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Rohstoffmärkte von Spekulanten manipuliert?


13.07.09 10:34
Rohstoff-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - In den USA ist derzeit wieder eine heiße Debatte darüber entbrannt, ob die Rohstoffmärkte von Spekulanten und hier insbesondere Hedge Funds und Banken manipuliert werden, so die Experten vom "Rohstoff-Trader".

Die amerikanische Commodity Futures Trading Commission, abgekürzt als CFTC, wolle striktere Regeln für den Handel mit Rohöl- und Erdgaskontrakten einführen, um dadurch die Spekulation in diesen Rohstoffen zu beschränken. Positionsgrenzen würden dazu führen, dass Hedge Funds nur noch eine bestimmte Anzahl an Futures kaufen oder verkaufen dürften und nicht darüber hinaus.

Den Politikern komme dies natürlich sehr gelegen und daher wundere es nicht, dass auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy und der englische Premierminister Gordon Brown auf diesen Zug aufgesprungen seien. Es sei sehr einfach zu sagen, dass die bösen Spekulanten den Preis für Rohöl nach oben in Richtung der Marke von 150 USD getrieben hätten und dadurch möglicherweise ein paar Prozentpunkte an globalem Wirtschaftswachstum gefährdet worden seien. Allerdings sei es nicht so einfach, wie es gerne in den Medien dargestellt werde.

Zugegeben, ohne die Spekulanten wäre nach Meinung der Experten vom "Rohstoff-Trader", der Ölpreis wahrscheinlich im letzten Jahr nicht auf 150 USD gestiegen, sondern darunter geblieben. Jedoch wäre er sicherlich auf Sicht von einigen Jahren auf 300 USD geklettert. Denke man, dies sei paradox? Keineswegs. Spekulanten die Gelder für Kunden verwalten oder ihr eigenes Geld handeln würden, würden in ihrer Gesamtheit eine Menge an Informationen verarbeiten und dadurch dazu führen, dass alle verfügbaren Infos in die Kurse einfließen würden. Im letzten Jahr und davor, hätten viele Händler erkannt, dass die Welt sehr rasant wachse und die Nachfrage deutlich zunehmen werde. In der Tat seien die Nachfrageprognosen für die kommenden Jahre seitens der OPEC und der IEA deutlich höher gewesen als jetzt.

Des Weiteren habe es eine Menge an anderer Information gegeben, die für steigende Preise gesprochen hätten. Die Spekulanten hätten dies erkannt und den Preis nach oben gezogen. Dadurch sei die Exploration neuer Felder ermutigt worden, wie beispielsweise der gigantische Ölfund vor Brasilien innerhalb des Tupi-Ölfeldes. Die Händler würden also dafür sorgen, dass zukünftige Ereignisse in die Gegenwart "gezogen" und sofort verarbeitet würden. Würde dies nicht der Fall sein, würde sich jetzt keiner Gedanken um die Erschließung neuer Ölfelder machen und der Preis würde langsamer aber dafür stetig in Richtung der Marke von 300 USD pro Barrel und darüber hinaus klettern. Niemand hätte einen Anreiz für zusätzliches Angebot zu sorgen, da der Preis aktuell zu niedrig wäre.

In diesem Zusammenhang sei ebenfalls wichtig festzuhalten, dass die Spekulanten anschließend den Ölpreis auch von 150 USD auf unter 35 USD gedrückt hätten. Hierüber habe sich jedoch bisher noch kein Politiker zu Wort gemeldet, als sich die Lage deutlich verschlechtert habe und die vorherigen Preise nicht mehr gerechtfertigt gewesen seien. (13.07.2009/ac/a/m)