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Rohstoffe kommen nicht von der Stelle


15.06.15 14:45
Saxo Bank

Kopenhagen (www.fondscheck.de) - "Der Rohstoffsektor hat in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit einem Monat leicht positiv abgeschlossen. Grund dafür war der schwächelnde US-Dollar und ein starker Energiesektor, der Verluste im Agrarsektor aufgefangen hat", sage Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.

Dennoch würden die Märkte bei den wichtigsten Rohstoffen wie etwa Gold und Öl erwarten, dass diese weiter in einer engen Handelsspanne gebunden seien.

Wochensieger sei Erdgas gewesen, das vom warmen Wetter an der US-Ostküste und somit von der steigenden Gasnachfrage für Klimaanlagen profitiert habe.

Der Edelmetallsektor habe sich nach drei verlustreichen Wochen seitwärts bewegt. "Insbesondere Gold hat die vergangene Woche damit verbracht, sich von einem Drei-Monats-Tief zu erholen, das zuvor von starken US-Arbeitsmarktdaten ausgelöst wurde", sage Hansen. Der Zeitpunkt der ersten US-Zinssteigerung seit 2006 schwebe nach wie vor wie ein Damoklesschwert über den Edelmetallen und binde sie an das untere Ende der aktuellen Handelsspanne. "Dies und die steigende Frustration der Investoren hat dazu geführt, dass der Bestand am weltgrößten Goldfonds SPDR Gold Trust auf den niedrigsten Stand seit September 2008 gefallen ist", sage Hansen. Auch die physische Nachfrage sei weiterhin schwach, da insbesondere die Investoren aus China mehr auf die dortige Aktienrally setzen würden, die seit Anfang des Jahres laufe.

Auf den Ölmärkten herrsche nach der letzten Opec-Entscheidung, die Ölhähne weiter aufgedreht zu lassen, Unsicherheit. Die Marktauswirkungen dieser Überproduktion seien bislang von den sinkenden US-Lagerbeständen und der sich verlangsamenden Schieferölproduktion aufgefangen worden. "Sobald jedoch die sogenannte US-Driving Season in einem Monat vorbei ist, könnte es zu einem echten Härtetest für die Ölpreiserholung kommen", sage Hansen. Die Benzinnachfrage in den USA bleibe hingegen aufgrund der Driving Season weiterhin stark. "Die Raffinerien arbeiten in Rekordtempo, um diese Situation auszunutzen und Gewinne mitzunehmen", sage Hansen. (15.06.2015/fc/a/m)