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Rohstoffe vor neuem Mega-Bullenmarkt?


18.12.08 09:27
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Für Anleger, die auf steigende Rohstoff-Notierungen spekulierten, war die zweite Jahreshälfte 2008 ein einziges Desaster: Die Notierungen nahezu aller "Naturschätze" gingen förmlich in den freien Fall über und die Dynamik der Abwärtsbewegung verblüffte sogar ausgewiesene Experten, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".

Speziell in den letzten Wochen hätten sich die Kurse jedoch erkennbar stabilisieren und von ihren Tiefs lösen können. Bei einigen Rohstoffen sei es sogar zu einem bemerkenswerten Pullback gekommen. Handle es sich dabei lediglich um eine Korrektur innerhalb eines intakten "Bärenmarktes" oder stünden Rohstoffe unmittelbar vor einer neuen Mega-Hausse?

Ausgelöst worden seien die Preisaufschläge bei Rohwaren vor allem durch die neuerliche Schwäche des US-Dollars. Nachdem sich die amerikanische Ökonomie nunmehr bereits seit vier Quartalen in Folge in einer rezessiven Phase befinde, seien einige Händler davon ausgegangen, dass das "Tal der Tränen" bereits durchschritten sei und hätten zuvor für eine regelrechte Renaissance des "Greenbacks" gesorgt. Diese Erwartung sei allerdings durch die jüngsten volkswirtschaftlichen Daten in keiner Weise bestätigt worden. Im Gegenteil: Der Zustand der US-Wirtschaft sei nach wie vor besorgniserregend. Das hätten auch die meisten Politiker erkannt und würden hastig versuchen, ein Rettungspaket nach dem nächsten zu "schnüren". In guter alter amerikanischer Tradition geschehe das natürlich auf Pump und dürfte den Staatshaushalt nachhaltig belasten.

Am Dienstag senke die amerikanische Notenbank zudem den Leitzins von zuvor einem Prozent auf einen historischen Tiefswert von null bis 0,25 Prozent ab. Die faktische Nullzins-Politik dürfte dafür sorgen, dass sich internationale Anleger weiter aus der US-Valuta "verabschieden" würden. Kurzfristig könnte der US-Dollar damit gegenüber anderen Leitwährungen weiter an Boden verlieren und den Rohstoffkursen nochmals etwas Auftrieb verleihen. Längerfristig könnte man sich hingegen durchaus vorstellen, dass das beherzte Einschreiten der FED die US-Wirtschaft zurück auf den Wachstumspfad bringe und der US-Dollar wieder merklich aufwerte, was die Notierungen der Rohwaren tendenziell belasten sollte.

Erschwerend komme hinzu, dass sich die Weltkonjunktur gegenwärtig in einem fast schon erbarmungswürdigen Zustand befinde. In den etablierten Wirtschaftsnationen müsse für 2009 mit einem nicht unerheblichen Schrumpfungsprozess gerechnet werden. Und selbst in den einst hoch gepriesenen Schwellenländern insbesondere im asiatischen Raum würden sich "Bremsspuren" nicht vermeiden lassen. Dass in einem solchen Umfeld die Nachfrage nach Rohwaren zurückgehe, liege auf der Hand. Davon besonders betroffen seien Energie-Rohstoffe und Metalle mit Ausnahme vielleicht von Gold.

Etwas besser sehe es da bei den Agrargütern aus. Hier könnte sich vom gegenwärtigen Preisniveau aus bei ausgewählten Produkten ein Engagement auf der "langen Seite" durchaus lohnen. Aktuell befinde sich diese Position bereits nach drei Tagen komfortabel im Plus.

Letztlich sei es aber völlig egal, wie die Märkte laufen würden. Gewinne würden sich in jeder Phase erzielen lassen, was die Experten in den letzten Monaten eindrucksvoll hätten belegen können. Durch den Aufbau diverser Short-Positionen sei das Musterdepot der Experten in der Baisse von einem Hoch zum nächsten geeilt. Seit Auflage vor rund zweieinhalb Jahren habe man einen Wertzuwachs von stattlichen 70 Prozent erzielt. Zum Vergleich: Der CBR-Futures-Index habe in diesem Zeitraum annährend 30 Prozent an Wert verloren. Mithin ergebe sich eine Outperformance von fast 100 Prozent. Davon könnten sich einige Fondsmanager sicherlich eine große Scheibe abschneiden. Und das Beste daran: Die Gewinne seien vollständig transparent und exakt in dieser Höhe auch erzielt worden, wenn man den Handlungsanweisungen gefolgt sei. (18.12.2008/ac/a/m)