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ODDO BHF Green Planet: Nachhaltiger Tourismus - Takeoff für nachhaltige Flugkraftstoffe
21.09.23 11:30
ODDO BHF Asset Management
Düsseldorf (www.fondscheck.de) - Am 27. September ist World Tourism Day, so Nicolas Jacob, Fondsmanager des ODDO BHF Green Planet, in einem Marktkommentar.
In diesem Jahr stehe der von der UN ins Leben gerufene internationale Tag des weltweiten Tourismus unter dem Motto "Tourismus und grüne Investitionen". Das Thema dränge angesichts der Probleme durch Overtourism und einem Rekord bei Flugreisen. So seien laut Flightradar24 am 20. Juli 2023 weltweit insgesamt über 139.000 Flugzeuge in der Luft gewesen - mehr als jemals zuvor.
"Der internationale Flugverkehr ist bereits heute für 3% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und einzig die großflächige Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels - SAF) kann den strukturell wachsenden Sektor noch auf einen Dekarbonisierungspfad bringen", schreibe Nicolas Jacob.
Je nach Technologie und verwendeten Rohstoffen hätten sich mit SAF die Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin um bis zu 80% reduzieren lassen. Während die Ökobilanz von SAF der ersten Generation auf Pflanzenbasis aufgrund der extra hierfür angebauten Rohstoffe nicht besonders gut ausfalle, sei mit SAF der zweite Generation auf der Basis von Biomasse oder organischen Abfällen (tierische Fette, Siedlungsabfälle) eine Reduktion der CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin von 20% bis 80% möglich.
Aktuell mache die Produktion von SAF nur 0,15% des Gesamtverbrauchs an Flugzeugtreibstoff aus. Da sich herkömmliche Raffinerien nicht für die Herstellung von Biokraftstoffen eignen würden, bestehe ein hoher Investitionsbedarf, und die Beschaffung der erforderlichen Rohstoffe in großem Maßstab sei noch ineffizient. "Als unmittelbare Folge sind SAF für den Luftfahrtsektor nach wie vor zwei bis dreimal so teuer wie herkömmliches Kerosin." Und Treibstoff mache mit etwa 30% einen nicht unerheblichen Teil der Betriebskosten einer Fluggesellschaft aus. Aber der Markt verändere sich gerade rasant. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums könnte der weltweite SAF-Markt bis 2030 ein Volumen von 60 Milliarden US-Dollar erreichen.
Die Gesetzgeber in den USA und Europa hätten zuletzt insbesondere die Entwicklung von SAF der zweiten Generation forciert, indem sie schrittweise ansteigende Mindestquoten festgelegt hätten. Die Biden-Regierung habe sich ein Ziel von 10% SAF bis 2030 gesetzt. In der europäischen Verordnung "ReFuelEU Aviation" seien Mindestquoten von 15% bis 2030 vorgesehen. Dieser Anteil solle jährlich um zwei Prozentpunkte erhöht werden, womit 2035 25% und 2050 55% erreicht wären. Flankierend würden auch starke Produktionsanreize existieren.
Der Inflation Reduction Act (IRA) in den USA sehe eine Steuergutschrift in Höhe von 1,25 Dollar pro Gallone vor, sofern die Kohlenstoffintensität durch den Einsatz von SAF um mindestens 50% im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin gesenkt werde. Ähnlich in Europa: "Hier sind SAF zwar noch nicht unter den acht von der EU als strategisch eingestuften Netto-Null-Technologien aufgelistet, werden aber von der Kommission als sonstige Netto-Null-Technologie geführt und sind damit ebenfalls förderfähig", schreibe Nicolas Jacob.
Weltweit würden neben einigen Spezialisten wie Neste, Aemetis oder Darling Ingredients die großen Ölkonzerne wie Shell, ExxonMobil, BP oder TotalEnergies den SAF-Markt dominieren, zum einen aufgrund ihres technischen Know-hows in der Raffination, aber auch weil sie erhebliche Investitionen mobilisieren könnten. Der US-Konzern und Pionier im Bereich der Kreislaufwirtschaft Darling Ingredients verwerte Eiweiß und Fettabfälle (hauptsächlich Tierkadaver und Altspeiseöl) und nutze diese wieder als nachhaltige Inhaltsstoffe zur Herstellung von Lebensmitteln, Gesundheitsprodukten und Biokraftstoffen der zweiten Generation.
Im Bereich Biokraftstoffe habe das Unternehmen, das auch zu Jacobs Fondsportfolio zähle, 2011 zusammen mit dem US-amerikanischen Raffineriekonzern Valero ein Joint-Venture namens Diamond Green Diesel mit dem Ziel gegründet, die Biodieselproduktion auszubauen. "Diamond Green Diesel hat damit Zugriff sowohl auf das einzigartige Netz zur Einsammlung von Altölen und Tierfetten von Darling Ingredients als auch auf die Raffinerie-Expertise von Valero und ist zum führenden Biokraftstoffhersteller in Nordamerika aufgestiegen", so der Fondsmanager. Ab 2025 würden die Partner jährlich 1,8 Milliarden Liter SAF der zweiten Generation in Texas produzieren wollen. "Das entspricht dem Sechsfachen der weltweiten Produktion im Jahr 2022 und etwa 20% der für 2025 bis 2030 prognostizierten weltweiten Kapazität", erläutere Jacob. (21.09.2023/fc/a/f)
In diesem Jahr stehe der von der UN ins Leben gerufene internationale Tag des weltweiten Tourismus unter dem Motto "Tourismus und grüne Investitionen". Das Thema dränge angesichts der Probleme durch Overtourism und einem Rekord bei Flugreisen. So seien laut Flightradar24 am 20. Juli 2023 weltweit insgesamt über 139.000 Flugzeuge in der Luft gewesen - mehr als jemals zuvor.
"Der internationale Flugverkehr ist bereits heute für 3% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich und einzig die großflächige Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels - SAF) kann den strukturell wachsenden Sektor noch auf einen Dekarbonisierungspfad bringen", schreibe Nicolas Jacob.
Je nach Technologie und verwendeten Rohstoffen hätten sich mit SAF die Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin um bis zu 80% reduzieren lassen. Während die Ökobilanz von SAF der ersten Generation auf Pflanzenbasis aufgrund der extra hierfür angebauten Rohstoffe nicht besonders gut ausfalle, sei mit SAF der zweite Generation auf der Basis von Biomasse oder organischen Abfällen (tierische Fette, Siedlungsabfälle) eine Reduktion der CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin von 20% bis 80% möglich.
Die Gesetzgeber in den USA und Europa hätten zuletzt insbesondere die Entwicklung von SAF der zweiten Generation forciert, indem sie schrittweise ansteigende Mindestquoten festgelegt hätten. Die Biden-Regierung habe sich ein Ziel von 10% SAF bis 2030 gesetzt. In der europäischen Verordnung "ReFuelEU Aviation" seien Mindestquoten von 15% bis 2030 vorgesehen. Dieser Anteil solle jährlich um zwei Prozentpunkte erhöht werden, womit 2035 25% und 2050 55% erreicht wären. Flankierend würden auch starke Produktionsanreize existieren.
Der Inflation Reduction Act (IRA) in den USA sehe eine Steuergutschrift in Höhe von 1,25 Dollar pro Gallone vor, sofern die Kohlenstoffintensität durch den Einsatz von SAF um mindestens 50% im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin gesenkt werde. Ähnlich in Europa: "Hier sind SAF zwar noch nicht unter den acht von der EU als strategisch eingestuften Netto-Null-Technologien aufgelistet, werden aber von der Kommission als sonstige Netto-Null-Technologie geführt und sind damit ebenfalls förderfähig", schreibe Nicolas Jacob.
Weltweit würden neben einigen Spezialisten wie Neste, Aemetis oder Darling Ingredients die großen Ölkonzerne wie Shell, ExxonMobil, BP oder TotalEnergies den SAF-Markt dominieren, zum einen aufgrund ihres technischen Know-hows in der Raffination, aber auch weil sie erhebliche Investitionen mobilisieren könnten. Der US-Konzern und Pionier im Bereich der Kreislaufwirtschaft Darling Ingredients verwerte Eiweiß und Fettabfälle (hauptsächlich Tierkadaver und Altspeiseöl) und nutze diese wieder als nachhaltige Inhaltsstoffe zur Herstellung von Lebensmitteln, Gesundheitsprodukten und Biokraftstoffen der zweiten Generation.
Im Bereich Biokraftstoffe habe das Unternehmen, das auch zu Jacobs Fondsportfolio zähle, 2011 zusammen mit dem US-amerikanischen Raffineriekonzern Valero ein Joint-Venture namens Diamond Green Diesel mit dem Ziel gegründet, die Biodieselproduktion auszubauen. "Diamond Green Diesel hat damit Zugriff sowohl auf das einzigartige Netz zur Einsammlung von Altölen und Tierfetten von Darling Ingredients als auch auf die Raffinerie-Expertise von Valero und ist zum führenden Biokraftstoffhersteller in Nordamerika aufgestiegen", so der Fondsmanager. Ab 2025 würden die Partner jährlich 1,8 Milliarden Liter SAF der zweiten Generation in Texas produzieren wollen. "Das entspricht dem Sechsfachen der weltweiten Produktion im Jahr 2022 und etwa 20% der für 2025 bis 2030 prognostizierten weltweiten Kapazität", erläutere Jacob. (21.09.2023/fc/a/f)


