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Rentenmarkt Zinswende ist eingeläutet
08.04.11 16:42
Weberbank
Berlin (aktiencheck.de AG) - Als eine der ersten großen Notenbanken hat die EZB gestern die Zinswende am Rentenmarkt eingeläutet, so die Analysten der Weberbank.
Gemäß den Erwartungen habe EZB-Präsident Jean-Claude Trichet eine Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte auf nun 1,25 Prozent veröffentlicht. Trotz der weiterhin anhaltenden Schuldenproblematik in der Peripherie Europas erwarte man, dass die EZB zwei bis drei weitere Zinsschritte in diesem Jahr vollziehen werde, um somit die anschwellende Inflation zu bekämpfen und ihre politische Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen.
Am deutschen Rentenmarkt seien dieser und weitere Schritte bereits seit Anfang September durch steigende Renditen sukzessive eingepreist worden. Mit einem Anstieg von 2,12 Prozent auf aktuell 3,45 Prozent in der zehnjährigen Rendite habe der Markt bereits gut drei Viertel des letzten Zinszyklus vorweggenommen. Solange die EZB nur eine Normalisierung anstrebe und kurzfristig nicht an alte Zinshochs anknüpfe, erwarte man keine weiteren massiven Renditeerhöhungen in naher Zukunft. In den USA hingegen habe Notenbankpräsident Ben Bernanke zuletzt betont, die Leitzinsen stabil zu halten, da sich die Kerninflationsrate in den USA noch auf einem moderaten Niveau befinde.
Aufgrund der ansteigenden Zinsdifferenz sollte der Euro weiterhin gegenüber dem US-Dollar profitieren können. Jedoch müsse die Verschuldungssituation in der Eurozone streng beobachtet werden. Mit Portugal sei nun das dritte Land der Eurozone auf finanzielle Hilfe angewiesen, da die Refinanzierungskosten insbesondere in den letzten 14 Tagen als Folge des gescheiterten Sparpaketes der portugiesischen Regierung nochmals stark gestiegen gewesen seien.
Die wirtschaftliche Zweiteilung in Europa schreite somit weiter voran. Während sich Länder wie Deutschland und Frankreich sehr positiv entwickeln, würden die Wirtschaftsprobleme in den Peripherie-Staaten immer schwerwiegender. Nachdem Deutschland bereits 2010 der Wachstumsmotor Europas gewesen sei, halte diese Entwicklung auch im aktuellen Jahr an. Dies hätten gestern auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten bestätigt und gleichzeitig ihre Wachstumsprognose für 2011 von 2,0 auf 2,8 Prozent kräftig erhöht. Auch die Stimmung unter den deutschen Unternehmen, gemessen am Geschäftsklimaindex des ifo-Institus, halte sich auf einem erstaunlich hohen Niveau, wobei nur etwa die Hälfte der Umfragebögen nach der Havarie in Fukushima ausgefüllt worden seien.
In den USA wiederum falle das Stimmungsbild gemischt aus. Die jüngsten Daten für das Verarbeitende Gewerbe würden zeigen, dass die amerikanischen Unternehmen weiterhin sehr positiv in die Zukunft sehen würden. Der amerikanische Konsument hingegen habe sich jüngst eher verhalten geäußert. Diverse Frühindikatoren, wie z.B. von der Universität von Michigan oder vom Conference Board, würden zeigen, dass sich die Stimmung unter den Konsumenten weiter eintrübe und somit den Einzelhandel in den USA eher belasten könnte.
Das negative Bild der Konsumenten werde von zwei entscheidenden Faktoren beeinflusst: vom Arbeits- und Immobilienmarkt. Die jüngsten Arbeitslosenzahlen hätten zwar eine gewisse Entspannung gezeigt, jedoch befinde sich die Arbeitslosenquote mit 8,8 Prozent weiterhin für amerikanische Verhältnisse auf einem extrem hohen Niveau. Wenn man zusätzlich einen Blick auf die durchschnittliche Dauer in der Arbeitslosigkeit werfe, befinde man sich aktuell mit 39 Wochen auf einem traurigen Allzeithoch.
Auf dem amerikanischen Immobilienmarkt würden indessen eher Allzeittiefs beobachtet. Die Neubauverkäufe von Einfamilienhäusern würden mit 250.000 Stück pro Jahr einen neuen Tiefpunkt markieren, gleichzeitig würden die Baubeginne auf Krisenniveau stagnieren.
Aus Japan würden auch vier Wochen nach der Katastrophe zwar täglich neue Informationen bekannt, jedoch seien die finalen Auswirkungen noch immer schwer abzuschätzen. Aus aktueller Sicht sollten sich die negativen Effekte für europäische Unternehmen nur auf das zweite Quartal 2011 beschränken.
Die seit Anfang des Jahres anhaltenden Unruhen in der arabischen Welt würden aktuell von den Ereignissen in Libyen dominiert. Seit Beginn der Unruhen sei insbesondere der Ölpreis betroffen. Die Rohölsorte Brent sei in diesem Jahr um ca. 30 Prozent auf nunmehr 121 US-Dollar angestiegen, obwohl die OPEC die Lieferausfälle Libyens weitgehend habe kompensieren können. Es werde allerdings geschätzt, dass sich dadurch die täglichen freien Produktionskapazitäten der OPEC zunächst halbieren würden und somit weitere Produktionsausfälle die Gefahr einer Ölknappheit verursachen könnten. Sollten die Unruhen sich weiter fortsetzen oder sich sogar in Ländern wie dem Iran intensivieren, werde der Ölpreis in naher Zukunft wohl auf diesem hohen Niveau verbleiben bzw. sogar weiter ansteigen.
Die Aktienmärkte in Amerika und Europa hätten sich von ihren Verlusten im Zuge des Erdbebens in Japan deutlich erholen können und würden an ihre Aufwärtstrends der vergangenen Monate anknüpfen. Mit dem traditionellen Auftakt in die Bilanzsaison werde Alcoa am kommenden Montag Zahlen zum ersten Quartal 2011 veröffentlichen. Somit sollten in den folgenden Wochen wieder die Unternehmenszahlen in den Fokus der Aktienmärkte rücken, wobei die Analysten zuversichtlich insbesondere für die DAX-Entwicklung gestimmt seien. (08.04.2011/ac/a/m)
Gemäß den Erwartungen habe EZB-Präsident Jean-Claude Trichet eine Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte auf nun 1,25 Prozent veröffentlicht. Trotz der weiterhin anhaltenden Schuldenproblematik in der Peripherie Europas erwarte man, dass die EZB zwei bis drei weitere Zinsschritte in diesem Jahr vollziehen werde, um somit die anschwellende Inflation zu bekämpfen und ihre politische Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen.
Am deutschen Rentenmarkt seien dieser und weitere Schritte bereits seit Anfang September durch steigende Renditen sukzessive eingepreist worden. Mit einem Anstieg von 2,12 Prozent auf aktuell 3,45 Prozent in der zehnjährigen Rendite habe der Markt bereits gut drei Viertel des letzten Zinszyklus vorweggenommen. Solange die EZB nur eine Normalisierung anstrebe und kurzfristig nicht an alte Zinshochs anknüpfe, erwarte man keine weiteren massiven Renditeerhöhungen in naher Zukunft. In den USA hingegen habe Notenbankpräsident Ben Bernanke zuletzt betont, die Leitzinsen stabil zu halten, da sich die Kerninflationsrate in den USA noch auf einem moderaten Niveau befinde.
Aufgrund der ansteigenden Zinsdifferenz sollte der Euro weiterhin gegenüber dem US-Dollar profitieren können. Jedoch müsse die Verschuldungssituation in der Eurozone streng beobachtet werden. Mit Portugal sei nun das dritte Land der Eurozone auf finanzielle Hilfe angewiesen, da die Refinanzierungskosten insbesondere in den letzten 14 Tagen als Folge des gescheiterten Sparpaketes der portugiesischen Regierung nochmals stark gestiegen gewesen seien.
Die wirtschaftliche Zweiteilung in Europa schreite somit weiter voran. Während sich Länder wie Deutschland und Frankreich sehr positiv entwickeln, würden die Wirtschaftsprobleme in den Peripherie-Staaten immer schwerwiegender. Nachdem Deutschland bereits 2010 der Wachstumsmotor Europas gewesen sei, halte diese Entwicklung auch im aktuellen Jahr an. Dies hätten gestern auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten bestätigt und gleichzeitig ihre Wachstumsprognose für 2011 von 2,0 auf 2,8 Prozent kräftig erhöht. Auch die Stimmung unter den deutschen Unternehmen, gemessen am Geschäftsklimaindex des ifo-Institus, halte sich auf einem erstaunlich hohen Niveau, wobei nur etwa die Hälfte der Umfragebögen nach der Havarie in Fukushima ausgefüllt worden seien.
Das negative Bild der Konsumenten werde von zwei entscheidenden Faktoren beeinflusst: vom Arbeits- und Immobilienmarkt. Die jüngsten Arbeitslosenzahlen hätten zwar eine gewisse Entspannung gezeigt, jedoch befinde sich die Arbeitslosenquote mit 8,8 Prozent weiterhin für amerikanische Verhältnisse auf einem extrem hohen Niveau. Wenn man zusätzlich einen Blick auf die durchschnittliche Dauer in der Arbeitslosigkeit werfe, befinde man sich aktuell mit 39 Wochen auf einem traurigen Allzeithoch.
Auf dem amerikanischen Immobilienmarkt würden indessen eher Allzeittiefs beobachtet. Die Neubauverkäufe von Einfamilienhäusern würden mit 250.000 Stück pro Jahr einen neuen Tiefpunkt markieren, gleichzeitig würden die Baubeginne auf Krisenniveau stagnieren.
Aus Japan würden auch vier Wochen nach der Katastrophe zwar täglich neue Informationen bekannt, jedoch seien die finalen Auswirkungen noch immer schwer abzuschätzen. Aus aktueller Sicht sollten sich die negativen Effekte für europäische Unternehmen nur auf das zweite Quartal 2011 beschränken.
Die seit Anfang des Jahres anhaltenden Unruhen in der arabischen Welt würden aktuell von den Ereignissen in Libyen dominiert. Seit Beginn der Unruhen sei insbesondere der Ölpreis betroffen. Die Rohölsorte Brent sei in diesem Jahr um ca. 30 Prozent auf nunmehr 121 US-Dollar angestiegen, obwohl die OPEC die Lieferausfälle Libyens weitgehend habe kompensieren können. Es werde allerdings geschätzt, dass sich dadurch die täglichen freien Produktionskapazitäten der OPEC zunächst halbieren würden und somit weitere Produktionsausfälle die Gefahr einer Ölknappheit verursachen könnten. Sollten die Unruhen sich weiter fortsetzen oder sich sogar in Ländern wie dem Iran intensivieren, werde der Ölpreis in naher Zukunft wohl auf diesem hohen Niveau verbleiben bzw. sogar weiter ansteigen.
Die Aktienmärkte in Amerika und Europa hätten sich von ihren Verlusten im Zuge des Erdbebens in Japan deutlich erholen können und würden an ihre Aufwärtstrends der vergangenen Monate anknüpfen. Mit dem traditionellen Auftakt in die Bilanzsaison werde Alcoa am kommenden Montag Zahlen zum ersten Quartal 2011 veröffentlichen. Somit sollten in den folgenden Wochen wieder die Unternehmenszahlen in den Fokus der Aktienmärkte rücken, wobei die Analysten zuversichtlich insbesondere für die DAX-Entwicklung gestimmt seien. (08.04.2011/ac/a/m)
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