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Rohstoffe durch steigenden US-Dollar unter Druck


26.05.15 16:58
Saxo Bank

Kopenhagen (www.fondscheck.de) - "In der vergangenen Woche hat der Rohstoffsektor zum ersten Mal seit drei Wochen wieder Verluste erlitten. Grund dafür war die starke Erholung des US-Dollars, die nahezu sämtliche Rohstoffsektoren in Mitleidenschaft gezogen hatte", sagt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

Auch wenn andere Entwicklungen und Nachrichten für die einzelnen Sektoren von Bedeutung seien, hätte der Dollar die Richtung des ganzen Marktes beeinflusst. Besonders schwer habe es Agrarrohstoffe und Industriemetalle getroffen.

Auch Edelmetalle hätten zunächst aufgrund des steigenden Dollars einen Rückschlag hinnehmen müssen, sich jedoch schnell stabilisieren können, nachdem Gold an der Marke von 1.200 USD pro Feinunze Unterstützung gefunden habe. "Dennoch suchen Edelmetalle nach einem neuen Impuls für weitere Kurssteigerungen. Bei Gold konnten wir in den vergangenen Monaten einige Ausbruchsversuche beobachten, die jedoch aus verschiedensten Gründen scheiterten", sage Hansen.

Die Ölpreise würden trotz der Dollarstärke weiterhin in einer engen Handelsspanne nahe eines Fünf-Monats-Hochs bleiben. In einer verzögerten Reaktion auf den US-Förderanlagen-Abbau Ende vergangenen Jahres, sei die Produktion seit dem Hoch im März um 157.000 Barrel pro Tag gesunken. "Dennoch werden immer noch 800.000 Barrel pro Tag mehr produziert im Vergleich zum vergangenen Jahr. Auch die US-Lagerbestände liegen 100 Million Barrel oberhalb des Fünfjahresdurchschnitts zu dieser Jahreszeit", sage Hansen.

Da es unwahrscheinlich sei, dass die OPEC in ihrem Juni-Meeting eine Produktionskürzung beschließe, sei daher das Aufwärtspotenzial bei der Sorte WTI über die Marke von 60 USD pro Barrel stark limitiert. "Sollte der Preis unter 58 USD pro Barrel fallen, könnte es sogar zu einer noch stärken Korrektur kommen", so Hansen abschließend. (26.05.2015/fc/a/m)