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Ölpreis extremer Anstieg


25.02.11 14:11
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Diese Woche ist genau das eingetroffen, worüber die Experten vom "Rohstoff-Trader" in den letzten Ausgaben schon berichtet haben. Die Unruhen im Nahen Osten finden kein Ende.

Die Aufstände würden von einem Land in das andere übergehen. Tunesien und Ägypten hätten es vorgemacht und gezeigt, dass man mit einem Volksaufstand die eigene Regierung in die Knie zwingen könne. Genau diesem Beispiel würden nun die Einwohner im Nahen Osten folgen. Unterdrückte Völker hätten nun den Mut, sich gegen das Regime zu stellen und für ihre Freiheit zu kämpfen.

Zu Beginn der Aufstände in Tunesien seien die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft noch überschaubar gewesen. Als die Proteste aber in Ägypten losgegangen seien, habe man die Auswirkungen an den Kapitalmärkten spüren können. Ägypten spiele im Ölmarkt eine wichtige Rolle, sodass Unsicherheit in Preisanstiegen resultiert habe. Jetzt würden sich die Aufstände in immer wichtigere Regionen bewegen. Aktuell sei Libyen betroffen.

Libyen spiele im Ölmarkt eine weitaus größere Rolle als Ägypten oder Tunesien. Libyen gehöre zu den großen Ölförderern der Welt und produziere hochwertiges Öl. Ein Großteil des Öls fließe nach Europa. Dementsprechend würden die Experten auch die Auswirkungen an den Kapitalmärkten sehen. Der Ölpreis sei diese Woche um mehrere Prozente angesprungen und habe zeitweise über 119 US-Dollar notiert. Grund für den starken Preisanstieg seien die Produktionsausfälle in Libyen. Momentan würden um die 400.000 Barrel pro Tag entfallen. Von der gesamten libyschen Ölproduktion seien das ein Viertel. Viele Anleger, Investoren oder Unternehmen seien darüber besorgt und wollten sich im Falle einer Ölknappheit absichern.

Die Experten vom "Rohstoff-Trader" sind aber der Meinung, dass die Sorgen an den Märkten übertrieben sind. Öl sei die Haupteinnahmequelle Libyens, sodass es im Interesse des Landes sei, die Produktion sobald wie möglich wieder
aufzunehmen. Was wir momentan an den Märkten sehen würden, sei weniger fundamental begründet, sondern vielmehr spekulativ. Im Falle einer Knappheit könnten immer noch andere Länder einspringen - sei es auch mit weniger qualitativem Öl. Der Preisanstieg sei in den letzten Tagen extrem gewesen, dementsprechend werde auch der Preisrückgang ausfallen, sobald sich die Lage wieder beruhigt habe.

Das einzig besorgniserregende sei ein mögliches "Überschwappen" der Aufstände auf wichtigere Ölproduzenten im nahen Osten. Ob das jedoch eintreffe, bleibe weiter zu beobachten. Die Entwicklung der im März angekündigten Proteste werde ausschlaggebend sein, ob sich der Ölpreis beruhigen oder weiter nach oben rasen werde. (25.02.2011/ac/a/m)