Rentenfonds mit High-Yield-Anteilen auf dem Prüfstand - Fondsanalyse


21.07.14 08:53
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Für viele Vermögensverwalter und institutionelle Anleger sind die das Salz in der Suppe: Rentenfonds mit High-Yield-Anteilen. "FundResearch" zeigt die aktuelle Entwicklung der Peergroup:

"Bei High-Yields sind die guten Zeiten vorbei", würden einige Investoren warnen. So hätten sich die Bestände im Segment High Yield mit Zuflüssen von über 100 Milliarden Euro seit 2011 nahezu verdoppelt. Vorsichtige Anleger würden da schon mal an Gewinnmitnahmen denken. Ein Blick in die Peergroup zeige: Die Kategorie "Rentenfonds EUR/Unternehmen/Hochzins" des Finanzen FundAnalyzer (FVBS) erziele im laufenden Jahr (Stand: 30. Juni 2014) ein Plus von 4,5 Prozent. Wie gut das sei, zeige der Vergleich: Die Kategorie "Aktienfonds Deutschland" habe beispielsweise im selben Zeitraum nur ein Plus von 2,7 Prozent geschafft.

Die Volatilität der High-Yield-Peergroup betrage über fünf Jahre 7,4 Prozent. Damit gehöre sie unter den Rentenfonds-Kategorien zu den schwankungsstärksten. Zum Vergleich: Die Kategorie "Rentenfonds EUR/EUR hedged/Kurzläufer" weise eine Volatilität von 1,1 Prozent auf. Zugegeben, Kurzläufer seien nicht so schwankungsanfällig wie andere Anleihen. Aber auch die Kategorie "EUR/EUR hedged" sei mit 3,1 Prozent deutlich weniger volatil.

Die stärkste Performance im laufenden Jahr biete ein absoluter Neuling. Der erst im November 2013 aufgelegte Henderson Global High Yield habe von Januar bis Ende Juni ein Plus von 7,1 Prozent geschafft. Die Fondsmanager Kevin Loome und Chris Bullock würden ein Vermögen von gut 38 Millionen Euro verwalten, das sie zum größten Teil (41,5 Prozent) in den USA anlegen würden. Knapp 17 Prozent würden auf Großbritannien entfallen. 13,7 Prozent der Titel seien Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Grundstoffkonzerne seien zu 10,1 Prozent vertreten und auf Telekommunikation würden 9,7 Prozent entfallen.

Von Henderson komme auch der zweitstärkste Fonds im laufenden Jahr: Der Henderson Euro High Yield habe im ersten Halbjahr 2014 eine Wertsteigerung von 6,17 Prozent geschafft. Auch für diesen Fonds zeichne Chris Bullock mitverantwortlich. Er verwalte ihn gemeinsam mit Stephen Thariyan. Im vergangenen Jahr hätten sie ein Plus von 11,7 Prozent geschafft. Das Fondsvermögen von derzeit rund 75 Millionen Euro würden Bullock und Thariyan zu knapp einem Drittel in Großbritannien investieren. Italienische Papiere würden 12,8 Prozent des Portfolios ausmachen, Anleihen aus Luxemburg kämen auf 11,6 Prozent. Die Sektoraufteilung sei ähnlich wie beim globalen Henderson-Fonds: Dienstleistungen (20,6 Prozent), Telekommunikation (11,7 Prozent) und Grundstoffindustrie (10,4 Prozent).

Haarscharf hinter dem Euro High Yield von Henderson lande der Fidelity European High Yield (ISIN LU0346390270 / WKN A0NGW6). Der 2,7 Milliarden Euro große Fonds erreiche 2014 bisher ein Plus von 6,16 Prozent. Über den Zeitraum von fünf Jahren sei es um 104 Prozent nach oben gegangen. Fondsmanager Andrei Gorodilov setze auf britische Anleihen. Sie würden 22,6 Prozent des Portfolios ausmachen. Deutsche Titel seien zu 16,4 Prozent gewichtet. Osteuropa habe einen Anteil von 11,1 Prozent. Mit rund einem Viertel des Fondsvermögens seien Telekommunikationsdienstleister am stärksten gewichtet. Anleihen von Banken würden 18,1 Prozent, der Industriesektor 14 Prozent ausmachen.

Auf dem vierten Rang lande der erste Fonds der Peergroup, der mit der Euro-FondsNote bewertet worden sei: Der Lazard European High Yield (ISIN DE0005319016/ WJN 531901) trage die FondsNote 2 und schaffe im laufenden Jahr ein Plus von 6 Prozent. Fondsmanager Holger Mertens und sein Team würden ein Vermögen von knapp 47 Millionen Euro verwalten. Das würden sie in insgesamt 18 Ländern investieren. Auf die Niederlande entfalle mit 16,2 Prozent der größte Anteil. In französische Anleihen würden sie 14,9 Prozent und in britische 14,3 Prozent investieren. Mertens bevorzuge Bankanleihen. Sie würden knapp 23 Prozent des Portfolios ausmachen. Dahinter würden Telekomunternehmen (13,4 Prozent) und Medien-Titel (10,7 Prozent) folgen.

Zu den am besten bewerteten High-Yield-Fonds gehöre der AXA WF Global HY Bond (ISIN LU0125750504 / WKN 657730). Er trage die Euro-FondsNote 1 und habe im laufenden Jahr ein Plus von 4,5 Prozent geschafft. Damit sei er zwar von den diesjährigen Top-Performern ein Stück entfernt, aber dafür sei er relativ risikoarm: Die Volatilität von 6,6 Prozent über fünf Jahre sei deutlich geringer als der Peergroupdurchschnitt - bei einer Performance von 88,2 Prozent. Die Sharpe Ratio von 1,6 werde von keinem anderen Fonds dieser Kategorie geschlagen.

Auf Länderebene würden die USA fast zwei Drittel des Portfolios ausmachen: Das Fondsmanagement-Team von AXA investiere rund 64 Prozent des 860 Millionen Euro starken Fondsvolumens in US-Renten. Entsprechend gering gewichtet seien die übrigen Staaten wie Luxemburg (7,1 Prozent) oder Großbritannien (6,8 Prozent). Bei der Sektorallokation sei das Team breiter aufgestellt: Gewerbliche Dienstleistungen seien mit 14,8 Prozent die am stärksten gewichtete Branche. Dahinter würden Energie-Titel mit 11,2 Prozent und Basisindustrie-Anleihen mit 10,7 Prozent folgen.

AXA stelle jedoch nicht nur den am besten bewerteten Fonds, sondern auch den volumenstärksten: Der AXA IM FIIS - US Short Duration High Yield sei stolze 10,14 Milliarden Euro schwer. Doch bei der Performance schwächele das Schwergewicht: Lediglich 1,5 Prozent stünden für 2014 bisher zu Buche. Und auch über fünf Jahre erreiche er vergleichsweise geringe 37,8 Prozent. Dafür habe der Fonds einen anderen entscheidenden Vorteil: Mit einer Volatilität von 3,1 Prozent über fünf Jahre sei er unglaublich schwankungsarm. Entsprechend betrage die Sharpe Ratio 1,18 und liege damit im Peergroup-Durchschnitt. Das riesige Fondsvolumen investiere das Fondsmanagement-Team zu 12,1 Prozent in gewerbliche Dienstleistungen. Auf Basisindustrie-Titel würden 10,1 Prozent entfallen und Anleihen von Finanzdienstleistungen würden 9,7 Prozent ausmachen.

Mit FondsNote 2 sei der Robeco European High Yield Bond (ISIN LU0226953981 / WKN A0HGD6) bewertet. Fondsmanager Roeland Moraal komme im laufenden Jahr auf ein Plus von 4,1 Prozent. Ähnlich wie beim AXA-Fonds sei das noch ausbaufähig, aber auch hier überzeuge die lange Frist: Über fünf Jahre stehe ein Plus von 87,6 Prozent, bei einer Volatilität von 8,4 Prozent. Die Sharpe Ratio betrage 1,25. Das Fondsvolumen von etwa 225 Millionen Euro investiere Moraal zu zwei Dritteln in Industrie-Anleihen. Titel von Versorgern würden 12,8 Prozent ausmachen. Das Finanzwesen komme auf 3,7 Prozent und Agenturen auf 0,7 Prozent. Der Rest entfalle auf liquide Mittel. Angaben zur Länderallokation mache Robeco nicht. (Ausgabe vom 18.07.2014) (21.07.2014/fc/a/f)





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