Best-in-Class-Ansatz. Die Grundlage bilde derzeit die Datenbasis der ISS ESG, einem weltweit führenden Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen.

Beispielsweise würden Firmen ausgeschlossen, die einen wesentlichen Teil ihres Umsatzes in kontroversen Branchen wie Rüstung, Atomenergie, Alkohol oder Agrar-Gentechnologien erwirtschaften würden. Des Weiteren würden Staaten/Firmen ausgeschlossen, die gegen Menschenrechte verstoßen würden, Kinderarbeit und Korruption zulassen würden sowie Staaten im Besitz von Atomwaffen, mit hohem Anteil an Atomenergie im Energiemix, hohen Rüstungsausgaben oder negativer Klimaschutzpolitik. Danach erfolge die Anlage nach der Ausstellerqualität unter Einbeziehung des Konjunktur- und Zinsumfeldes.

Anfang Oktober hätten die stark steigenden Rohstoffpreise für reichlich Diskussionsstoff an den Kapitalmärkten gesorgt. An den Terminmärkten sei der Preis für niederländisches Gas seit Jahresanfang um ca. 518% gestiegen und habe Anfang Oktober seinen bisherigen Zenit erreicht. Während sich Rohöl der Sorte Brent im Oktober um rund 6,40% verteuert habe, habe die Rohölsorte WTI um ca. 10,10% ansteigen können. Die Energiepreise würden somit nicht nur dämpfend auf die Konjunkturerholung wirken, sondern würden zusätzlich die Inflationsraten erhöhen. Die Inflation sei in Deutschland auf 4,40% im Vorjahresvergleich gestiegen, während in den USA ein Wert von 5,40% im Vergleich zum Oktober des Vorjahres publiziert worden sei.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sei ihrer Linie treu geblieben, sehe unverändert einen temporären Anstieg und gehe lediglich von einer länger als ursprünglich erwarteten Inflationsphase aus. Zudem sehe die EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, für das Jahr 2022 keine Zinserhöhungen. Aussagen zum Auslaufen des Anleihekaufprogramms "PEPP" hätten für stärkere Bewegungen bei den Zinsen der Peripherieländer der Eurozone wie beispielsweise Italien gesorgt. Die US-Zentralbank (FED) habe hingegen angekündigt, mit dem Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik noch in diesem Jahr beginnen zu wollen.

Die im Oktober positiv angelaufene Berichtsaison und eine erste Entspannung bei den Lieferengpässen hätten sich in positiven Kursentwicklungen der Aktienmärkte widergespiegelt, auch wenn die Wachstumsdynamik etwas nachgelassen habe. Der DAX habe im Oktober um rund 3,51% zulegen können und den Monat mit 15.688 Punkten beendet. Noch besser hätten sich die europäischen Standardwerte entwickelt. Der EURO STOXX 50 habe um rund 5,33% zulegen können und sich den höchsten Ständen seit 2007 angenähert. Die breiten Indices auf US-Standardwerte seien um ca. 5,70% gestiegen, während die amerikanischen Technologieaktien sogar um ca. 7,16% hätten zulegen können. Die zuletzt schwachen asiatischen Märkte hätten an der Bewegung der weltweiten Aktienmärkte wieder besser partizipieren können.

Der japanische Markt sei im Oktober um rund 1,57% gestiegen, während die Aktien in Hongkong um rund 5,58% hätten zulegen können. In China habe sich im Fall "Evergrande" etwas Entspannung abgezeichnet, nachdem der in Schieflage geratene Immobilienentwickler zwei fällige Zinszahlungen aus Anleihen habe bedienen können. Es sei jedoch nicht von einer Trendumkehr zu sprechen, da sich bisher keine neuen Finanzierungsquellen ergeben hätten.

Der Renditeanstieg am Zinsmarkt habe sich im Oktober weiter fortgesetzt. Die Renditen von 10-jährigen Bundesanleihen seien zum Monatsultimo auf rund -0,11% angestiegen. Die Renditen für 10-jährige US Staatsanleihen hätten den Oktober bei ca. 1,55% beendet. In Großbritannien seien die kurzfristigen Zinsen stark angestiegen, nachdem eine Zinserhöhung der Britischen Zentralbank (Bank of England) erwartet worden sei. Die langfristigen Zinsen hätten nachgegeben, was zu einer deutlichen Verflachung der Renditekurve geführt habe. Der US-Dollar habe zum Euro leicht zugelegt und stehe zum Monatsende bei 1,1558 US-Dollar je Euro. Der Goldpreis habe im Oktober ebenfalls zulegen können und sei um ca. 1,27% angestiegen.

Der ICE BofAML EN00-Index, welcher auf Euro lautende Unternehmensanleihen mit guter Schuldnerqualität (sog. Bonität BBB- oder besser) abbilde, habe im Oktober einen negativen monatlichen Gesamtertrag in Höhe von ca. -0,4% ausgewiesen. Im Gesamtjahr 2021 liege der Index damit um nahezu 1% im Minus. Die Risikoprämien seien allerdings erneut leicht gesunken, wie bereits im Vormonat. Verantwortlich für die schwache Wertentwicklung hätten sich somit die Bewegungen auf der Zinsseite gezeigt.

Unternehmensanleihen mit schwächerer Schuldnerqualität (sog. Bonität BB+ und darunter) hätten im Oktober ebenfalls einen negativen Gesamtertrag ausgewiesen. Der diese Werte abbildende Index ICE BofAML HNE0 habe dabei mit rund 0,5% im Minus gelegen. Die Sensitivität gegenüber dem Zinsanstieg sei zwar geringer als bei den Pendants mit höherer Schuldnerqualität, allerdings habe eine leichte Ausweitung der Risikoprämien belastet. Auf Gesamtjahressicht sei 2021 aber weiterhin ein Zuwachs von gut 3% zu verzeichnen.

Der LBBW Nachhaltigkeit Renten habe im Monat Oktober im Zuge eines erneuten Rückgangs am Anleihemarkt durch einen Anstieg der Zinsen einen weiteren Kursrückgang verzeichnet. Die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer habe sich aufgrund der Hinzunahme grüner Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten auf rund 6,2 Jahre erhöht. Den Schwerpunkt hätten Anlagen im sieben- bis zehnjährigen Laufzeitenband gebildet. Der Bestand an Unternehmensanleihen habe den größten Anteil am Fondsvermögen gehabt, gefolgt von Pfandbriefen und Staatsanleihen. (Stand vom 29.10.2021) (25.11.2021/fc/a/f)





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