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Politisches Umfeld stützt den Euro


14.12.12 10:42
UniCredit Research

München (www.aktiencheck.de) - Der Einfluss der beschlossenen FED-Maßnahmen auf das Kursgeschehen war nicht unerheblich, dürfte aber in den nächsten Tagen wieder den politischen Themen aus der Eurozone weichen, so die Analysten von UniCredit Research.

Die Einigung über eine gemeinsame Bankenaufsicht sei schon ein recht positiver Aspekt gewesen. Gleiches gelte für den (vorläufigen) Rückzieher Berlusconis. Kurzfristig werde das EU-Gipfelergebnis den Kursverlauf von EUR/USD prägen, begleitet von der Reaktion der Aktienbörsen. Hoffentlich gehe dem Währungspaar nicht wie nach den vergangenen beiden Gipfeln sofort wieder die Luft aus. Danach würden die Umfragen zu den italienischen Wahlen zunehmend mehr Platz einnehmen und die Märkte nervöser werden lassen, ausgedrückt in häufigen Kursschwankungen, mehrheitlich vermutlich noch zulasten des Euro. Chancen für ein weiteres Zwischenhoch in EUR/USD sehe man im Falle einer Einigung im US-Haushaltsstreit (Stichwort Fiscal Cliff).

Die SNB habe gestern ihre Zinsen unverändert gelassen und nochmals ausdrücklich ihren Willen zu Aufrechterhaltung des Mindestkursziels von 1,20 bekräftigt. Dennoch hätten sich die Märkte offenbar etwas mehr erhofft, da EUR/CHF mit leichten Kursverlusten reagiert habe. SNB-Präsident Jordan habe allerdings betont, er könne nicht ausschließen, dass die SNB (nach zwei Monaten Zurückhaltung) wieder in größerem Umfang intervenieren müsse. Auch auf die Frage nach Negativzinsen habe Jordan gemeint, man könne keine Maßnahmen ausschließen. Die Märkte seien also weiterhin gewarnt.

Die Analysten würden kurzfristig zwar keinen abrupten Kursanstieg erwarten, aber zumindest auch keine ständigen Attacken gegen das Kursziel von 1,20. Das Polster scheine dick genug zu sein, um bei 1,2020 bis 1,2030 das Meiste abzufangen. (14.12.2012/ac/a/m)