ODDO BHF Green Planet-Fonds: Investitionen in das Stromnetz der Zukunft - Fondsanalyse


24.10.23 10:00
ODDO BHF Asset Management

Düsseldorf (www.fondscheck.de) - Für eine erfolgreiche Energiewende ist ein modernes, leistungsfähiges Stromnetz unerlässlich, so die Experten von ODDO BHF Asset Management.

Im vergangenen Jahr 2022 hätten die globalen Investitionen in Modernisierung und Aufbau von Stromnetzen 274 Milliarden US-Dollar betragen. Dieser Betrag reiche bei weitem nicht aus. "Der jährliche Investitionsbedarf in einem CO2-neutralen Szenario bis 2050 beläuft sich auf fast 800 Milliarden US-Dollar", gebe Nicolas Jacob, Fondsmanager von ODDO BHF Green Planet, in einem aktuellen Marktkommentar zu bedenken. Dabei sei die Herstellung von Kabeln und insbesondere Hochspannungskabeln zentral für die Erreichung der CO2-Neutralität.

Weltweit sei der Ausbau von Stromnetzen zuletzt schleppend gelaufen. Der Investitionsstau, der sich in vielen Regionen zeige, habe zwar bisher durch eine höhere Energieeffizienz kompensiert werden können. Drei Faktoren dürften dem Fondsmanager zufolge jedoch nun zu einer Beschleunigung der Investitionen führen. 70% der Stromnetze in den USA und Europa seien älter als 30 Jahre. Gleichzeitig wachse die Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien. Bei Einhaltung der Emissionsziele sei bis 2050 eine Quote von 80% erneuerbarer Energie am Strommix nötig, derzeit seien es lediglich 12%. "Die Entwicklung neuer Nutzungsformen, insbesondere in den Bereichen Mobilität und Digitalisierung, beispielsweise bei Elektrofahrzeugen und Rechenzentren, erzeugen einen Mehrbedarf an Strom und machen den verstärkten Netzausbau notwendig", so Jacob.

Die notwendigen Investitionen würden zu 19% in die Ersetzung stark veralteter Anlagen, die Modernisierung (40%) und den Aufbau (41%) von Infrastrukturanlagen fließen. Letztere würden schätzungsweise zu 40% in Übertragungsinfrastruktur, Hochspannungsnetze für den Transport über weite Strecken, und zu 60% in Verteilungsinfrastruktur, also Netze für Mittel- und Niederspannung zum Transport im Nahbereich, verwendet werden. Fondsmanager Jacob sehe für die Betreiber dieser Netze wie auch die gesamte Wertschöpfungskette bedeutende Wachstumschancen: "Bis 2030 wird der Markt um durchschnittlich 7-8% pro Jahr wachsen."

Vor allem Hersteller von Stromkabeln würden volle Auftragsbücher erwarten. 4-5% Wachstum bis 2030 könnten Hersteller von Nieder- und Mittelspannungskabel erwarten. Diese seien essentiell für Anwendungen, die in Zusammenhang mit der Endnachfrage stünden, beispielsweise Verkehr, Telekommunikation und Gebäude.

Hingegen seien sogar 15-20% Wachstum im Markt für Hochspannungskabel möglich. Die vier größten Anbieter Prysmian, Nexans, Sumitomo Electric und NKT* hätten einen Marktanteil von über 50%. "Die Herstellung von Unterwasser- und Landverbindungen sowie Offshore-Windkraftanlagen sind einerseits durch hohe technologische Eintrittsbarrieren und andererseits mangelnde Konkurrenz aufgrund des Oligopols "doppelt bis dreimal so rentabel wie der Markt für Nieder- und Mittelspannungskabel", betone Jacob.

*Keines der vorstehend genannten Unternehmen stellt eine Anlageempfehlung dar. (24.10.2023/fc/a/f)