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Rentenmärkte kurzfristige Stabilisierung
06.05.11 16:12
Weberbank
Berlin (aktiencheck.de AG) - Nachdem vor kurzem die Ratingagentur Standard and Poor's die seit Aufzeichnung lupenreine Kreditwürdigkeit der USA (AAA-Rating) mit dem Makel eines negativen Ausblicks behaftet hat, gab es nach Ostern ein weiteres Novum: Die erste Pressekonferenz in der beinahe hundertjährigen Geschichte der US-Notenbank FED, so die Analysten der Weberbank.
Auf dieser habe FED-Chef Ben Bernanke verkündet, dass an der Niedrigzinspolitik bis auf weiteres festgehalten werde. Auch das 600 Milliarden Dollar schwere Programm zum Kauf von US-Staatsanleihen werde weiter fortgesetzt und dann wie geplant im Juni dieses Jahres auslaufen. Die hohe Inflationsrate, die im März 2,7% betragen habe, bereite der FED keine Sorge, denn der Preisanstieg aufgrund gestiegener Rohstoff- und Ölpreise sei nur vorübergehender Natur. Die größeren Sorgen würden auch nach Meinung der Analysten die langsame Wirtschaftserholung und die massiven Haushaltsprobleme bereiten.
Das Wirtschaftswachstum habe, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, im ersten Quartal 2011 nur 2,3% im Vergleich zum Vorjahresquartal betragen. Was auf den ersten Blick recht ordentlich klingen möge, sei aber viel zu wenig für den üblichen Aufschwung nach einer Rezession. Sei die Erholung auf diesem Niveau geblieben, würden die USA einen niedrigeren Wachstumspfad einschlagen als vor der Krise. Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt, der unverändert kränkele, und die fragile Erholung am Arbeitsmarkt würden dabei die weitere Aussicht zusätzlich eintrüben.
Auf der anderen Seite würden die Analysten für Deutschland nach einem zuletzt ansehnlichen Wirtschaftswachstum von 4% im Jahr 2010 ein noch stärkeres erstes Quartal 2011 erwarten (Veröffentlichung am 13.5.). Frühindikatoren wie die Erwartungskomponente des ifo-Geschäftsklimaindex würden das bereits andeuten. Der mittelfristige Ausblick sei nach Erachten der Analysten jedoch sowohl für Deutschland als auch für den gesamten Euroraum wieder schlechter.
Die hohen Rohstoffkosten und der sehr starke Euro seien große Belastungsfaktoren. Die starke Gemeinschaftswährung, die seit Jahresanfang zum Beispiel gegenüber dem US-Dollar bereits um 10% aufgewertet habe, mache Importe für andere Staaten teurer und bremse somit die EU-Exporte. Eine starke Erholung der Binnennachfrage, die fallende Exporte ausgleichen könnte, könne man leider nicht ausmachen. So seien die Einzelhandelsumsätze in Deutschland im März beispielsweise überraschend schwach und sogar rückläufig gewesen.
Angesichts der strukturellen Probleme in den USA und des bereits erwähnten Vertrauensentzugs der Ratingagentur Standard and Poor's würden die Analysten erwarten, dass der US-Dollar weiterhin schwach bleibe.
Ein teurer Euro sowie hohe Rohstoff- und Ölpreise seien auch Belastungsfaktoren für die Aktienmärkte, denn die Margen vieler Unternehmen würden dadurch unter Druck geraten. Die wenigsten Unternehmen könnten eigene höhere Kosten auf die Verbraucher vollständig abwälzen und würden somit auf einem Teil der gestiegenen Kosten sitzen bleiben. Dennoch könnten sehr viele Unternehmen nach wie vor ihre Gewinne steigern. Dies würden die derzeit veröffentlichten Ergebnisse zum ersten Quartal sowohl in den USA als auch in Europa und die Unternehmens-Ausblicke auf die nächsten Monate belegen. Auch die anderen Faktoren, die die Aktienmärkte seit einigen Monaten antreiben würden, seien derzeit intakt: günstige Bewertungen, hohe Liquidität und niedrige Zinsen.
Darüber hinaus würden die Analysten erstmals wieder eine starke Fusions- und Übernahmeaktivität auf Vorkrisenniveau verzeichnen, was als positives Signal gewertet werden könne. Sie würden kurzfristig weiter steigende Kurse erwarten und empfehlen, aktuelle Marktschwächen für taktische Käufe zu nutzen. Dass mittelfristig aber wieder Belastungsthemen wie etwa die hohen Staatsschulden, politische Risiken in der arabischen Welt und weitere Zinserhöhungen stärker in den Fokus rücken könnten, sei aus Sicht der Analysten wahrscheinlich. Aktuell würden diese Faktoren weitestgehend ausgeblendet.
Mit derzeit festen Aktienmärkten würden die Analysten keine ausnehmend große Dynamik an den Rentenmärkten erwarten. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644/ WKN 965264) als Rentenbarometer habe sich zwar wieder von seinem Tief bei 120 Zählern erholen können und vom Aufschub der nächsten Zinserhöhung der EZB auf Juli profitiert. Nach Meinung der Analysten könnten sich die Rentenmärkte aber erst wieder fester zeigen, wenn sich die wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte etwas abschwächt und Risiken wie die Krisenherde im Nahen Osten und Nordafrika oder die Verschuldungskrise in Europa für Verunsicherung sorgen würden. Zwei bis drei weitere Zinserhöhungsschritte seitens der EZB würden bereits antizipiert und keine Belastung mehr darstellen.
Der Goldpreis gönne sich zurzeit eine Verschnaufpause, nachdem mit 1.577 USD pro Feinunze ein neues Rekordhoch erzielt worden sei. Auch wenn in Euro gerechnet der Wertzuwachs seit einigen Wochen stagniere, seien aus Sicht der Analysten alle fundamentalen und technischen Faktoren intakt. Sie würden erwarten, dass Gold seinen langjährigen Aufwärtstrend fortsetzen werde und würden die derzeit relativ zum Goldpreis günstigen Betreiberfirmen von Goldminen als besondere Profiteure steigender Goldpreise ansehen. (06.05.2011/ac/a/m)
Auf dieser habe FED-Chef Ben Bernanke verkündet, dass an der Niedrigzinspolitik bis auf weiteres festgehalten werde. Auch das 600 Milliarden Dollar schwere Programm zum Kauf von US-Staatsanleihen werde weiter fortgesetzt und dann wie geplant im Juni dieses Jahres auslaufen. Die hohe Inflationsrate, die im März 2,7% betragen habe, bereite der FED keine Sorge, denn der Preisanstieg aufgrund gestiegener Rohstoff- und Ölpreise sei nur vorübergehender Natur. Die größeren Sorgen würden auch nach Meinung der Analysten die langsame Wirtschaftserholung und die massiven Haushaltsprobleme bereiten.
Das Wirtschaftswachstum habe, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, im ersten Quartal 2011 nur 2,3% im Vergleich zum Vorjahresquartal betragen. Was auf den ersten Blick recht ordentlich klingen möge, sei aber viel zu wenig für den üblichen Aufschwung nach einer Rezession. Sei die Erholung auf diesem Niveau geblieben, würden die USA einen niedrigeren Wachstumspfad einschlagen als vor der Krise. Die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt, der unverändert kränkele, und die fragile Erholung am Arbeitsmarkt würden dabei die weitere Aussicht zusätzlich eintrüben.
Auf der anderen Seite würden die Analysten für Deutschland nach einem zuletzt ansehnlichen Wirtschaftswachstum von 4% im Jahr 2010 ein noch stärkeres erstes Quartal 2011 erwarten (Veröffentlichung am 13.5.). Frühindikatoren wie die Erwartungskomponente des ifo-Geschäftsklimaindex würden das bereits andeuten. Der mittelfristige Ausblick sei nach Erachten der Analysten jedoch sowohl für Deutschland als auch für den gesamten Euroraum wieder schlechter.
Angesichts der strukturellen Probleme in den USA und des bereits erwähnten Vertrauensentzugs der Ratingagentur Standard and Poor's würden die Analysten erwarten, dass der US-Dollar weiterhin schwach bleibe.
Ein teurer Euro sowie hohe Rohstoff- und Ölpreise seien auch Belastungsfaktoren für die Aktienmärkte, denn die Margen vieler Unternehmen würden dadurch unter Druck geraten. Die wenigsten Unternehmen könnten eigene höhere Kosten auf die Verbraucher vollständig abwälzen und würden somit auf einem Teil der gestiegenen Kosten sitzen bleiben. Dennoch könnten sehr viele Unternehmen nach wie vor ihre Gewinne steigern. Dies würden die derzeit veröffentlichten Ergebnisse zum ersten Quartal sowohl in den USA als auch in Europa und die Unternehmens-Ausblicke auf die nächsten Monate belegen. Auch die anderen Faktoren, die die Aktienmärkte seit einigen Monaten antreiben würden, seien derzeit intakt: günstige Bewertungen, hohe Liquidität und niedrige Zinsen.
Darüber hinaus würden die Analysten erstmals wieder eine starke Fusions- und Übernahmeaktivität auf Vorkrisenniveau verzeichnen, was als positives Signal gewertet werden könne. Sie würden kurzfristig weiter steigende Kurse erwarten und empfehlen, aktuelle Marktschwächen für taktische Käufe zu nutzen. Dass mittelfristig aber wieder Belastungsthemen wie etwa die hohen Staatsschulden, politische Risiken in der arabischen Welt und weitere Zinserhöhungen stärker in den Fokus rücken könnten, sei aus Sicht der Analysten wahrscheinlich. Aktuell würden diese Faktoren weitestgehend ausgeblendet.
Mit derzeit festen Aktienmärkten würden die Analysten keine ausnehmend große Dynamik an den Rentenmärkten erwarten. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644/ WKN 965264) als Rentenbarometer habe sich zwar wieder von seinem Tief bei 120 Zählern erholen können und vom Aufschub der nächsten Zinserhöhung der EZB auf Juli profitiert. Nach Meinung der Analysten könnten sich die Rentenmärkte aber erst wieder fester zeigen, wenn sich die wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte etwas abschwächt und Risiken wie die Krisenherde im Nahen Osten und Nordafrika oder die Verschuldungskrise in Europa für Verunsicherung sorgen würden. Zwei bis drei weitere Zinserhöhungsschritte seitens der EZB würden bereits antizipiert und keine Belastung mehr darstellen.
Der Goldpreis gönne sich zurzeit eine Verschnaufpause, nachdem mit 1.577 USD pro Feinunze ein neues Rekordhoch erzielt worden sei. Auch wenn in Euro gerechnet der Wertzuwachs seit einigen Wochen stagniere, seien aus Sicht der Analysten alle fundamentalen und technischen Faktoren intakt. Sie würden erwarten, dass Gold seinen langjährigen Aufwärtstrend fortsetzen werde und würden die derzeit relativ zum Goldpreis günstigen Betreiberfirmen von Goldminen als besondere Profiteure steigender Goldpreise ansehen. (06.05.2011/ac/a/m)


