Rohstoff-ETPs: Nickel- und Aluminium-ETPs mit höchsten Zuflüssen seit Februar 2018


15.08.18 10:25
ETF Securities

London (www.fondscheck.de) - Long-Nickel- (ISIN DE000A0KRJ44 / WKN A0KRJ4) und -Aluminium-ETPs (ISIN DE000A0KRJS4 / WKN A0KRJS) verbuchten infolge der allmählichen Preiserholung die höchsten Zuflüsse seit Februar 2018, berichten die Experten von ETF Securities.

Die Preise für Nickel hätten letzte Woche um 2,5 Prozent, jene für Aluminium um 4,2 Prozent angezogen, da der Markt den Fokus auf die Angebotsstörungen zu verlagern scheine, die sich wahrscheinlich aus dem US-Protektionismus ergeben dürften. Die Zuflüsse bei Long-Nickel- und Long-Aluminium-ETPs hätten sich auf 31,2 Mio. USD bzw. 6,5 Mio. USD belaufen.

Der Markt scheine unschlüssig darüber zu sein, ob sich der Protektionismus positiv oder negativ auf die Preise auswirke. Nach der ersten Runde an Zollankündigungen im Februar 2018 hätten die Preise nachgegeben. Zwischen April und Juni sei es dann zu einer Preisrally gekommen, da die Angebotsstörungen in den Fokus gerückt seien. Nachdem die Regierung Trump weitere protektionistische Maßnahmen angedroht habe, seien am Markt Sorgen über die negativen Auswirkungen auf das globale Wachstum aufgekommen, was in Preisrückgängen über weite Strecken des Juni und Juli zum Ausdruck gekommen sei. Die Wiedereröffnung mehrerer Minen auf den Philippinen im Juni, die im Februar 2017 aufgrund von Umweltverstößen geschlossen worden seien, habe die Entwicklung der Metalle zusätzlich belastet. Seit letzter Woche lege der Markt den Schwerpunkt allerdings wieder auf die Angebotsstörungen, ungeachtet der verschärften Tonart des US-Präsidenten im Hinblick auf einen Handelskrieg.

Kupfer habe lediglich um 0,1 Prozent zulegen können, nachdem der Streik bei Escondida (die weltweit größte Kupfermine) in letzter Minute habe abgewendet werden können. Dies sei der chilenischen Regierung zu verdanken gewesen, die mittlerweile als Schlichter zwischen der Gewerkschaft und BHP Billiton auftrete. Sollten sich die Parteien jedoch bis zum 14. August 2018 nicht einigen können, sei ein neuerlicher Streik nicht auszuschließen.

Bei Long-Gold-ETPs sei es erstmals seit sechs Wochen wieder zu Zuflüssen gekommen, und zwar in Höhe von 26 Mio. USD. Zwar würden die Goldpreise weiter verhalten ausfallen. Einige Anleger seien allerdings mittlerweile der Ansicht, dass der Preisrückgang überzogen gewesen sei. Die Experten von ETF Securities würden diese Auffassung teilen. Trotz der Aufwertung des US-Dollar seien die US-Treasury-Renditen weniger stark gestiegen, als man dies im Juni erwartet habe, und die US-Inflation bewege sich auf einem 6-Jahres-Hoch.

Die schwache Wertentwicklung sei auf die übermäßig verhaltene Anlegerstimmung in Bezug auf das Edelmetall (sowohl an den Futures- als auch den ETP-Märkten) zurückzuführen. Sollte sich die Stimmung wieder verbessern, könnten die Goldpreise zu einer Aufholjagd ansetzen. Unser Basisszenario geht bis Juni 2019 ausgehend von den heutigen Niveaus von einem Goldpreisanstieg um 8 Prozent auf 1307 USD/oz. Aus, so die Experten von ETF Securities. Die wirtschaftlichen Turbulenzen in der Türkei, in deren Rahmen die Türkische Lira deutlich abgewertet habe (was sich letzte Woche auch beim Euro bemerkbar gemacht habe), könnte die Nachfrage nach als "sichere Häfen" geltenden Anlagen ankurbeln. Gold fungiere traditionell als sicherer Anlagewert in zahlreichen Anlegerportfolios.

Die zweite Woche mit Zuflüssen in Short-USD-Long-EUR-ETPs dürfte für Enttäuschung sorgen. Letzte Woche sei es zu Zuflüssen in Short-USD-Long-EUR-ETPs in Höhe von 5,9 Mio. USD gekommen. In der Vorwoche hätten sich diese auf 5,6 Mio. USD belaufen. Vergangene Woche habe der Euro um beinahe 2 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet, da die Anleger aufgrund des Exposures bei türkischen Krediten Ansteckungsgefahren für das europäische Bankensystem befürchtet hätten. (Ausgabe vom 14.08.2018) (15.08.2018/fc/a/e)