Ölpreise im Höhenrausch


09.03.12 15:20
RohstoffJournal

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Fahrt zur Tankstelle ist gerade für Vielfahrer ein Graus, berichten die Experten vom "RohstoffJournal".

Immer neue Rekordpreise würden an den Zapfsäulen abverlangt. Nun möchten die Analysten an dieser Stelle nicht unbedingt die Laune der Anleger verhageln, aber es werde sehr wahrscheinlich in den kommenden Wochen und Monaten nicht besser werden; im Gegenteil, es könnte noch schlimmer werden.

Als verlässlicher Preistreiber habe sich in der jüngsten Vergangenheit der Iran-Konflikt herausgestellt. Hätten bis vor kurzem nur die wenigsten Leser die Straße von Hormus gekannt, sei sie jetzt fast jedem ein Begriff, spiele sie doch eine entscheidende Rolle im globalen Ölhandel. Drohung - Gegendrohung, so laufe das Spiel schon seit geraumer Zeit. Die große Unbekannte: Israel. In die Enge getrieben und unter Zeitdruck gesetzt, könnten sich die Israelis zu einem Präventivschlag gegen die Atomanlagen des Irans hinreißen lassen und den offenen Konflikt heraufbeschwören.

Mit großen Unbehagen sei an das Jahr 2007 erinnert, als Israel per unangekündigten Luftschlag gegen eine syrische Anlage für Aufsehen gesorgt habe. Offiziell habe es sich damals um ein Agrar-Institut gehandelt, inoffiziell solle es eine Anlage mit nordkoreanischer Atomtechnik gewesen sein. Israel habe sich bis heute nicht zum Ziel selbst geäußert, sondern nur den Luftschlag als solchen eingeräumt. Während Syrien damals nur den Zeigefinger gehoben und Israel ermahnt habe, dürfe eine solch "diplomatische" Reaktion im Falle des Falles nicht vom Iran erwartet werden. Kurzum: So lange der Konflikt schwele, werde er immer ein fruchtbarer Boden für Spekulationen sein und die Ölpreise auf hohem Niveau verharren lassen. Das Worst-Case-Szenario wollten sich die Experten hierbei aber gar nicht erst ausmalen.

Ein Blick auf die Saisonalität verheiße nichts Gutes, denn eigentlich befinden wir uns inmitten der größten Schwächephase in der jahreszeitlichen Entwicklung der Ölpreise, das hängt vor allem mit dem nahenden Ende der Heizperiode in unseren Breitegraden ab, so die Experten vom "RohstoffJournal". Die Tanks seien leer und müssten wohl oder übel bis zum nächsten Winter aufgefüllt werden. Unter saisonalen Aspekten dürften daher die Rohölpreise ab März weiter steigen.

Brent C.O. sei aus einer großen bullischen Flaggenformation ausgebrochen. Das übergeordnete Kursziel dieser Ausbruchsbewegung 150 US-Dollar! Das seien noch knapp 25 US-Dollar oder etwa 20 Prozent Aufwärtspotenzial. Die Bewegung gen 150 werde nicht gradlinig erfolgen, sodass es immer wieder zu Rücksetzern kommen dürfte, die aber wohl nicht mehr unter die Unterstützung von 116 US-Dollar gehen würden. (09.03.2012/ac/a/m)