Österreich Stimmung ist schlechter als die Lage


25.05.12 17:57
Erste Bank

Wien (www.aktiencheck.de) - Die Analysten der Erste Bank sehen an der Wiener Börse dasselbe Phänomen wie an anderen Aktienmärkten.

Von Unternehmensseite würden zumeist ansprechende bis über den Erwartungen liegende Zahlen vermeldet. Die Börsen würden aber nur auf die Makronews zu Griechenland, Spanien, etc. reagieren. Im Wochenvergleich würden die Analysten jedoch ein Plus von 1,3% sagen.

Aufgrund der zahlreichen Quartalsberichte müssten sich die Analysten hier recht kurz fassen. Diese Woche hätten Vienna Insurance Group (VIG) (ISIN AT0000908504 / WKN A0ET17) (leicht) und Schoeller-Bleckmann (SBO) (ISIN AT0000946652 / WKN 907391) (deutlich) positiv überraschen können. Die Analysten würden die VIG-Aktie aktuell dennoch interessanter sehen, da diese deutlich unter Buchwert und mit einem einstelligen KGV für einen Wachstumswert doch signifikant zu tief notiere.

Bei SBO seien die Erwartungen und damit die Bewertung der Aktie in Summe recht hoch, das Unternehmen habe aber nochmals überraschen können. Die Analysten würden die Aktie derzeit als gute "halten"-Empfehlung sehen, würden aber bei Rückschlägen jederzeit zugreifen. Die Aktie sei um 8,5% im Wochenvergleich gestiegen und sei damit ATX-Gewinner Nr. 1 gewesen.

Auch S IMMO habe in Q1 über den Erwartungen der Analysten gelegen. Die Aktie sei aus Sicht der Analysten etwas zu tief bewertet, leide aber unter dem geringen Handelsvolumen. Etwas unverständlich sei für die Analysten die Bewertung der Raiffeisen Bank Int.-Aktie (ISIN AT0000606306 / WKN A0D9SU). Das Unternehmen habe Q1-Zahlen berichtet, die deutlich besser als erwartet gewesen seien, die Aktie steige dennoch im Wochenvergleich "nur" um 3,0%. In diesem Sektor bleibe die Investorenzurückhaltung extrem hoch, die Bewertung dafür extrem tief. Für langfristig orientierte Anleger bleibe RBI ein echtes Schnäppchen.

Im Rahmen der Erwartungen hätten die CA Immobilien Anlagen gelegen, wo die Aktie mit +5,7% ebenso deutlich habe zulegen können. Die Aktie bleibe für die Analysten eine Kaufempfehlung, solange sie im deutlich einstelligen Bereich notiere. DO&CO sei ähnlich zu beurteilen - die Zahlen seien fast wie erwartet gekommen, daher ergebe sich kein Änderungsbedarf bei der Kaufempfehlung.

Auch Flughafen Wien habe im Prinzip im Rahmen der Erwartungen der Analysten beim Ergebnis gelegen, hier hätten die Analysten die Empfehlung nach dem Kursanstieg zuletzt aber auf "halten" zurückgenommen. Der UNIQA-Aktie könnten die Analysten auch nach den Q1-Zahlen nichts abgewinnen, hier würden sie an der Seitenlinie bleiben. voestalpine hätten die Analysten in einem neuen Report mit einem Ausblick auf das Q4-Ergebnis nächste Woche auf "kaufen" hochgestuft.

Das Bild sehe kurzfristig gar nicht so düster aus, wie die Analysten die täglichen Schlagzeilen betreffend Euro-Austritt Griechenlands weismachen wollten. Man sollte den Blick auf das Ganze nicht verlieren und auch die zumeist guten Unternehmenszahlen nicht ignorieren. Bei der aktuell extrem hohen Risikoprämie sei das verbleibende Abwärtsrisiko deutlich geringer. Obwohl mittelfristig noch nichts in trockenen Tüchern sei, seien die Analysten überzeugt, dass man bei einem ATX-Stand von rund 1.900 Punkten bei einem Großteil der ATX-Werte gute Kaufkurse sehe. (25.05.2012/ac/a/m)





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