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Öl im Aufwind dank sinkender US-Produktion


29.02.16 15:17
Saxo Bank

Kopenhagen (www.fondscheck.de) - "Der Energiesektor trotzte in der vergangenen Woche einem neuen 17-Jahrestief bei Gas und verzeichnete mit 5,2 Prozent sein erstes Plus in vier Wochen. Gründe hierfür waren vor allem US-Produktionskürzungen bei Öl und eine anhaltende Diskussion unter Produzenten über eine Förderdrosselung", sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

Angetrieben vom Energie- und Agrarrohstoffsektor sei der Bloomberg Rohstoffindex ebenfalls zum ersten Mal seit vier Wochen gestiegen und rangiere nun fünf Prozent über seinem Rekordtief aus dem Januar 2016.

Gold habe sich in der vergangenen Woche seitwärts bewegt, nachdem wochenlange Zukäufe für einen allgemeinen Stimmungsumschwung gesorgt hätten. "Sorgen vor einer Rezession und niedrige Leitzinsen haben ein positives Momentum für Gold geschaffen. Das führte zu massiven Zukäufen durch ETFs", sage Hansen. Auch 2015 habe Gold zu Beginn des Jahres durch den sogenannten Frankenschock und das Quantitative Easing der EZB starke Gewinne verzeichnet. Dies werfe nun die Frage auf, ob es sich auch bei der aktuellen Rallye nur um eine kurzfristige Entwicklung handele.

"Unserer Meinung nach deuten die derzeitigen Entwicklungen an den Märkten aber tatsächlich auf einen Stimmungswandel zugunsten von Edelmetallen hin. Die Zinswende in den USA sowie der Preisverfall bei Öl und globalen Aktien haben die Nachfrage nach dem gelben Metall erneut angefeuert", sage Hansen.

Rohöl befinde sich derzeit weiter auf Konsolidierungskurs. "Die jüngsten Daten zum Bruttoinlandsprodukt in den USA fielen besser aus als erwartet. Das sorgte bei den Ölbenchmarken WTI und Brent für Kursgewinne. Beide kletterten auf ihre Schlüsselwiderstände von 34,80 bzw. 36,75 US-Dollar pro Barrel", sage Hansen. Da von einem Rückgang der globalen Überproduktion nicht vor 2017 zu rechnen sei, würden die Fundamentaldaten derzeit allerdings nicht die These einer möglichen längeren Preisrally unterstützen. "Bei Öl existiert derzeit ein immenser Fokus sowohl auf Short- als auch auf Longtrades. Insofern dürfte jeder Ausbruch aus der bislang vorherrschenden Preisspanne eine Reaktion und eine mögliche Überschreitung zur Folge haben", sage Hansen abschließend. (29.02.2016/fc/a/m)