Rohstoff-ETCs: Wirbelstürme und Corona-Nachrichten lassen den Ölpreis schwanken


03.09.21 11:47
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Hurrikan Ida hat den Ölmarkt ganz schön aus dem Tritt gebracht: In Sorge um Produktionsausfälle im Golf von Mexiko machte der Preis für ein Barrel des US-Rohöls WTI einen Satz nach oben auf über 69 US-Dollar, so die Deutsche Börse AG.

Am Donnerstagmorgen seien es 68,86 US-Dollar gewesen. Noch vor zwei Wochen habe das Barrel nur rund 62 US-Dollar gekostet - so wenig wie zuletzt im Mai.

Nach Einschätzung der DekaBank werde die Knappheit am weltweiten Ölmarkt in diesem Jahr noch Thema bleiben. "Nächstes Jahr dürfte sich die Versorgungssituation jedoch entspannen", erkläre Rohstoffanalystin Dora Borbély. Größter Unsicherheitsfaktor bleibe die Ausbreitung des Corona-Virus. Das könnte je nach Nachrichtenlage immer wieder für stärkere Ölpreisschwankungen sorgen.

Laut WisdomTree hätten Anleger im August Gelder aus Öl-ETCs abgezogen, allerdings in kleinem Umfang. Andreas Schröer von Lang & Schwarz berichte von einem regen Handel mit Öl-ETCs, vor allem dem WisdomTree WTI Crude Oil EUR Daily Hedged. "Da sehen wir Käufe und Verkäufe gleichermaßen." Umsatzstärkste Öl-ETCs an der Börse Frankfurt in den vergangenen vier Wochen seien der WisdomTree Brent Crude Oil, der WisdomTree WTI Crude Oil 2x Daily Leveraged und der WisdomTree WTI Crude Oil gewesen.

Auch der Goldpreis habe in den vergangenen Wochen kräftig geschwankt: Nach über 1.800 US-Dollar Anfang August sei der Preis innerhalb kurzer Zeit bis auf 1.730 US-Dollar zurückgegangen, jetzt seien es wieder 1.815 US-Dollar. "Der Goldpreis fiel Anfang des Monats deutlich, nachdem besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten die Sorgen vor einer Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank geschürt hatten", berichte Mobeen Tahir von WisdomTree. Im Laufe des Monats seien diese Ängste wieder verschwunden. Nach Ansicht von Tahir sei Gold immer noch unterbewertet, "besonders angesichts des anhaltend hohen US-Verbraucherpreisanstiegs."

Nach Einschätzung von Borbély werde bis auf weiteres die Stärke der Nachfrage von Finanzinvestoren die Goldpreisentwicklung entscheidend beeinflussen. Denn die Schmucknachfrage habe sich weltweit noch immer nicht von der Corona-Krise erholt. Sie gehe davon aus, dass der Ausstieg der großen Notenbanken aus der ultra-lockeren Geldpolitik nur sehr langsam vonstattengehen werde. "Dies dürfte den Goldpreis weiterhin stützen."

Der Bestand von Xetra-Gold bewege sich mit aktuell 239 Tonnen weiter auf Rekordniveau. WisdomTree melde für die vergangenen vier Wochen allerdings hohe Abflüsse aus Edelmetall-ETCs.

Gold-ETCs würden die ETC-Umsatzstatistik der Börse Frankfurt für die vergangenen vier Wochen dominieren, mit Xetra-Gold an der Spitze. Umsatzstark seien außerdem der Xtrackers Physical Gold EUR Hedged (ISIN DE000A1EK0G3 / WKN A1EK0G, ISIN DE000A2T5DZ1 / WKN A2T5DZ), der Xtrackers Physical Gold und der WisdomTree Physical Gold Individual Securities.

Industriemetalle würden extrem teuer bleiben - auch wenn die Preise diesen Monat etwas nachgeben würden. Der unterschiedliche Industriemetalle abbildende WisdomTree Industrial Metals bewege sich weiter auf dem höchsten Niveau seit 2011. "Aluminium war Top-Performer mit sich kontinuierlich verbessernden Nachfrageaussichten und Angebotsengpässen", stelle Tahir fest. ETC-Anleger seien überwiegend skeptisch und hätten Industriemetall-ETCs verkauft - allerdings nicht im großen Stil. Hohe Umsätze an der Börse Frankfurt habe vor allem der WisdomTree Copper aufgewiesen.

Viel gehandelt werde an der Börse Frankfurt auch der WisdomTree Broad Commodities. Der sei Ende Juli so teuer gewesen wie zuletzt 2015. (Ausgabe vom 02.09.2021) (03.09.2021/fc/a/e)