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Rohstoff-ETC: Ende der Nickelpreis-Rally
21.05.14 16:18
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Mit dem im Seitwärtstrend verharrenden Goldpreis wissen auch ETC-Anleger nicht so recht, ob sie ein- oder austeigen sollen, so die Deutsche Börse AG.
Nach der Verteuerung im Januar und Februar und einem Rücksetzer im März schwanke der Preis für eine Feinunze weiter um 1.300 US-Dollar; am Mittwochmittag liege die Notierung bei 1.293 US-Dollar.
Laut ETF Securities hätten Gold-ETCs in der vergangenen Woche zwar auf den Verkaufslisten gestanden, auf Monatssicht überwögen aufgrund der Ukraine-Krise allerdings immer noch die Zuflüsse, wie Bernhard Wenger von ETF Securities berichte. "Bei uns gab es leichte Käufe", meine hingegen Jörg Sengfelder von Flow Traders und verweise auf den Gold Bullion Securities und XETRA Gold (ISIN DE000A0S9GB0 / WKN A0S9GB).
"Goldinvestments bleiben für Anleger wenig attraktiv, da sie momentan mit einigen widersprüchlichen Neuigkeiten konfrontiert werden", erkläre Ole Hansen von der Saxo Bank. Nach Ansicht der DekaBank werde der Ausstieg der großen Notenbanken aus der ultralockeren Geldpolitik für die künftige Goldpreisentwicklung entscheidend sein: "Der Ausstieg dürfte noch in diesem Jahr seine Schatten vorauswerfen", meine Dora Borbély. Auf lange Sicht traue die Bank dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zu. Eine weniger lockere Geldpolitik bedeute steigende Zinsen und damit Konkurrenz für Goldanlagen.
Während Gold seit Jahresanfang immer noch Gewinne verbuchen könne, sei der Silberpreis mittlerweile ins Minus gerutscht. Die Feinunze gehe am Mittwoch zu 19,43 US-Dollar über den Tisch, im Februar seien es noch über 22 US-Dollar gewesen.
Palladium sei unterdessen auf ein Dreijahreshoch geklettert, allein seit Jahresanfang sei der Preis um 16 Prozent gestiegen. "ETCs auf das Edelmetall (ISIN DE000A0N62E5 / WKN A0N62E) verzeichneten leichte Abflüsse, auch wenn die Streiks in den südafrikanischen Minen andauern und die Gefahr von Handelssanktionen gegen Russland noch nicht gebannt ist", erläutere Wenger. In Russland würden mehr als 40 Prozent des weltweiten Angebots gefördert.
Gemischt falle die Bilanz für die reinen Industriemetalle aus. Während sich Kupfer erholt habe, sei der Nickelpreis zurückgegangen. Die Nickel-Notierung, die Anfang Februar noch unter 14.000 US-Dollar je Tonne gelegen habe und bis zur vergangenen Woche auf 21.478 US-Dollar geklettert sei, habe einen scharfen Einbruch bis auf rund 18.600 US-Dollar erlebt, am Mittwochmittag koste die Tonne wieder 19.454 US-Dollar. "Auch wenn das Exportverbot Indonesiens weiter gilt, sehen einige Investoren die Preisrally als überzogen an", meine Wenger.
"Wir hatten vor einer Überhitzung am Markt gewarnt und sehen kurzfristig weiteres Korrekturpotenzial", erkläre Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Dafür spreche auch, dass die Nickel Study Group für März voraussichtlich abermals einen Angebotsüberschuss am globalen Nickelmarkt ausweisen werde. Anleger würden sich jedenfalls von Nickel-ETCs (ISIN DE000A0KRJ44 / WKN A0KRJ4) trennen.
Dass die Nickelpreisbewegung die Gemüter bewege, würden übrigens auch die ETC-Umsatzlisten der Börse Frankfurt für die vergangenen zwei Wochen zeigen: Der Nickel-ETC finde sich diesmal auf dem dritten Platz gleich hinter Gold-Verbriefungen.
Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent schwanke unterdessen unverändert um 105 US-Dollar, aktuell liege er mit 110,09 US-Dollar je Barrel am oberen Ende der Spanne. "Einerseits drückt das steigende Angebot aufgrund von US-Rekordlagerbeständen und sich langsam öffnenden Ölhäfen in Libyen die Preise, andererseits treibt die weiterhin ungelöste Krise in der Ukraine tendenziell eher die Kurse", bemerke Hansen.
Lambrecht könne fundamentale Gründe für den jüngsten Anstieg nicht erkennen. "Im Gegenteil: Es zeichnet sich ab, dass Libyen bald seine Öllieferungen erhöhen und sich damit die Versorgungslage am europäischen Markt weiter verbessern wird." Deshalb werde der Brent-Preis wieder nachgeben und in die Mitte seiner Handelspanne zwischen 104 US-Dollar und 112 US-Dollar je Barrel zurückfallen.
Die DekaBank erwarte für den weiteren Jahresverlauf eine Seitwärtsbewegung von Brent- und WTI-Öl, wobei stärkere Schwankungen wahrscheinlich seien. "Das Risiko von kurzzeitigen kräftigeren Preisanstiegen ist vor allem bei Brent aufgrund des Ukrainekonflikts groß", erkläre Borbély. Die Bank sehe die Notierung in sechs Monaten bei 107 US-Dollar, in zwölf bei 109 US-Dollar. Auch ETC-Anleger seien skeptisch und würden sich zum Beispiel vom db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged trennen, wie Sengfelder feststelle.
Breit aufgestellte Rohstoff-ETFs seien dem Händler zufolge derzeit eher gefragt, etwa der db x-trackers DBLCI - OY Balanced (ISIN LU0292106167 / WKN DBX1LC). Heftige Verluste wie im Vorjahr seien Anlegern mit diesem Indexfonds 2014 bislang erspart geblieben: Der ETF komme seit Jahresanfang zumindest auf ein kleines Plus von gut 2 Prozent. (21.05.2014/fc/a/e)
Nach der Verteuerung im Januar und Februar und einem Rücksetzer im März schwanke der Preis für eine Feinunze weiter um 1.300 US-Dollar; am Mittwochmittag liege die Notierung bei 1.293 US-Dollar.
Laut ETF Securities hätten Gold-ETCs in der vergangenen Woche zwar auf den Verkaufslisten gestanden, auf Monatssicht überwögen aufgrund der Ukraine-Krise allerdings immer noch die Zuflüsse, wie Bernhard Wenger von ETF Securities berichte. "Bei uns gab es leichte Käufe", meine hingegen Jörg Sengfelder von Flow Traders und verweise auf den Gold Bullion Securities und XETRA Gold (ISIN DE000A0S9GB0 / WKN A0S9GB).
"Goldinvestments bleiben für Anleger wenig attraktiv, da sie momentan mit einigen widersprüchlichen Neuigkeiten konfrontiert werden", erkläre Ole Hansen von der Saxo Bank. Nach Ansicht der DekaBank werde der Ausstieg der großen Notenbanken aus der ultralockeren Geldpolitik für die künftige Goldpreisentwicklung entscheidend sein: "Der Ausstieg dürfte noch in diesem Jahr seine Schatten vorauswerfen", meine Dora Borbély. Auf lange Sicht traue die Bank dem Goldpreis nicht viel mehr als einen Inflationsausgleich zu. Eine weniger lockere Geldpolitik bedeute steigende Zinsen und damit Konkurrenz für Goldanlagen.
Während Gold seit Jahresanfang immer noch Gewinne verbuchen könne, sei der Silberpreis mittlerweile ins Minus gerutscht. Die Feinunze gehe am Mittwoch zu 19,43 US-Dollar über den Tisch, im Februar seien es noch über 22 US-Dollar gewesen.
Palladium sei unterdessen auf ein Dreijahreshoch geklettert, allein seit Jahresanfang sei der Preis um 16 Prozent gestiegen. "ETCs auf das Edelmetall (ISIN DE000A0N62E5 / WKN A0N62E) verzeichneten leichte Abflüsse, auch wenn die Streiks in den südafrikanischen Minen andauern und die Gefahr von Handelssanktionen gegen Russland noch nicht gebannt ist", erläutere Wenger. In Russland würden mehr als 40 Prozent des weltweiten Angebots gefördert.
"Wir hatten vor einer Überhitzung am Markt gewarnt und sehen kurzfristig weiteres Korrekturpotenzial", erkläre Barbara Lambrecht von der Commerzbank. Dafür spreche auch, dass die Nickel Study Group für März voraussichtlich abermals einen Angebotsüberschuss am globalen Nickelmarkt ausweisen werde. Anleger würden sich jedenfalls von Nickel-ETCs (ISIN DE000A0KRJ44 / WKN A0KRJ4) trennen.
Dass die Nickelpreisbewegung die Gemüter bewege, würden übrigens auch die ETC-Umsatzlisten der Börse Frankfurt für die vergangenen zwei Wochen zeigen: Der Nickel-ETC finde sich diesmal auf dem dritten Platz gleich hinter Gold-Verbriefungen.
Der Preis für Öl der Nordseesorte Brent schwanke unterdessen unverändert um 105 US-Dollar, aktuell liege er mit 110,09 US-Dollar je Barrel am oberen Ende der Spanne. "Einerseits drückt das steigende Angebot aufgrund von US-Rekordlagerbeständen und sich langsam öffnenden Ölhäfen in Libyen die Preise, andererseits treibt die weiterhin ungelöste Krise in der Ukraine tendenziell eher die Kurse", bemerke Hansen.
Lambrecht könne fundamentale Gründe für den jüngsten Anstieg nicht erkennen. "Im Gegenteil: Es zeichnet sich ab, dass Libyen bald seine Öllieferungen erhöhen und sich damit die Versorgungslage am europäischen Markt weiter verbessern wird." Deshalb werde der Brent-Preis wieder nachgeben und in die Mitte seiner Handelspanne zwischen 104 US-Dollar und 112 US-Dollar je Barrel zurückfallen.
Die DekaBank erwarte für den weiteren Jahresverlauf eine Seitwärtsbewegung von Brent- und WTI-Öl, wobei stärkere Schwankungen wahrscheinlich seien. "Das Risiko von kurzzeitigen kräftigeren Preisanstiegen ist vor allem bei Brent aufgrund des Ukrainekonflikts groß", erkläre Borbély. Die Bank sehe die Notierung in sechs Monaten bei 107 US-Dollar, in zwölf bei 109 US-Dollar. Auch ETC-Anleger seien skeptisch und würden sich zum Beispiel vom db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged trennen, wie Sengfelder feststelle.
Breit aufgestellte Rohstoff-ETFs seien dem Händler zufolge derzeit eher gefragt, etwa der db x-trackers DBLCI - OY Balanced (ISIN LU0292106167 / WKN DBX1LC). Heftige Verluste wie im Vorjahr seien Anlegern mit diesem Indexfonds 2014 bislang erspart geblieben: Der ETF komme seit Jahresanfang zumindest auf ein kleines Plus von gut 2 Prozent. (21.05.2014/fc/a/e)
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