Ölpreis in intaktem Abwärtstrend


05.01.09 09:00
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Der erste Handelstag des neuen Jahres 2009 ist vorbei und bisher war der Handel an den Rohstoff- und Aktienmärkten relativ ruhig, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".

Die meisten Händler und Fondsmanager würden sich noch im Urlaub befinden, weswegen das Volumen auch weiterhin dünn bleiben dürfte und damit die Märkte kurzfristig von größeren Orders in die eine oder andere Richtung gedrückt werden könnten.

Vor allem die aktuelle Erholung bei Rohöl sei nicht gerade von vielen Kontrakten begleitet, weswegen die Experten hier erneut eine gute Gelegenheit sehen würden, neue Short-Positionen zu eröffnen, sobald sich Erschöpfungsanzeichen in der Chartformation zeigen würden. Obwohl laut den neuesten Umfragen von Bloomberg 33 Analysten annehmen würden, dass der Ölpreis im Durchschnitt auf 60 US-Dollar in 2009 steigen werde, würden die Experten von derartigen Prognosen nichts halten.

Dieselben Analysten hätten auch im Jahr 2008 lauthals einen Ölpreis von 200 US-Dollar und sogar 250 US-Dollar verkündet und niemand habe sich vorstellen können, dass der Preis extrem rasant wieder unter die Marke von 40 US-Dollar fallen würde. Obwohl die Experten einen Anstieg bei Öl auf 60 US-Dollar und mehr für möglich halten würden, würden sie dennoch davon ausgehen, dass zuerst der Bereich von 25 bis 30 US-Dollar mit möglichen Einbrüchen auf 20 US-Dollar getestet werde.

Der Grund für diese Annahme liege primär darin, dass sich der Ölpreis in einem intakten Abwärtstrend befinde, der äußerst stabil verlaufe und bisher viel Geld für die Bären bedeutet habe. Ein weiteres Argument sei die sich abschwächende Wirtschaftsleistung in Asien und hier allen voran China und Japan. Die aktuellen Exportwerte für Japan und China, deren Volkswirtschaften sehr stark von der Auslandsnachfrage abhängen würden, würden deutliche Rückgänge zeigen, die auf Sicht von mehreren Jahren signifikant seien.

Des Weiteren würden auch die jüngsten Umfragen in der Industrie zeigen, dass es deutliche Abschwünge gebe, was die These der Experten verstärke, dass die Wirtschaftsleistung dieser beiden Giganten deutlich rückläufig sein werde und damit auch die Ölnachfrage leiden werde. Obwohl kurzfristig ein Krieg Israels gegen Hamas einen Sprung um einige Dollar auslösen könnte, werde mittelfristig die Nachfrageseite dominieren. Da nicht einmal die Kürzungen der OPEC den Trend umkehren konnten, sehen die Experten vom "Rohstoff-Trader" eine extreme Schwäche in den Öl-Futures und suchen hier mittelfristig auf Sicht von drei bis sechs Monaten nach weiteren Einstiegsgelegenheiten für Short-Positionen. (05.01.2009/ac/a/m)