M&G Pan European Fonds im Fokus


31.08.07 15:51
Morningstar

München (aktiencheck.de AG) - Der M&G Pan European Fonds (ISIN GB0030927924 / WKN 798472) gefällt den Experten von "Morningstar" besser als in der Vergangenheit, einige Bedenken sind jedoch geblieben.

Fondsmanager Giles Worthington verbinde bei der Aktienauswahl einen thematischen Ansatz mit der fundamentalen Unternehmensanalyse. Er suche nach Unternehmen, die von großen Makrotrends profitieren sollten: Restrukturierung, Wachstum in Osteuropa, Konsolidierung. Dabei bevorzuge er Unternehmen, die für nachhaltiges Wachstum positioniert seien. Anzeichen dafür seien hohe Cash Flows, ein gutes Management und hohe Markteintrittsbarrieren. Zu den (mittlerweile verkauften) Portfoliopositionen habe beispielsweise OPAP, die griechische Sportwetten- und Lotteriegesellschaft, gehört.

Seit Worthington den Fonds im September 2003 übernommen habe, habe sich einiges im Portfolio geändert. Der Manager bewege sich stärker im Nebenwertebereich und verzichte auf Large Caps aus etablierten Märkten (Schweiz oder Großbritannien) zugunsten kleinerer Randmärkte wie Griechenland oder Irland. Sie böten in seinen Augen die höheren Wachstumsraten. Zudem handle es sich um ineffizientere Märkte, die von Analysten weniger beobachten würden. Zwischen August 2004 und Juni 2007 habe der Anteil der beiden Länder im Portfolio durchschnittlich 17% betragen (gegenüber 7% für die Kategorie "Aktien Europa mittelgroß").

Die Bereitschaft des Managers, sich von der Masse abzusetzen, habe ihren Reiz. In Verbindung mit einer guten Aktienauswahl habe der Fonds damit bessere Chancen für eine Outperformance gegenüber dem Vergleichsindex als benchmarknahe Produkte. Der Fonds platziere sich auf Sicht von drei Jahren im Mittelfeld seiner Kategorie "Aktien Europa mittelgroß". Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten, die eine ähnliche Aufteilung auf große und mittlere Unternehmen aufweisen würden, sehe der Fonds ordentlich aus. Dieses deute darauf hin, dass der Manager auch über die Nebenwertebeimischung hinaus Mehrwert geschaffen habe.

Dennoch hätten die Experten von "Morningstar" einige Vorbehalte. Die Umschlagsquote im Portfolio erscheine relativ hoch (133% zum Ende Februar 2007), obwohl der Fondsmanager erkläre, nach nachhaltigem Wachstum zu suchen. Dies könnte an der guten Wertentwicklung von Mid Caps in den vergangenen Jahren liegen, sollte aber im Auge behalten werden. Zudem dürften Mid Caps mittlerweile gegenüber Blue Chips recht teuer sein. Sie hätten auch von der starken Übernahmetätigkeit profitiert, was sich in Zukunft angesichts der aktuellen Kreditkrise ändern könnte. In Anbetracht des hohen Anteils an mittelgroßen Unternehmen dränge sich ein Kauf momentan nicht auf.

Während der Fondsmanager bisher auf eine gute Bilanz verweisen könne, stehe die Bewährungsprobe unter unterschiedlichen Marktbedingungen noch aus. Anleger sollten das Risiko, das mit Nebenwerten derzeit verbunden sei, nicht außer Acht lassen. (Ausgabe vom 28.08.2007) (31.08.2007/fc/a/f)