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Magerschwein vor deutlicher Verteuerung?
24.04.09 09:18
Rohstoff-Trader
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Der Markt für Magerschwein war speziell im letzten Jahr durch ein massives Überangebot gekennzeichnet, nachdem die Notierungen zuvor über einen längeren Zeitraum deutlich angezogen hatten, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".
Nicht einmal die bemerkenswert starken Exporte hätten an der viel zu üppigen Versorgungssituation etwas ändern können, so dass die Preise naturgemäß unter verstärkten Abgabedruck geraten seien. Mittlerweile jedoch seien die "Karten neu gemischt" und man müsse sich zumindest die Frage stellen, ob mageres Schweinefleisch unmittelbar vor einer signifikanten Verteuerung stehe.
Anfang März habe das US-Landwirtschaftsministerium bekannt gegeben, dass man für 2009 mit einem Rückgang der Schweinefleisch-Produktion von zwei Prozent rechne. Bislang betrage das Minus fünf Prozent und es bestehe eine nicht zu unterschätzende Wahrscheinlichkeit, dass die genanten zwei Prozent etwas zu optimistisch seien. Immerhin hätten sich bei der letzten Zählung vor einigen Wochen lediglich 65,389 Millionen Schweine in den amerikanischen Mastbetrieben befunden. Das seien 2,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Wenngleich die Erwartungen des Marktes damit leicht übertroffen worden seien, würden die Experten davon ausgehen, dass der Magerschwein-Output im laufenden Jahr eher drei bis 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen werde, zumal Mais als Hauptfuttermittel nicht gerade spottbillig sei und auch die Züchter unter der allgemeinen Wirtschaftskrise leiden würden.
In Anbetracht der sinkenden Produktion dürften die Kühlhausbestände an magerem Schweinefleisch weiter zurückgehen. Bereits in den zurückliegenden Monaten habe man einen regelrechten Einbruch der Vorräte beobachten können. Ende März hätten die Bestände 593 Millionen amerikanische Pfund betragen, was einem Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2008 entspreche. Insofern könne man feststellen, dass sich die Angebotsseite erkennbar entspannt habe.
Ob die Lagerbestände tatsächlich weiter fallen würden, hänge aber natürlich auch von der Nachfrage ab. Vor allem für die nächsten Monate könnten sich die Experten einen anziehenden Konsum in den Vereinigten Staaten vorstellen. Hierfür gebe es zwei entscheidende Gründe: Zum einen werde während den warmen Sommermonaten traditionell mehr Schwein verzehrt. Darüber hinaus sei zu bedenken, dass Schwein merklich billiger als Rind sei. Wegen der Wirtschaftskrise würden zahlreiche US-Bürger den Gürtel enger schnallen müssen und es sei daher zu erwarten, dass vermehrt das preiswertere Schweinefleisch auf den Tellern und den Grills landen werde. So gesehen könne man die generellen Aussichten für den Magerschweinmarkt zumindest als moderat "buhlisch" bezeichnen.
Als problematisch könnten sich allenfalls die Exporte entpuppen. Die Ausfuhren seien in den letzten Jahren exorbitant hoch gewesen, nicht zuletzt weil in China eine Schweineseuche grassierte und man im "Reich der Mitte" lieber auf amerikanisches Fleisch zurückgegriffen habe. Mittlerweile scheine man diese Seuche in den Griff bekommen zu haben und es sei demzufolge davon auszugehen, dass die Lust auf amerikanisches Schweinefleisch signifikant abnehme. Erste diesbezügliche Anzeichen habe es bereits zu Jahresbeginn gegeben: Im Januar hätten die Ausfuhren laut der US Meat Export Federation vier Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2008 gelegen.
Auf der anderen Seite gebe es in China derzeit ernst zunehmende Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung. Dadurch werde der Lebenstandart der dortigen Bevölkerung weiter steigen und damit auch der Fleischkonsum. Letztlich würden davon auch die US-Ausfuhren profitieren, so dass dieser Bereich im laufenden Jahr durchaus noch für die eine oder andere Überraschung sorgen könnte.
Auch wenn die fundamentalen Rahmenbedingungen tendenziell für steigende Kurse sprechen würden, sei die technische Situation bei Magerschwein noch über alle Maßen "bärisch". Der Abwärtstrend seit Sommer vergangenen Jahres sei nach wie vor vollständig intakt. Zwischen Mitte Februar und Anfang April habe es zwar Erholungsversuche gegeben. Diese seien zuletzt jedoch erneut recht deutlich abverkauft worden, nachdem der Widerstand bei knapp 74 US-Cents habe nicht überwunden werden können.
Entsprechend würden sowohl der MACD als auch die Stochastik ein unübersehbares Verkaufssignal generieren. Und auch der RSI befinde sich mit 43 im "bärischen" Bereich. Da der Juni-Future zudem erkennbar unter seiner 18-Tage-Linie notiere, würden sich Long-Engagements für technisch orientierte Trader gegenwärtig absolut nicht aufdrängen. Um einen Einstieg auf der "langen Seite" überhaupt ansatzweise in Betracht ziehen zu können, sollte man zunächst abwarten, ob die zentrale Unterstützung bei etwa 70 US-Cents verteidigt werden könne und sich im Anschluss eine Umkehrformation herausbilde. Zur Stunde erscheine es in jedem Fall angebrachter, den Markt lediglich zu beobachten. (24.04.2009/ac/a/m)
Nicht einmal die bemerkenswert starken Exporte hätten an der viel zu üppigen Versorgungssituation etwas ändern können, so dass die Preise naturgemäß unter verstärkten Abgabedruck geraten seien. Mittlerweile jedoch seien die "Karten neu gemischt" und man müsse sich zumindest die Frage stellen, ob mageres Schweinefleisch unmittelbar vor einer signifikanten Verteuerung stehe.
Anfang März habe das US-Landwirtschaftsministerium bekannt gegeben, dass man für 2009 mit einem Rückgang der Schweinefleisch-Produktion von zwei Prozent rechne. Bislang betrage das Minus fünf Prozent und es bestehe eine nicht zu unterschätzende Wahrscheinlichkeit, dass die genanten zwei Prozent etwas zu optimistisch seien. Immerhin hätten sich bei der letzten Zählung vor einigen Wochen lediglich 65,389 Millionen Schweine in den amerikanischen Mastbetrieben befunden. Das seien 2,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Wenngleich die Erwartungen des Marktes damit leicht übertroffen worden seien, würden die Experten davon ausgehen, dass der Magerschwein-Output im laufenden Jahr eher drei bis 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen werde, zumal Mais als Hauptfuttermittel nicht gerade spottbillig sei und auch die Züchter unter der allgemeinen Wirtschaftskrise leiden würden.
In Anbetracht der sinkenden Produktion dürften die Kühlhausbestände an magerem Schweinefleisch weiter zurückgehen. Bereits in den zurückliegenden Monaten habe man einen regelrechten Einbruch der Vorräte beobachten können. Ende März hätten die Bestände 593 Millionen amerikanische Pfund betragen, was einem Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2008 entspreche. Insofern könne man feststellen, dass sich die Angebotsseite erkennbar entspannt habe.
Als problematisch könnten sich allenfalls die Exporte entpuppen. Die Ausfuhren seien in den letzten Jahren exorbitant hoch gewesen, nicht zuletzt weil in China eine Schweineseuche grassierte und man im "Reich der Mitte" lieber auf amerikanisches Fleisch zurückgegriffen habe. Mittlerweile scheine man diese Seuche in den Griff bekommen zu haben und es sei demzufolge davon auszugehen, dass die Lust auf amerikanisches Schweinefleisch signifikant abnehme. Erste diesbezügliche Anzeichen habe es bereits zu Jahresbeginn gegeben: Im Januar hätten die Ausfuhren laut der US Meat Export Federation vier Prozent unter dem Vergleichszeitraum 2008 gelegen.
Auf der anderen Seite gebe es in China derzeit ernst zunehmende Anzeichen für eine wirtschaftliche Erholung. Dadurch werde der Lebenstandart der dortigen Bevölkerung weiter steigen und damit auch der Fleischkonsum. Letztlich würden davon auch die US-Ausfuhren profitieren, so dass dieser Bereich im laufenden Jahr durchaus noch für die eine oder andere Überraschung sorgen könnte.
Auch wenn die fundamentalen Rahmenbedingungen tendenziell für steigende Kurse sprechen würden, sei die technische Situation bei Magerschwein noch über alle Maßen "bärisch". Der Abwärtstrend seit Sommer vergangenen Jahres sei nach wie vor vollständig intakt. Zwischen Mitte Februar und Anfang April habe es zwar Erholungsversuche gegeben. Diese seien zuletzt jedoch erneut recht deutlich abverkauft worden, nachdem der Widerstand bei knapp 74 US-Cents habe nicht überwunden werden können.
Entsprechend würden sowohl der MACD als auch die Stochastik ein unübersehbares Verkaufssignal generieren. Und auch der RSI befinde sich mit 43 im "bärischen" Bereich. Da der Juni-Future zudem erkennbar unter seiner 18-Tage-Linie notiere, würden sich Long-Engagements für technisch orientierte Trader gegenwärtig absolut nicht aufdrängen. Um einen Einstieg auf der "langen Seite" überhaupt ansatzweise in Betracht ziehen zu können, sollte man zunächst abwarten, ob die zentrale Unterstützung bei etwa 70 US-Cents verteidigt werden könne und sich im Anschluss eine Umkehrformation herausbilde. Zur Stunde erscheine es in jedem Fall angebrachter, den Markt lediglich zu beobachten. (24.04.2009/ac/a/m)


