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M&G (Lux) European Strategic Value Fund: Europas Konzerne können mehr
06.02.23 12:00
M&G Investments
London (www.fondscheck.de) - 2022 war ein schwieriges Jahr für europäische Anleger, da viele Vermögenswerte erheblich an Wert verloren, so Richard Halle, Fondsmanager des M&G (Lux) European Strategic Value Fund bei M&G Investments.
Für Value-Investoren, die sich auf niedrig bewertete, eher unbeliebte Aktien konzentrieren würden, sei es jedoch relativ gut gelaufen. Value habe nicht nur besser abgeschnitten als der breite Markt, sondern habe dieses Niveau zum ersten Mal seit über zehn Jahren gehalten, ohne dann ins Wanken zu geraten. Vielmehr sei es dieses Mal die Growth-Rallye gewesen, die Mitte des Jahres ins Stocken geraten sei.
Prognosen seien immer schwierig, aber die Experten würden denken, dass die jüngste Erholung der Value-Aktien noch weiter gehen müsse und werde. Die Experten befänden sich in einer volatilen und unsicheren Welt, in der die Bewertungsspannen historisch gesehen sehr groß seien. Dies sei ein gutes Umfeld für Value, auch wenn die Inflation ihren Höhepunkt wohl schon erreicht habe.
Die Herausforderungen bei der Portfoliokonstruktion würden von Jahr zu Jahr variieren. Angesichts der aktuellen Probleme und Krisen sei es jetzt noch wichtiger als sonst, ein sehr ausgewogenes Portfolio zu haben, was an sich schon eine ziemliche Aufgabe sei. Zum Glück gebe es viele Bereiche, die individuelle Chancen bieten würden. Die Gründe dafür lägen unter anderem darin, dass die vorherige sehr lange Periode der Outperformance von Wachstumswerten sich noch lange nicht vollständig aufgelöst habe. Value war oder ist im Vergleich eine unbeliebte Anlageklasse, so die Experten von M&G Investments. Anlegerinnen und Anleger hätten sich 2022 massiv von europäischen Aktien getrennt; das Volumen der Abflüsse werde auf etwa 100 Mrd. Euro geschätzt. Dies könnte bedeuten, dass viele Investoren Aktien verkauft hätten, die sie nicht hätten halten wollen - und dass viele keine Aktien gekauft hätten, die sie eigentlich halten sollten.
Der Energiesektor bleibe trotz der ausgezeichneten Performance im letzten Jahr die größte Übergewichtung der Experten im Vergleich zum Referenzindex. Sie würden beobachten, dass die ausgesprochen positive Veränderung der Branchenfundamentaldaten Hand in Hand mit einer enormen Skepsis gegenüber der Branche gehe. Der Markt wolle hier einfach nur an das Worst-Case-Szenario glauben, obwohl es zahlreiche Hinweise auf das Gegenteil gebe. Die Experten würden zum Beispiel sehen, dass die OPEC den Ölmarkt so gut unter Kontrolle habe wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Sie würden auch eine solide Nachfragesteigerung nach Kohlenwasserstoffen sehen. Und sie würden sehen, dass die Unternehmen mehr Barmittel erwirtschaften würden und bei ihren Investitionsausgaben zurückhaltender seien als je zuvor.
Ein weiterer Bereich, in dem uns der Gap zwischen Bewertung und Fundamentaldaten begeistere, seien zyklische Konsumgüter. Luxusgüter seien ein wichtiger Sektor in Europa, und die Umsätze dieser Unternehmen hätten alle Erwartungen übertroffen. Spannend würden die Experten die Konsumgütertitel finden, die in ihren jeweiligen Kategorien sehr stark seien, deren KGVs meist nur im einstelligen Bereich lägen, teilweise sogar nur bei 3.
2022 hätten die Experten auch drei hochwertige, zyklische Industrieunternehmen mit hoher Marktkapitalisierung in den Blick genommen: BASF, Siemens und Saint-Gobain. Sie würden sich zwar über die Zukunft der europäischen Chemieindustrie sorgen, die nicht nur der hohen Bedeutung der Energiekosten benachteiligt sei. Die Bewertung von BASF sei unverständlicherweise auf das nur noch Siebenfache des Gewinns gesunken. Dabei handle es sich um das weltweit größte Chemieunternehmen mit Anlagen auf der ganzen Welt. Und angesichts seines "Verbund"-Ansatzes seien die Experten der Ansicht, dass es sich in einer wesentlich stärkeren Position befinde als viele seiner europäischen Konkurrenten. Ganz zu schweigen von seinen großen Öl- und Gasvorkommen.
Auch Siemens sei ein Konzern von Weltrang in vielen Bereichen, einschließlich der industriellen Automatisierung und Technologie, die in den kommenden Jahren entscheidend sein würden. Bei dem französischen Werkstoffunternehmen Saint-Gobain schließlich habe der Markt bei einer Bewertung mit dem siebenfachen Gewinn nicht nur das Risiko eines Abschwungs im Baugewerbe überbewertet, sondern auch den unglaublichen internen Turnaround des Unternehmens nicht zu schätzen gewusst. Hier würden wichtige Produkte für die Dekarbonisierung des Baugewerbes produziert - eine Branche, deren CO2-Emissionen zu den höchsten der Wirtschaft zählen würden.
Der Markt erscheine zwar insgesamt sehr günstig, aber in Europa zu investieren sei dennoch oft eine Herausforderung. Die Experten würden sich zum Beispiel über die nachhaltige und unmittelbare Bedrohung einer Schlüsselindustrie, der Automobilproduktion sorgen. Chinesische Anbieter würden inzwischen eine Branche dominieren, die zuvor von den Europäern beherrscht worden sei. Das heiße, dass es strukturell herausgeforderte Unternehmen geben werde, die zu meiden das Geschick der Portfoliomanager erfordern werde.
Die Experten seien sich zwar bewusst, dass 2023 einiges schief gehen könne. Viele Kennzahlen würden darauf hindeuten, dass der Markt sich auf eine Menge schlechter Nachrichten eingestellt habe. Aber die Welt sei eben auch voller Überraschungen und es könnten positive Dinge passieren. In der ersten Januarhälfte hätten wir bereits einen drastischen Rückgang der Gaspreise und der Inflationszahlen erlebt. China habe sich wieder umfassend in die Weltwirtschaft integriert und seinen Bausektor massiv gestärkt. Hoffen wir, dass dies alles den Ton für das Jahr angibt - hoffen wir auf ein uninteressantes Jahr 2023, so die Experten von M&G Investments. (06.02.2023/fc/a/f)
Für Value-Investoren, die sich auf niedrig bewertete, eher unbeliebte Aktien konzentrieren würden, sei es jedoch relativ gut gelaufen. Value habe nicht nur besser abgeschnitten als der breite Markt, sondern habe dieses Niveau zum ersten Mal seit über zehn Jahren gehalten, ohne dann ins Wanken zu geraten. Vielmehr sei es dieses Mal die Growth-Rallye gewesen, die Mitte des Jahres ins Stocken geraten sei.
Prognosen seien immer schwierig, aber die Experten würden denken, dass die jüngste Erholung der Value-Aktien noch weiter gehen müsse und werde. Die Experten befänden sich in einer volatilen und unsicheren Welt, in der die Bewertungsspannen historisch gesehen sehr groß seien. Dies sei ein gutes Umfeld für Value, auch wenn die Inflation ihren Höhepunkt wohl schon erreicht habe.
Die Herausforderungen bei der Portfoliokonstruktion würden von Jahr zu Jahr variieren. Angesichts der aktuellen Probleme und Krisen sei es jetzt noch wichtiger als sonst, ein sehr ausgewogenes Portfolio zu haben, was an sich schon eine ziemliche Aufgabe sei. Zum Glück gebe es viele Bereiche, die individuelle Chancen bieten würden. Die Gründe dafür lägen unter anderem darin, dass die vorherige sehr lange Periode der Outperformance von Wachstumswerten sich noch lange nicht vollständig aufgelöst habe. Value war oder ist im Vergleich eine unbeliebte Anlageklasse, so die Experten von M&G Investments. Anlegerinnen und Anleger hätten sich 2022 massiv von europäischen Aktien getrennt; das Volumen der Abflüsse werde auf etwa 100 Mrd. Euro geschätzt. Dies könnte bedeuten, dass viele Investoren Aktien verkauft hätten, die sie nicht hätten halten wollen - und dass viele keine Aktien gekauft hätten, die sie eigentlich halten sollten.
Ein weiterer Bereich, in dem uns der Gap zwischen Bewertung und Fundamentaldaten begeistere, seien zyklische Konsumgüter. Luxusgüter seien ein wichtiger Sektor in Europa, und die Umsätze dieser Unternehmen hätten alle Erwartungen übertroffen. Spannend würden die Experten die Konsumgütertitel finden, die in ihren jeweiligen Kategorien sehr stark seien, deren KGVs meist nur im einstelligen Bereich lägen, teilweise sogar nur bei 3.
2022 hätten die Experten auch drei hochwertige, zyklische Industrieunternehmen mit hoher Marktkapitalisierung in den Blick genommen: BASF, Siemens und Saint-Gobain. Sie würden sich zwar über die Zukunft der europäischen Chemieindustrie sorgen, die nicht nur der hohen Bedeutung der Energiekosten benachteiligt sei. Die Bewertung von BASF sei unverständlicherweise auf das nur noch Siebenfache des Gewinns gesunken. Dabei handle es sich um das weltweit größte Chemieunternehmen mit Anlagen auf der ganzen Welt. Und angesichts seines "Verbund"-Ansatzes seien die Experten der Ansicht, dass es sich in einer wesentlich stärkeren Position befinde als viele seiner europäischen Konkurrenten. Ganz zu schweigen von seinen großen Öl- und Gasvorkommen.
Auch Siemens sei ein Konzern von Weltrang in vielen Bereichen, einschließlich der industriellen Automatisierung und Technologie, die in den kommenden Jahren entscheidend sein würden. Bei dem französischen Werkstoffunternehmen Saint-Gobain schließlich habe der Markt bei einer Bewertung mit dem siebenfachen Gewinn nicht nur das Risiko eines Abschwungs im Baugewerbe überbewertet, sondern auch den unglaublichen internen Turnaround des Unternehmens nicht zu schätzen gewusst. Hier würden wichtige Produkte für die Dekarbonisierung des Baugewerbes produziert - eine Branche, deren CO2-Emissionen zu den höchsten der Wirtschaft zählen würden.
Der Markt erscheine zwar insgesamt sehr günstig, aber in Europa zu investieren sei dennoch oft eine Herausforderung. Die Experten würden sich zum Beispiel über die nachhaltige und unmittelbare Bedrohung einer Schlüsselindustrie, der Automobilproduktion sorgen. Chinesische Anbieter würden inzwischen eine Branche dominieren, die zuvor von den Europäern beherrscht worden sei. Das heiße, dass es strukturell herausgeforderte Unternehmen geben werde, die zu meiden das Geschick der Portfoliomanager erfordern werde.
Die Experten seien sich zwar bewusst, dass 2023 einiges schief gehen könne. Viele Kennzahlen würden darauf hindeuten, dass der Markt sich auf eine Menge schlechter Nachrichten eingestellt habe. Aber die Welt sei eben auch voller Überraschungen und es könnten positive Dinge passieren. In der ersten Januarhälfte hätten wir bereits einen drastischen Rückgang der Gaspreise und der Inflationszahlen erlebt. China habe sich wieder umfassend in die Weltwirtschaft integriert und seinen Bausektor massiv gestärkt. Hoffen wir, dass dies alles den Ton für das Jahr angibt - hoffen wir auf ein uninteressantes Jahr 2023, so die Experten von M&G Investments. (06.02.2023/fc/a/f)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 21,564 € | 21,558 € | 0,006 € | +0,03% | 17.04./12:52 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| LU1670707527 | A2JRB0 | 22,52 € | 15,85 € | |


